Frankreich steht nicht wirklich in dem Ruf, ein billiges Urlaubsziel zu sein. Bei jeder Bewertung landet unser Nachbarland auf einem der hinteren Plätze, wenn es darum geht, in welchem Urlaubsland man am meisten für seinen Franken oder Euro erhält.

Besonders in wirtschaftlich angespannten Zeiten wie diesen können ein paar Spartipps helfen, Urlaub in Frankreich zu machen und dennoch nicht zu viel Geld auszugeben. Unser Frankreich-Sparführer hilft dabei. Der erste Teil unseres Frankreich-Sparführers zeigt, wie man beim Reisen, im Museum und bei der Unterkunft sparen kann.

    Ein beliebtes Ziel bei Frankreich-Besuchern: der Louvre in Paris. Foto: Keystone; Claude Paris

      • Sparen beim Autofahren
        Es empfiehlt sich, bei einem geplanten Frankreichurlaub die Reiseroute genau zu planen und einen der Internetroutenplaner wie Google Maps zu nutzen. Bei denen kann man nämlich einmal den Vergleich zwischen schnellster, kürzester Route und der günstigsten Strecke anstellen – und das kann bis zur Feriendestinantion schnell mehr als 100 CHF ausmachen. Der Grund dafür ist die Maut, die für viele Autobahnen in Frankreich fällig wird.

        Mautfrei sind in Frankreich nur die Autobahnen, für die es keine alternative Strasse gibt. Doch keine Angst – man steht nicht unvermittelt vor einem Kassenhäuschen oder einer Schranke. Ist eine Autobahn mautpflichtig, weist ja der Zusatz „Péage“ auf Wegweisern und Schildern darauf hin. Dann hat man immer noch die Gelegenheit, auf eine parallel verlaufende Landstrasse auszuweichen. Nutzt man aber die mautpflichtige Trasse, muss man bei der Auffahrt ein Ticket ziehen, und dann am Ende oder manchmal auch am Ende einer Teilstrecke bezahlen, was bar oder per Kreditkarte möglich ist.

        Bei An- und Abreise sollte man überlegen, ob man lieber etwas langsamer vorankommt und die Autobahngebühren spart, oder ob dann womöglich eine Übernachtung nötig wäre, die meist teurer ist als die Maut. Unternimmt man eine Rundreise kommt es auf das Tempo nicht an; man will ja ohnehin die Landschaft geniessen, also: Mautstrecken meiden!

        Für eine Reise nach Paris gilt ohnehin: Das Auto daheim lassen, denn in und um Paris herum ist es eher hinderlich, als dass es Mobilität verschafft. Der öffentliche Personennahverkehr ist hier hervorragend ausgebaut.

    • Sparen beim Bahnfahren
      Benzin wird ja bekanntlich auch nicht billiger, aber ist Bahnfahren in Frankreich wirklich eine Alternative? Generell ist Bahnfahren in Frankreich billiger als in vielen anderen europäischen Ländern. Daher sollte man sein Ticket direkt bei der SNCF ordern und spart so schon gleich 20 Prozent. Auch ist das System etwas anders aufgebaut, oft ist die Fahrt mit dem TGV auf der Langstrecke günstiger als die Nahverkehrs- und Regionalzüge auf der gleichen Strecke. Bucht man über das Internet, wird auf dem mehrsprachigen SNCF-Portal garantiert auch die günstigste Verbindung angezeigt.

      Frankreich hat mit dem Hochgeschwindigkeitszug TGV auch für Urlauber ein ausgesprochen attraktives Verkehrsmittel im Angebot, das oft eine gute Alternative fürs Flugzeug sein kann. Besonders von der Schweiz aus gibt es gute Verbindungen nach Paris und ans Mittelmeer. Dazu sind diese Verbindungen sehr günstig: Nach Paris kommt man ab 33 CHF und ans Mittelmeer ab 41 CHF.

      Bei Frankreichs Bahn-Unternehmen SNCF gibt es starke Rabatte für Reisende bis einschliesslich 25 und ab 60 Jahren. Auch in Frankreich spart man beim Bahnfahren am meisten, wenn man sehr lang im Voraus bucht. Anders aber als beispielsweise beim deutschen System kann man bis zur Abfahrt des Zuges das Ticket noch tauschen.

