Gerade habe ich mir „Sex and the City 2“ angeschaut – wie auch schon tausende auf der ganzen Welt. Ich fand den Film ganz in Ordnung. Die Rezension überlasse ich anderen (20min, Stern, The Telegraph). Was mich viel mehr interessiert, ist die Tatsache, dass der Grossteil des Films in Abu Dhabi spielt. Neben Rolex, Dior und weiterer massiver Schleichwerbung scheint es am Anfang, als hätte das Emirat tief in die Tasche gegriffen, um Carrie, Samantha, Miranda und Charlotte in zu locken. Sogar der kleine Seitenhieb gegen das Bruder-Emirat Dubai zu Beginn des Filmes sitzt. Doch nach gut der Hälfte merkt man, dass hier was nicht stimmen kann. Es zeigt sich nämlich, dass man eigentlich zuerst in Dubai drehen wollte. Das Emirat sagten dann aber „nein“. Und als die Produzenten sich dann an Abu Dhabi wandten, wurde die Angelegenheit politisch in den Emiraten. Am Ende sagte auch Abu Dhabi den Dreh vor Ort ab. Die Destination kommt denn im Film auch keineswegs gut weg. Dennoch, der Film setzt das Emirat für Amerikaner auf die Weltkarte.

Zwischen Marokko und Abu Dhabi

Am Ende drehte man in Marokko. Sowohl die angebliche Airline des Sheiks als auch das pompöse Hotel sind leider beides Fiktion. Das Flugzeuginterieur sah ganz nach der Modifikation eines A380 von Emirates aus (sowohl die Bar als auch die First-Class-Kabinen).


Foto: Emirates

Die Airline wird Attrappen-Kabine für die Dreharbeiten zur Verfügung gestellt haben. In diesen wird normalerweise das Flugpersonal ausgebildet. Das Hotel ist aus verschiedenen Shootings zusammengebastelt. Angeblich wurde in den „Aman Resorts“ in Marrakesch sowie im Hotel La Manoumia gedreht.

Samanthas Problemzonen

Samantha wird im Film als Klischee-Amerikaner in einem anderen Land dargestellt und tritt mit ihrem Sexappeal im arabischen Land natürlich am Laufmeter in verschiedene moralische Fettnäpfchen. Sie zeigt ihre Reize und begrabscht auch hier mal gerne einen Mann in der Öffentlichkeit. Sie bringt die vier Girls in grosse Probleme, obwohl sie ja eigentlich von einem Sheik eingeladen wurde.

Am Anfang sieht die Welt noch perfekt aus. Erster Klasse fliegen Sie ins Emirat. In vier Maybach-Limousinen werden sie in das pompöse Hotel gefahren, wo sie luxuriös, ja schon fast dekandent verwöhnt werden. Zu ihrem Programm gehören ein Kamelritt in der Wüste und ein Einkauf im Souk. Daneben geniessen sie vor allem das Spa, den Pool und den Club im Hotel. Doch was hätte Abu Dhabi in Echt denn noch zu bieten?

Abu Dhabi im echten Leben

Was ich allen Frauen empfehlen kann, welche mit ihren Freundinnen eine Woche in Abu Dhabi planen: Sich vor der Reise ein wenig besser mit der Kultur auseinander zu setzen, als dies SATC2 tut. Abgesehen davon gibt es noch so Einiges ausserhalb eines Hotel Resorts anzuschauen. Zum Beispiel die zahlreichen Moscheen, allen voran die Sheik-Zayid-Moschee. Sie ist die drittgrösste Moschee der Welt. In den Gebetshallen und Höfen der Mosche finden bis zu 40’960 Gläubige Platz.

Formel 1 und Motorsport Fans sollten sich auch den Hafen von Yas anschauen, wo seit Neuem das Hafenrennen von Abu Dhabi stattfindet. Im Sommer eröffnet hier Ferrari den Themenpark Ferrari World. Daneben gibt es ein Warner Brothers Filmpark und einen Wasserpark. Langweilig wird es einem hier also nicht. Nun ich gebe zu, diese Sehenswürdigkeiten wären sowieso für die verwöhnten Girls aus dem Big Apple.

Was mit Sicherheit Charlotte gefallen hätte, wäre ein Abstecher ins Louvre, eine kleine Kopie des berühmten Museums in Paris. Dieses eröffnet aber erst im Jahre 2012. Abu Dhabi hat sich zur Aufgabe gemacht, neben der rasanten wirtschaftlichen Entwicklung die kulturelle Komponenente stärker zu betonen. Auf der künstlichen Insel Saadiyat werden Stätten für Bildende Kunst, Musikdarbietung und Theater errichtet. Neben dem Louvre soll es einen weiteren Bau für Wechselaustellungen in Zusammenarbeit mir dem Guggenheim-Museum geben. Allein die Kooperation mit dem Louvre war dem Emirat über 165 Millionen Euro wert.

Die Vereinigten Arabischen Emiraten haben in den kommenden Jahren noch viel vor. Auch wenn die Entwicklung in der Finanzkrise zwar ein wenig an Tempo verloren hat, so ist noch Einiges von Dubai und dem ein wenig im Schatten stehenden Abu Dhabi zu erwarten.

Quellen: Pressemitteilung La Manoumia; New York Post, 2009; ABC News, 2010

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