Der Camden Market im Londoner Stadtteil Camden ist beliebtes Ziel vor allem jugendlicher London Visitors, aber auch Einheimischer. Der Brand hat Camden aber nicht wirklich zerstört. Wer aber auch mal andere Märkte besuchen möchte, der findet hier Alternativen.

Camden brennt!

(Foto: Keystone / Akira Suemori)

Sie gingen um die Welt, die Bilder vom Brand im Camden Market. Kein Wunder: Der riesige Markt im Norden von London ist seit drei Jahrzehnten eine Attraktion. Zehntausende Touristen aus aller Welt dürften hier Punk-Klamotten, Teenie-Mode oder bunte Souvenirs gekauft haben. Ausserdem waren es schockierende Bilder. Bilder, die nahelegten, halb Camden Town und sowieso sämtliche Marktstände lägen in Schutt und Asche. Gar nicht wahr, lesen wir auf der Webpage des Marktes. Offenbar wurde nur ein kleiner, isolierter Teil der riesigen Anlage zerstört. Der Rest sei, so heisst es, „very much open“. Die Botschaft lässt ahnen, dass die verbliebenen Standbetreiber um ihre Einnahmen fürchten. Es könnte allerdings sein, dass sich diese Furcht als unbegründet erweist. Pilgern doch laut londoner.blog.de jetzt schon Scharen Schaulustiger zur Brandstelle. Nicht zuletzt, um den Schaden am Stammlokal von Amy Winehouse, dem „Hawley Arms“ zu begutachten. Gut möglich, dass da schon bald das Geschäft mit Brand-Souvenirs boomt.

Wer Katastrophentourismus nicht mag, muss sich allerdings keine Sorgen machen: In der britischen Metropole findet er genügend weitere wunderbare Märkte für mehrere Wochenendausflüge (die meisten Flohmärkte bestehen unter der Woche aus ein paar kümmerlichen Ständen, erwachen aber am Wochenende so richtig zum Leben).

Sehr attraktiv und inzwischen trendiger als Camden ist Portobello Road. Der Markt gilt nicht nur als grösster Antiqitätenmarkt der Welt. Nein. Er liegt in Notting Hill, dem Quartier, das spätestens seit Film (1999) mit Julia Roberts weltbekannt ist. Wer hier ein Haus kaufen will, braucht ein rekordverdächtiges Budget. Dementsprechend gibt’s hier seit einiger nicht nur alte Möbel, sondern auch stilbildende Mode.

Mein persönliches Highlight ist der Brick Lane Market im East End. Einst war Brick Lane eine heruntergekommene Gegend. Am Trödlermarkt sah man Typen ihre Ware feilbieten, die an Gaunerfiguren aus einem Roman von Charles Dickens erinnerten. Wären nicht die zahlreichen, gut besuchten Curry-Restaurants der Inder und Bangladeshi am Strassenrand gewesen, hätte man sich dort nach Einbruch der Dunkelheit nicht sicher gefühlt. Doch die Zeiten haben sich geändert. Auch das East End ist ein Quartier der besser Betuchten geworden. Der Markt bietet am Sonntagmorgen nebst billigem Trödel auch echte Trouvaillen. Und nach dem Einkauf stärkt man sich am besten mit asiatischen Süssigkeiten aus dem Laden an der Ecke.

Ja, und wer noch mehr Zeit in London verbringt, findet hier weitere Märkte mit allem, was das Herz begehrt.

Tagged: Archive, Grossbritannien

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Ihre Email Adresse wird nicht veröffentlicht

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>
*