Kopenhagen, die Stadt am Öresund, ist eine der charmantesten europäischen Hauptstädte. Besonders in der Vorweihnachtszeit glänzt die dänische Hauptstadt mit einer ganz besonderen Athmosphäre. Dann ist Kopenhagen besonders „hyggelig“, wie die Dänen sagen – eben gemütlich.

Ein Wochenendtrip zum Adventsbummel ist längst kein Geheimtipp nur für die norddeutschen Nachbarn mehr. Am Rathausplatz, dem weitläufigen Zentrum und Herz der Stadt, steht eine riesige, geschmückte Tanne. Dann strahlt das im italienischen Renaissance-Stil 1905 erbaute Rathaus im festlichen Licht.


Foto: Wikimedia Commons; Pramzan45.

Dort, am Rathausplatz, beginnt auch die Fussgängerzone Strøget, die vom Rathausplatz zum Kongens Nytorv, dem Königlichen Markt, führt und die zum Shoppen besonders verführende Parallelstrasse Strædet, in der sich Antikläden, Bistros und jede Menge originelle Läden aufreihen.

Schön am Shoppen und Bummeln ist, dass Kopenhagen überschaubar ist und genug Zeit zum Stöbern bleibt; die Strøget und  Strædet sind gut einen Kilometer lang, die Nebenstrassen und Gassen füren einen Kilometer in die Querrichtung. In diesem Arreal finden sich grosse Kaufhäuser, elegante Läden und viele kleine originelle Geschäfte. Fast alle haben in der Vorweihnachtszeit an allen sieben Wochentagen mindestens bis 20 Uhr geöffnet.

Der Amargertov ist der Platz, an dem sich Strædet und Strøget treffen und ist so etwas wie Kopenhagens Times Square. Hier trifft man sich zum Essen und gemeinsamen Shoppen in den schickten Shopping-Palästen der Stadt. Hier findet man Illums Bolighus, eine Kaufhaus für dänisches Design, oder die Porzellan-Ikone Royal Kopenhagen in ihrem schönen Renaissance-Gebäude sowie der bekannte Silberschmied Georg Jensen. Wer anschliessend die tolle Kombination von Smörrebröd und Sushi geniessen will, kehrt im „Royal Café“ ein. Von dort aus kann man mit einer Fahrrad-Rikscha eine Tour durch dieses lebhafte Viertel machen.

Am Kongens Nytorv endet die Strøget am Reiterstandbild von König Kristian V. Nicht weit von der Strøget liegen die Domkirche (Domkirken), die Universität und die Helligåndkirken. Kopenhagens Kirchen sind in der Adventszeit festlich geschmückt. Tannengirlanden, rotweisse Bänder und viele Kerzen schmücken die Gotteshäuser, dazu gibt es viele Kozerte mit festlicher Musik von Bach und Händel. Zum winterlich-weihnachtlichen Flair tragen auf dem Kongens Nytorv auch die Schlittschuhläufer bei.
Unbedingt zu einem Kopenhagen-Besuch gehört ein besuch des Kongelige Theater am Kongens Nytorv, in dem den ganzen Dezember hindurch das Ballet „Der Nussknacker“ gegeben wird.

Vom Kongens Nytorv kommt man mit der Metro ganz bequem in Kopenhagens buntes In-Viertel Christianshavn. Dort liegen auf dem Kanal Hausboote und umgebaute Kähne, an den Ufern entspannen sich die Dänen das ganze Jahr über beim Bummeln durch die Hippie-Atmosphäre und beim Stöbern in den skurrilen Läden. Attraktion des Viertels ist in der Vorweihnachtszeit der Julemarked.

Mit besonderer Vorweihnachtsstimmung glänzt auch der Vergnügungspark Tivoli, in dem dann eine halbe Million Lichter blinken und die weihnachtliche Stimmung herbeizaubern. Vom 20. November bis zum 30. Dezember findet dort der traditionelle Weihnachtsmarkt statt, der grösste in ganz Skandinavien. Viele kleine Holzbuden mit Krimskrams und typisch dänischem Kunsthandwerk warten dort auf Käufer. Daneben gibt es natürlich reichlich Stände mit Gebäck, Süssigkeiten und dem unvermeidlichen Jule-Glögg, dem berühmten Weihnachtspunsch aus Rotwein, Schnaps, Rosinen, Mandeln und Zimt. Zum nichtalkoholischen Aufwärmen dienen die glühenden Holzkohlefeuer, die im Park aufgestellt sind.

Auch für Kinder ist ein Tivoli-Besuch ein grosser Spass, Karussells warten auf kleine Fahrgäste und Ponys auf kleine Reiter. Für Familien rundet Schlittschuhlaufen auf dem kleinen See am Chinesischen Turm den Spass ab. Anders als in den sonst üblichen Freizeitparks, wartet hier nicht nur Fastfood auf hungrige Gäste, im Tivoli stehen gleich mehrere Sterne-Restaurants zur Auswahl.

Ein weiterer stimmungsvoller Weihnachtsmarkt befindet sich Mitte November bis kurz vor Heiligabend am romantischen Hafenkanal Nyhavn. Dann säumen festlich geschmückte Verkaufsbuden den Kanal, den heute Freizeitskipper als Bootsliegeplatz nutzen. Zum Aufwärmen warten etliche Kneipen und Restaurants, auf den Terrassen wird Glühwein und Grog ausgeschenkt.

Für die wichtigsten Sehenswürdigkeiten sollte auch Zeit bleiben: Zum königlichen Schloss Amalienborg begibt man sich am besten gegen Mittag, denn pünktlich um 12 Uhr ist Wachwechsel auf dem grossen Platz vor den vier Schlossflügeln. Gesehen haben muss man natürlich auch das Wahrzeichen der Stadt, die kleine Meerrjungfrau von Edvard Eriksen. Sie steht auf einem Stein im Wasser an der Langelinie, der langen Promenade an der Hafeneinfahrt. Wer noch Zeit übrig hat, fährt mit der Bahn über die Öresund-Brücke ins nur eine halbe Stunde entfernte schwedische Malmö und besucht dort den Weihnachtsmarkt und die Eisbahn auf dem Lilla Torp.

Kopenhagens Gastronomie hat in der Weihnachtszeit besonders viel zu bieten. Zumal: Nur in dieser Jahreszeit gibt es „Julefrokost“, die besonders üppige Variante des dänischen Smörrebröd-Büfetts mit speziellen Weihnachts-Gerichten. Dazu gibt es Glögg, Aquavit oder den Kräuterschnaps Gammel Dansk und natürlich das „Jule Brygg“, das dänische Weihnachtsbier. Kopenhagen ist besonders für Liebhaber dänisch-skandinavischen Designs eine Fundgrube. „Zeit-Online“ stellt hier beliebte Design-Shops vor – ein paar aussgewöhnliche Weihnachtsgeschenke für die Daheimgebliebenen dürfte man also finden.

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