Die Region um Treviso, etwa 30 Kilometer nördlich von Venedig, kann im nächsten Jahr mit vielen Touristen rechnen: Denn ab Januar 2010 wird die Region alleiniger Produzent von „echtem“ Prosecco.

Bisher ist es so: Kann man sich keinen Champagner leisten, stösst man mit dem billigerem Prosecco an – diesen gibt es in bunten Flaschen, in Dosen und sogar aus dem Zapfhahn (!). Der kommende Silvester wird aber der letzte Abend sein, an dem wir bei Prosecco die bunte Auswahl haben. Denn ab dem 1. Januar wird alles anders:

Dann müssen sich nämlich alle bisherigen Prosecco-Anbieter einen neuen Namen suchen, und „Prosecco“ darf nur noch jener Traubensaft heissen, der aus der norditalienischen Region Treviso stammt. Auch dürfen nur noch Flaschen einer bestimmten Farbe verwendet werden. Auf diesen steht dann das Gütesiegel „Prosecco DOC“. Stammt der prickelnde Saft aus dem Hügelland zwischen Valdobbiádene und Conegliano, wo die besten Prosecco-Spumanti herkommen, erhält er den Zusatz DOCG (Denominazione di origine controllata e garantita). Die Erzeugung des Original-Prosecco dürfte sich laut dem „Handelsblatt“ auf knapp 20 Millionen Flaschen einpendeln. Bislang wurde unter diesem Namen mehr als das Zehnfache verkauft.

Nun stellt sich für die Anbieter von „falschem“ Prosecco die Frage, wie sie ihr Produkt künftig nennen wollen. Viele scheinen die Antwort schon gefunden zu haben: „Secco“. Das hört sich schliesslich immer noch wunderbar italienisch an. Und selbst Paris Hilton wird sich für ihre Marke „Rich Prosecco“ wohl einen neuen Namen einfallen lassen müssen.
Paris_Hilton
Foto: Keystone; Volker Dornberger

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