James-Bond-Fans aufgepasst! Das Imperial War Museum in London widmet sich zum 100. Geburtstag von Ian Fleming in einer Sonderausstellung dem Erfinder von 007.

In den Räumlichkeiten des Museums werden diverse Filmrequisiten gezeigt, darunter ein blutbespritztes Hemd, das Daniel Craig im letzten Bond-Film trug, und Auric Goldfingers Golfschuhe. Auch kann die interessierte Öffentlichkeit handgeschriebene Notizen des russischen Diktators Josef Stalin bestaunen. Fleming, der zeitweise als Journalist arbeitete, hatte diesen um ein Interview gebeten.

Doch die Ausstellung widmet sich nicht nur dem berühmten Agenten, sondern ebenso sehr seinem geistigen Vater, Ian Fleming. Dieser wird 1908 als Sohn eines wohlhabenden Offiziers in London geboren. Nach Abschluss der Eliteschule Eton schreibt er sich für die Militärakademie Sandhurst ein, die er jedoch bald wieder verlässt. In München und Genf studiert er Psychologie, bevor er zur Nachrichtenagentur Reuters wechselt und eine journalistische Laufbahn einschlägt. 1939 wird er ins Militär einberufen und zum persönlichen Assistenten des Marinegeheimdienstchefs. Vom Leutnant bringt er es bis zum Commander (dem Dienstgrad seiner späteren Romanfigur). 1944 reist er nach Jamaika zu einer militärischen Konferenz. Die Insel gefällt ihm so gut, dass er wenig später an der Nordküste ein Anwesen erwirbt, das er auf den Namen „Goldeneye“ tauft. Fortan verbringt er die Wintermonate auf der Karibikinsel; hier entstehen alle seine 13 Romane.

Geradezu frappant ist die Ähnlichkeit zwischen Ian Fleming und seinem James Bond. Flemings Steckbrief seiner Heldenfigur trifft ziemlich genau seinen eigenen: „Grösse 183 cm, Gewicht 76 kg, schlank, blaue Augen, schwarzes Haar, auf der rechten Wange eine senkrechte Narbe. Guter Sportler, ausgezeichneter Pistolenschütze, Boxer und Messerwerfer. Sprachen: Französisch und Deutsch. Starker Raucher. Leidenschaften: Alkohol (keine Exzesse) und Frauen.“ Ein gewaltiger Unterschied besteht allerding. Der Geheimagent mit der Lizenz zum Töten ist unsterblich, im Gegensatz zu Ian Fleming. Nach seinem zweiten Herzinfarkt stirbt er im August 1964 in einem englischen Krankenhaus.

Die Ausstellung dauert bis zum 1. März 2009.

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