Gute, oder auch weniger gute Reiseführer über Irland gibt es zuhauf. Mein Lieblingsreiseführer ist der Lonely Planet, mit ihm entdecke ich immer wieder wunderschöne Orte, günstige Hostels und tolle Pubs auf der Grünen Insel. Aber als Lektüre für einen verregneten Nachmittag finde ich diese Art von Reiseführer dann doch nur bedingt spannend.

w.b
William Butler Yeats (Foto: Keystone)

Literatur geniessen und dennoch etwas über Irland zu erfahren, und vielleicht auch Inspiration für den nächsten Ausflug zu bekommen, ist hingegen mehr nach meinem Geschmack.

Einer der Klassiker der Reiseliteratur über Irland ist sicherlich Heinrich BöllsIrisches Tagebuch“. In seinem 1957 veröffentlichten Werk beschreibt Böll halb dokumentarisch, ergänzt mit kleinen Geschichten und Anekdoten, seine Reise durch das Irland der 50er Jahre, damals noch das Drittweltland Europas. Trotz der Armut findet er Gastfreundschaft und eine atemberaubende Landschaft, schwermütige, aber herzliche Menschen.

Wer die mystische Landschaft Irlands durch die Augen eines irischen Schriftstellers entdecken will, kann sich in die Werke von William Butler Yeats vertiefen. Der 1865 in der Nähe von Dublin geborene Sohn eines Malers hatte ein gutes Gespür für die Poesie und Schönheit der irischen Landschaft und hat diese in vielen Gedichten eingefangen. Alain Le Garsmeur und Bernard McCabe haben in ihrem Buch „Images of Ireland“ die schönsten Gedichte und Auszüge aus Yeats’ Texten zusammengestellt und mit herrlichen Aufnahmen bebildert.

An die ganz grosse Literatur wagt sich, wer „Ulysses“ von James Joyce als Stadtführer für Dublin zur Hand nimmt. Joyce stellte sein berühmtestes Werk schon 1914 fertig, aber erst 1922 veröffentlichte ein Verlag das als unübersetzbar geltende Buch. Ich muss gestehen, gelesen habe ich dieses äusserst anspruchsvolle Stück Weltliteratur nicht. Dafür habe ich schon an einer Stadtführung durch Dublin, oder wohl eher „Pubtour“ (inklusive des einen oder anderen Pint of Guiness…) am Bloomsday teilgenommen, der jedes Jahr am 16. Juni zu Ehren des Protagonisten Leopold Bloom gefeiert wird. Und wenigstens so einen indirekten Beitrag zu meiner literarischen Weiterbildung geleistet.

Tagged: Archive, Irland

Kommentare

  • R. Bucher

    Das ist mal eine andere Art von Reiseliteratur.
    Du hast aber Ernest Hemingway vergessen, der war ebenfalls viel unterwegs und man kann sagen, dass seine Erfahrungen (v.a. aus dem spanischen Bürgerkrieg) wirklch wichtig sind.

    20. Dezember 2007 at 09:01
  • Dusan Milakovic

    Lieber R.Bucher. Bei diesem Post geht es um das Thema Irland. Wir werden jedoch sicherlich auch einmal über Hemingways Erinnerungen etwas bringen. Hoffentlich ohne Krieg…

    24. Dezember 2007 at 09:02

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