Flugzeugessen. iStock; Bill Grove.

Ich liebe gutes Essen. Und ich liebe es, in guten Restaurants ab und zu unvernünftig viel Geld auszugeben. Während des Essens zu sprechen, das mag ich gerne, doch übers Essen sprechen nicht besonders. Beim Fliegen spielt das Essen eine wichtige Rolle. Es ist allgemein bekannt, dass Airlines die Pro-Kopf-Kosten für Food und Beverage extrem tief halten. Billigairlines wälzen die Kosten sogar ganz auf die Passagiere über, bzw. verdienen daran noch. Trotzdem versuchen zahlreiche Fluglinien, sich über die Mahlzeiten und Getränke zu differenzieren.

Welche Emotionen löst Flugzeugessen bei euch aus? Ich stand diesem bisher immer recht gleichgültig gegenüber. Meistens kaufte ich vor dem Flug etwas Leckeres, worauf ich gerade Lust hatte. Es nervte mich, einen meiner besten Freunde (Pilot) dauernd über Flugzeugessen sprechen zu hören. Diese Einstellung änderte sich letzthin auf einem Flug von Zürich nach Bangkok: Der Sessel neben mir am Notausgang blieb frei und ich freute mich auf eine angenehme Reise, als kurz vor dem Türeschliessen völlig verschwitzt mit riesigem Handgepäck mein Sitznachbar hereinplatzte. Fürs Gepäckaufgeben kam er zu spät an und suchte darauf vergeblich die Passkontrolle, denn der Flughafen Zürich hatte kurz zuvor das Regime geändert und lotst seither alle Passagiere zuerst einmal durch den Security Check. Die Passkontrolle folgt je nach Destination erst danach.

Beim Servieren stellte sich heraus, dass mein Sitznachbar ein „Low Fat“ Special Menu bestellt hatte. Er mache das immer so, denn das Flugzeugessen sei nicht wirklich ein Festmahl, wobei ich ihm beipflichtete. Also nahm ich mir vor, von nun an ebenfalls Special Meals zu bestellen. Beim Buchen auf ebookers.ch wird man auch immer danach gefragt.

Seinem Beispiel folgend entschied ich mich für Low Fat, doch so einfach, wie ich mir das vorgestellt hatte, funktionierte es nicht. Auf dem Hinflug gabs ein stockfades Bland Meal. Was bedeutet denn bland? Bland erinnerte mich an blond und blond erinnerte mich an folgende Anekdote: Das Sprichwort „Morgenstund hat Gold im Mund“ wurde einmal auf Chinesisch übersetzt. Mehrere Jahre später wurde es auf Deutsch rückübersetzt. Das Resultat: „Zum Frühstück blonde Zähne“.

Nach dieser Bland Experience war ich auf den Rückflug gespannt. Und siehe da, beim Check-in wurde mir ein Soft-Food Meal versprochen. Mit meinen Zähne steht es zwar nicht zum besten, doch so schlecht sind sie auch wieder nicht. Ich verzichtete auf eine Reklamation, da ich sehen wollte, was es damit auf sich hatte. Und tatsächlich hätte ich mit genug Saugkraft alle Zutaten mit einem Strohhalm einnehmen können…

Nach der Landung machte ich mich schlau. Die Webseite von Austrian Airlines stellte sich als hilfreiche Quelle heraus. Sie enthält die offiziellen Food-Buchungscodes, damit in Zukunft nichts mehr schief gehen kann. Für mein Low Fat Special Meal reserviere ich seither den Code LFML (Fett- und cholesterinarmes Menü: fettarme Zutaten; viel frisches Gemüse, Salat und Obst). Mein Bland Meal stellte sich als BLML oder Leichte Vollkost heraus: Schonkost bestehend aus frischem, rohen Obst und Gemüse sowie Fisch, milden Käsesorten oder gedämpftem Gemüse; rohes Fleisch und starke Würzung werden vermieden.
Und ein Soft-Food Meal für meine immaginären Magengeschwüre (nicht die Zähne!) habe ich auch noch gefunden, denn mein Rückflug war von Japan aus.

Für den nächsten Flug wünsche ich guten Appetit!

Tagged: Archive, Japan, Länder, Thailand

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