Zu Hotellegenden gehören immer auch spannende Geschichten. Und Extrawünsche der Berühmten, Mächtigen und Schönen aller Epochen. So ist in der Geburtsurkunde von Alexander II. von Jugoslawien als Geburtsort „The Claridge’s, Suite 212, London“ vermerkt. Um für das einzige Kind des jugoslawischen Exilkönigs Peter II. die Geburt auf jugoslawischen Grund und Boden zu ermöglichen, erklärte der damalige britische Premier Winston Churchill am 17. Juli 1945 die Suite 212 kurzerhand für einen Tag zum jugoslawischen Staatsterritorium. Unter dem Bett, in dem Alexander zur Welt kam, liess man jugoslawische Erde verstreuen. Heute hat der Thronfolger im Wartestand sowohl einen serbischen, als auch einen britischen Pass und nennt sich selbst Kronprinz Alexander II. von Jugoslawien.

Top-Lage inmitten Londons

Das Claridge’s liegt mitten in London, im Zentrum des Stadtgeschehens in Mayfair. Der Piccadilly Circus, der Buckingham Palace, die Westminster Abbey, das Parlament und Big Ben sind nur einen Steinwurf entfernt. Auch die grossen Shoppingviertel und Unterhaltungsmeilen sind nahe. Ideal geeignet ist das „Claridge’s“ auch für Kunstinteressierte, denn sowohl die Tate Modern, als auch die Saatchi-Gallery sind nahe. London-Highlights wie den Hyde Park erreicht mach mit einem entspannten Spaziergang genauso, wie die schicken Läden der Oxford und Bond Street. (Fotos zur Vergrösserung bitte anklicken!)

Treffpunkt des Hochadels

Jeder Zoll des Hotels scheint britische Tradition und Geschichte zu atmen und strahlt bis heute Glamour aus in seinem luxuriösen Art-Déco-Ambiente. Das 1854 eröffnete Hotel diente anfangs vorwiegend Mitgliedern der königlichen Familie als angemessenes City-Domizil. Angemietet wurde das Hotels damals gleich für ein halbes Jahr, um die Ballsaison auszukosten, danach zog man sich wieder auf seinen Landsitz zurück.

Zudem war die Hotelikone seit ihren ersten Tagen Treffpunkt für Mitglieder des europäischen Hochadels. Alle wichtigen Gäste wurden vom Buckingham Palace hier untergebracht. Im 20. Jahrhundert entdeckten Prominente das noble Haus als passende Location. Von Mick Jagger über Kate Moss, bis zu Madonna reicht die Liste illustrer Gäste, die hier schon feierten.

Zurückhaltende Eleganz

Das erste Hotel Mivart’s at Claridge’s wurde 1893 abgerissen, neu erbaut und 1998 am heutigen Platz neu eröffnet. Das Haus war ein typisches Kind seiner ausgehenden viktorianischen Zeit und hochmodern sogar mit einem Lift ausgestattet. Nach dem Ersten Weltkrieg änderte sich das Lebensgefühl, die Konventionen lockerten sich, Tempo zog ins Grossstadtleben ein. Die 1920er Jahre fegten wie ein Wirbelsturm vor allem durch die Metropolen und deren Unterhaltungsbetriebe. Dem neuen Geschmack trug Ende der 1920er Jahre die Umgestaltung im Art-Déco-Stil Rechnung. Licht und Glanz hielten Einzug.

Hinter der zurückhaltenden roten Backsteinfassade mit typisch britischem Understatement verbirgt sich gediegene Eleganz mit vielen Edelhölzern, viktorianischen Betten und dem Kamin, ohne den in Grossbritannien nichts geht. Bis heute sind noch die Hälfte der 203 Zimmer und Suiten im Art-Déco-Stil ausgestattet. Im „Claridge’s“ ist Fünfs-Sterne-Luxus nie aufdringlich, sondern – very british – immer zurückhaltend und wie selbstverständlich.

Zu so viel Stil gehören natürlich entsprechende kulinarische Hochgenüsse. Im „The Claridge’s“ sorgt dafür das Restaurant „Gordon Ramsay at Claridge’s“, das zu Londons teuersten Gourmettempeln gehört, obwohl es 2010 seinen Michelin-Stern verlor.

Wer im „The Claridge’s“ bereits seinen Londonaufenthalt geniessen durfte, wird Spencer Tracey zustimmen der meinte, wenn er schon sterben müsse, dann wolle er nicht in den Himmel kommen, sondern ins „Claridge’s“.

In der Serie „Hotellegenden“ stellen wir in unregelmässigen Abständen besonders berühmte Hotels dieser Welt vor. Im Teil 1 ging es um das Hamburger „Atlantic“, in Teil 2 ums Berliner „Adlon Kempinski“.

Alle Fotos: Claridge’s

Tagged: Archive, Grossbritannien

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