Das diesjährige Oktoberfest in München sollten sich Liebhaber grosser Volksfeste und Events unbedingt auf ihrem Urlaubskalender notieren.

Highlights beim Jubiläums-Oktoberfest

Besonders bei diesem kann man so ganz in das bayerische Brauchtum eintauchen, vor allem beim berühmten „Wiesn“-Einzug der Festwirte, Schausteller und Brauereien am 18. September 2010. Jubiläums-Oktoberfest 2010 kann Dieser rund 45-minütige Einzug beginnt um 10.45 Uhr und bildet den Auftakt zur Eröffnung des Oktoberfests. Beteiligt sind die Festwirte mit ihren Familien, geschmückte Kutschen, Prachtgespanne der Münchner Brauereien, Kellnerinnen auf dekorierten Wagen und alle Festhallen-Musikkapellen.
Am 19. September gibt es gleich ein weiteres Highlight: der Trachten- und Schützenzug 2010 von 10.00 bis 12.00 Uhr. Rund 8’000 Mitwirkende ziehen durch die Münchner Innenstadt bis zur Festwiese. Der weltberühmte Trachten- und Schützenzug zeigt die ganze Vielfalt des Brauchtums in Altbayern, Franken, Schwaben, anderen deutschen Ländern und europäischen Nachbarstaaten.

Im sieben Kilometer langen Festzug zeigen sich in abwechslungsreicher Folge festlich herausgeputzte Trachtengruppen, historische Uniformen, Musikkapellen, Fanfaren- und Spielmannszüge, Sport- und Gebirgsschützen, Zuchttiere, Prachtgespanne der Münchner Brauereien, viele Festwagen mit regionaltypischem Brauchtum sowie historische Kutschen. Unter anderem mit bunten Bänderbäumen (mit Bändern geschmückte Stämme, die in bestimmter Weise umtanzt werden) sowie mit Erntekronen, alten Handwerksgeräten, Blumen-, Stern- und Kronentanzbögen ist der traditionsreiche Festumzug ein glanzvolles Ereignis am ersten Oktoberfest- onntag.


Am zweiten Oktoberfest-Sonntag folgt das Standkonzert aller Wiesn-Kapellen. Ab 11.00 Uhr nehmen dann rund 400 Musiker aller Festzelt-Kapellen in einem farbenprächtigen Spektakel am grossen Open-Air-Konzert zu Füssen der Bavaria teil. Im Jubiläumsjahr erinnert München besonders an die Anfänge des Oktoberfestes: Der Südteil der Theresienwiese bietet Platz für eine „Historische Wiesn“, deren Attraktionen die Geschichte und Entwicklung des Fests sinnlich erfahrbar machen. Neben einer Ausstellung von historischen Fahrgeschäften wird zum Beispiel auch ein Rekommandeur- Wettbewerb mit international bekannten Persönlichkeiten stattfinden: Sie heizen den Festgästen mit lustigen Sprüchen ein und animieren beispielsweise zum Loskauf oder zur Mitfahrt in einem Fahrgeschäft.

Ebenfalls im südlichen Festbereich organisiert der Festring München e.V. beim Oktoberfest 2010 ein Galopprennen, mit dem an das Pferderennen zu Ehren des königlichen Hochzeitspaares von 1810 erinnert werden soll.

Vom Hochzeitsfest zum grössten Volksfest der Welt

Am 12. Oktober 1810 feierte Kronprinz Ludwig, der spätere König Ludwig I., seine Vermählung mit Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen. Die Festlichkeiten, zu denen auch die Münchener Bürger eingeladen waren, fanden auf einer damals noch vor den Toren der Stadt gelegenen Wiese statt. Seit diesem historischen Datum trägt dieser Ort zu Ehren der Braut den Namen „Theresienwiese“. Im Rahmen der Hochzeitsfeierlichkeiten fand am 17. Oktober 1810 dort ein Pferderennen statt, das in Anwesenheit der königlichen Familie als ein Fest für ganz Bayern gefeiert wurde.

Die Veranstaltung kam bei den Münchnern so gut an, dass man den Beschluss fasste, das Rennen im folgenden Jahr zu wiederholen – die Tradition der „Oktober“-Feste war geboren. Schon ein Jahr später kam zum Pferderennen das erste Landwirtschaftsfest mit Fachausstellung für die bayerische Agrarwirtschaft hinzu.

Das Pferderennen gibt es schon längst nicht mehr. Das „Zentrallandwirtschaftsfest“ hingegen findet heute immer noch alle vier Jahre während des Oktoberfests auf dem Südteil der Theresienwiese statt. Die Anzahl an kleinen Buden, in denen sich die Besucher mit Bier versorgen konnten, wuchs rasch, und ab 1896 stellten Wirte und Brauereien die ersten grossen Bierburgen auf. Der andere Teil des Festgeländes wurde durch das Vergnügungsangebot der Schausteller bestimmt, das zunächst bescheiden war: 1818 wurden das erste Karussell und zwei Schaukeln aufgestellt. Seit den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts nahm dieser Bereich des Oktoberfests immer mehr zu. Der Festplatz wurde im Laufe der Zeit vereinfachend zur „Wiesn“, der Begriff ist längst als Synonym für das Oktoberfest bekannt. Im 20. Jahrhundert wurde das Oktoberfest zum grössten Volksfest der Welt und ist heute so international wie kaum eine andere Veranstaltung: Über sechs Millionen Besucher aus aller Welt kommen hier zusammen. „Ozapft is“ heisst es alle Jahre wieder zum Anstich des ersten Biers.

Aus Anlass des Jubiläums hat die bayerische Landeshauptstadt München für ihre Gäste ein Festprogramm geschnürt, das über das Volksfestvergnügen hinaus den „Wiesn“-Geburtstag mit Höhepunkten aus Kunst, Kultur und Brauchtum würdigt.

Das zünftigste Museum Münchens

Und es gibt auch ein Museum, dass sich ganz der Bierbraukunst und dem Oktoberfest widmet: Seit 2005 gibt es das Münchner Bier- und Oktoberfestmuseum. Es ist in einem der ältesten Bürgerhäuser der Stadt aus dem Jahr 1327 mitten im einstigen Brauerviertel untergebracht.
Nicht nur Erinnerungsstücke von den einst mächtigen Bierbaronen, wertvolle Bierkrüge oder technische Errungenschaften der Bierbraukunst sind zusehen: Der Besucher erfährt auch Wissenswertes rund um das Grundnahrungsmittel Nummer Eins der Münchner – zum Beispiel, woher die Mass kommt und wie der Bierdeckel unter den Krug kam. Die Ausstellung zum Oktoberfest ist mit ihren faszinierenden Exponaten in einem eigenen Stockwerk untergebracht, um die 200 Jahre währende Tradition gebührend zu würdigen. Zudem wartet im Erdgeschoss ein Bierstüberl ab 17 Uhr auf die durstigen Museumsgäste.

Foto: Keystone; Jan Pitman

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