Kürzlich verbrachte ich mit meinem Freund M.G. ein Wochenende in Belgrad. Ich flog ihm nach und zusammen fuhren wir mit dem Nachtzug zurück nach Zürich. Doch ist es weder Belgrad, noch die Reise, worüber ich hier schreiben möchte. In Serbiens Hauptstadt eröffnete M.G. mir nämlich, dass dies seine erste Reise seit zehn Jahren ohne Kinder sei. Eine grosse Ehre, dachte ich mir. Einige Bräuche liessen sich aber nicht ganz abschalten und so landeten wir schliesslich auch im Zoo.

Familienferien. Foto: iStock; Andreas Rodriguez.

Es gibt viele Ratgeber, wie mit Kindern am besten zu reisen sei. Auch wir von ebookers.ch haben schon über dieses Thema berichtet. Doch mindestens so wichtig wie das „wie?“ scheint mir das „wozu?“ zu sein. Und da hatte M.G. eine schöne Idee: Sein ältester Sohn geht nämlich in eine multinationale (hat nichts mit Nestlé, dem multinationalen Konzern, zu tun…) Klasse, weshalb M.G. & Sohn sich zum Ziel gesetzt haben, während drei Jahren alle Heimatländer seiner MitschülerInnen zu besuchen!

An weit entfernte Orte reisen sie zu zweit, an nahe mit der ganzen Familie. So verbrachten sie die letzten Sommerferien in Kosovo und Albanien. Manchmal müssen auch Kompromisse eingegangen werden: weil es im Norden Sri Lankas noch zu gefährlich war, besuchten Vater und Sohn Tamil Nadu im Süden Indiens. Diesen Sommer haben sie sich für einen Haustausch entschieden. Die ganze Familie reist für zwei Monate nach Texas.

Die Nachbarländer Deutschland und Italien sind bereits abgehakt. Noch fehlen einige Destinationen, so zum Beispiel die Dominikanische Republik, Chile und Lettland. Aber was noch nicht ist, kann ja noch werden.

Was hält ihr von dieser (Reise-)Methode? Ist sie nicht ideal, um seine Mitmenschen aus anderen Kulturkreisen besser verstehen zu lernen? Für mich steht fest: sollte ich einmal Kinder haben, werde ich es genau so machen – sofern sie das auch wollen.

Tagged: Archive, Deutschland, Familientipps, Indien, Italien, Sri Lanka, USA

Kommentare

  • dusan

    eine sehr frische und meiner ansicht nach intelligente idee, die welt zu bereisen und seine nachbarn kennen zu lernen.

    dumm nur, wenn man der einzige schweizer im land ist 🙂

    und es stellt sich die frage, ob dafür 3 jahre reichen…

    werde es jedoch gerne auch ausprobieren. hoffentlich geht mein kind bald mit jemandem aus brasilien in die klasse 😉

    ausserdem denke ich, dass es wohl auch cool wäre, wenn man etwas mit der familie des klassenkameraden verbinden könnte…

    10. Juni 2012 at 08:49
  • Udo Habermann

    „Mit der Familie des Klassenkameraden verbinden“ wäre natürlich die hohe Schule dieser Methode! Und Du hast recht, je nach Klassenzusammensetzung sind drei Jahre ein bisschen ambitioniert. Wir konnten uns Auslandsreisen gar nicht leisten und haben stattdessen während der Primarschule alle Kantone und deren Hauptorte besucht. Auch da gibt genügend kulturelle Verschiedenheiten zu entdecken 😉

    14. Juni 2012 at 17:19

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