Wer Berlin besucht, will sie sehen: die Mauer. Doch von dem Bauwerk, das Berlin 28 Jahre lang auf einer Länge von 160 Kilometern in Ost und West teilte, ist heute fast nichts mehr sichtbar. In den nächsten Tagen erinnert die deutsche Hauptstadt mit Veranstaltungen, Ausstellungen und Aktionen an den Mauerbau, den die DDR-Regierung am 13. August 1961 veranlasst hat.

Die zentrale Gedenkveranstaltung mit Gottesdienst, einem Zeitzeugen-Café, Kinderbuchlesungen, Tanzperformances und Open-Air-Kino findet vom bis morgen an der Gedenkstätte „Berliner Mauer“ in der Bernauer Strasse statt. Das komplette Programm zu „50 Jahre Mauerbau“ findet ihr hier. Natürlich gibt es die nächsten Wochen noch weitere Informationsveranstaltungen zum Thema. Abseits von Museen und Denkmälern sind jedoch folgende Veranstaltungen hervorzuheben.

Ausstellung Mauerbilder (Foto: Kielmann)Die Ausstellung Mauerbilder.

Bis Ende August sind noch die Mauerbilder an verschiedenen Standorten der Stadt verteilt zu sehen. Die historischen Schwarz-weiss-Fotografien zeigen Aufnahmen aus dem Jahr des Mauerbaus und danach. Wer auf dem Berliner Mauerweg wandelt, kann besser nachvollziehen, wo die Mauer stand und wie das geteilte Berlin aussah.

Bei einer geführten Kanuexkursion entlang der ehemaligen Spreegrenze erkunden die Sportlicheren unter uns noch bis Oktober die ehemalige Wassergrenze zwischen Friedrichshain und Kreuzberg.

Der Filmemacher Gerd Conradt dreht bis zum 13. August die Mauerweg-Stafette. Mit der Kamera begleitet er etwa 500 Läuferinnen und Läufer, die eine Berlinfahne entlang der ehemaligen Scheidelinie zwischen Ost und West vor sich her tragen. Durch die Filmdokumentation soll der ehemalige Todesstreifen zum Symbol friedlicher Versöhnung werden.

Der geteilte Bahnhof (Foto: Kielmann)Der geteilte Bahnhof. Alle Fotos: Kulturprojekte Berlin; Christian Kielmann.

Der Grenzbahnhof Friedrichstrasse ist zu einem Sinnbild der deutschen Teilung geworden. Bis 15. August lassen die Installation Der geteilte Bahnhof und Theaterspielszenen in der Ladenpassage die Zuschauer eintauchen in den 28 Jahre dauernden Ausnahmezustand. Die Schau wird ab September in eine ständige Ausstellung im Tränenpalast übergehen.

Die Filmreihe Flimmern auf dem Eisernen Vorhang versucht noch bis 12. September, die Geschichte der West- und Ost-Berliner Grenzkinos zu rekonstruieren. Filmvorführungen, teilweise mit Einführungen von Zeitzeugen, erinnern an diesen vergessenen Teil der Kinogeschichte.

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