      Ganz besonders günstig sind die Züge des Systems iDTGV: jede einfache Fahrt kostet hier 19 Euro und ist im Sommer bis zu sechs Monate und sonst bis zu vier Monate im voraus buchbar. Auch diese Tickets sind tauschbar, allerdings zu einer Kostenpauschale von zehn Euro.

      Auch ein Nachtfahr-Angebot gibt es: Die Lunea-Züge kosten im Liegesitz ab 17 Euro, im Liegewagen ab 32 Euro.

    • Sparen beim Museumsbesuch
      Museumspässe sind die Renner unter Frankreichs Sparmöglichkeiten für Urlauber. Sowohl für Paris, als auch für andere Städte und Regionen gibt es diese Pässe, und man kann mit ihnen nicht nur richtig Geld sparen, sondern auch jede Menge Zeit. Wer jemals vor den Kassen des Louvres Schlange gestanden hat, weiss das zu schätzen. Allein in Paris kann man mit dem Pass über 70 Museen und Kulturdenkmäler besichtigen, darunter auch Versailles.

      Wer nach Südfrankreich fährt, für den ist der Riviera-Pass interessant, mit dem man Zutritt zu 65 Museen der ganzen Region gewährt bekommt.

      Auch länderübergreifende Pässe gibt es: Das Dreiländereck am Oberrhein bietet den Oberrheinischen Museumspass mit freiem Eintritt zu 180 Museen in Deutschland, Frankreich und der Schweiz an.

    • Sparpotential City-Pass oder Regionen-Pass
      Mit dem City-Pass bekommt man gleich mehrere Rabatte. Man kann viele Museen, Schlösser, Parks und andere Kulturdenkmäler zu reduziertem Eintrittspreis besuchen, dazu Konzertveranstaltungen, Oper und Theater. Ferner gibt es noch Rabatte in vielen Geschäften und Restaurants. Die meisten City-Pässe sind auch für den Nahverkehr gültig und Busse, Metro und Strassenbahnen sind zu reduzierten Preisen und bei manchen Pässen sogar umsonst nutzbar.

      Unter anderm gibt es City-Pässe für: Amiens, Angers, Avignon, Lyon, Marseille, Montpellier, Nantes, Paris, Rennes, Strasbourg, Toulouse

      Auch ganze Regionen haben Rabatt-Pässe im Angebot, manche sind sogar kostenlos: Für Lothringen gibt es den Lothringen Reisepass, mit zahlreichen Rabatten in der ganzen Region, auch für Museen.

    • Sparen bei der Unterkunft
      Auch in Frankreich kann man bei der Übernachtung Gled sparen, ohne deshalb gleich in einer dreckigen Absteige zu landen. Es gibt einige Ketten, unter deren Label preiswerte Unterkünfte gelistet sind.

      Die mittlerweile gut 300 Formule-1-Hotels in Frankreich findet man meist an Durchgangsstrassen oder am Rand von Gewerbegebieten, manchmal auch in der Nähe von Autobahnabfahrten. Zum Übernachten reicht das völlig, zumal die einfach und funktionell eingerichteten Zimmer nur selten mehr als 20 Euro kosten. Für einen längeren Urlaub sind sie nicht unbedingt die beste Wahl.

      Private Unterkünfte auf dem Land in fast allen Gegenden Frankreichs findet man bei Gites de France. Der Katalog klassifiziert die Zimmer oder Feienappartements mit einem klaren System von einfach bis sehr komfortabel. Startpreise findet man hier ebenfalls bei wenig mehr als 20 Euro pro Nacht.

      Logis de France ist ein Zusammenschluss von über 3000 kleineren französischen Hotels mit Restaurants. Der besondere Ansatz ist, dass man in diesen Familienhotels mit dem Erkennungszeichen gelber Kamin auf grünem Grund auch hervorragend und preiswert essen kann. Unterkünfte gibt es hier ab 25 Euro pro Person.

    Wie man beim Essen in Frankreich spart, verrät die nächste Folge unseres Frankreich-Sparführers.

    Tagged: Archive, Frankreich

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Ihre Email Adresse wird nicht veröffentlicht

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>
*