Mein eigentliches Reiseziel waren die Liparischen Inseln, die sich nördlich von Sizilien befinden. Da diese keinen Flughafen besitzen, muss man einen kleinen „Umweg“ über Sizilien in Kauf nehmen, von wo aus man mit der Fähre übersetzen kann. Ein schöner Umweg, wie ich fand.

Ich flog nach Catania, nach Palermo die zweitgrösste Stadt Siziliens, und hatte einen Tag Zeit, den rund 300.000 Einwohner zählenden Ort zu erkunden. Vom Flughafen bringt einen die Buslinie 457 des Unternehmens AMT in die Innenstadt – und das für nur einen Euro! Das Ticket kann man allerdings nicht beim Fahrer kaufen; man muss es vorher im Kiosk des Airports erwerben. Der Bus fährt alle 20 Minuten und, zumindest nach meiner kurzen Erfahrung, auch recht pünktlich. Damit kam ich schnell und günstig ich in die Stadt.
Wie sich das für eine italienische Stadt gehört, ist Catania recht laut und belebt, immerzu sausen Verspa-Roller an einem vorbei. Erstmal tief einatmen, sich dran gewöhnen, drauf einlassen – dann kann man’s geniessen.
Ich übernachtete im Hotel „Villa Romeo“, das ich wärmstens empfehlen kann. Es ist super zentral gelegen und besticht vor allem durch sein wirklich herzliches Personal. Ich hatte mehrere Fragen bezüglich meiner Weiterreise, und man hat mir an jeder Stelle weitergeholfen, Telefonate für mich geführt und mir auch wertvolle Tipps für die Erkundung Catanias gegeben:

Belebter Treffpunkt der Stadt ist die Piazza Duomo, die mir vor allem wegen ihres Wahrzeichens, dem etwas linkisch wirkenden Elefantenbrunnen gefiel.
Piazza_Duomo
Die Stufen des Elefantenbrunnens sind ein beliebter Treffpunkt im Zentrum Catanias. Alle Fotos: Katja Schönherr

Am Platze befindet sich auch die Kathedrale, welche der Heiligen Agata, der Schutzpatronin der Stadt, geweiht ist. Die ursprüngliche Kirche wurde Ende des elften Jahrhunderts als normannische Wehrkirche erbaut. Im Zuge eines Erdbebens 1693 wurde die Kirche nahezu vollständig zerstört und dann im damals beliebten Barockstil wiederaufgebaut. Überhaupt – die Stadt hat heute zahlreiche Barockgebäude zu bieten, die sie alle den Wiederaufbau-Bestrebungen nach diesem verheerenden Erdbeben „verdankt“. Das Innere der Kathedrale ist zwar reich an Verzierungen, prahlt aber nicht so mit Gold und anderen reichen Farben, wie man es von Barockkirchen vielerorts kennt. Auch einige Überreste der alten Wehrkirche kann man, etwa im Boden, noch entdecken. Zudem befindet sich im Inneren die Grabstätte des in Catania geborenen Komponisten Vincenzo Bellini.

Vom Domplatz kann man in eine Bimmelbahn für Touristen einsteigen und sich durch die Gegend kutschieren lassen. Wer zu Fuss weitermacht, sollte einmal die Via Etnea entlangschlendern. Sie ist die Hauptstrasse von Catania – und eine beliebte Einkaufsmeile, auf der sich alle gängigen Marken mit eigenen Läden präsentieren. Drei Kilometer zum Shoppen! Und wenn man gerade nicht in einem Laden hängengeblieben (und der Himmel klar) ist, kann man von hier aus den Ätna bewundern, auf den die Strasse geradewegs hinführt. Der Vulkan, 3’323 Meter hoch, dürfte für viele der Hauptgrund eines Sizilien-Besuchs sein. Während man sich „unten“ am Strand sonnen kann, kann man „oben“ Skifahren.
Von Catania aus fahren zahlreiche Busse zum Ätna. Dafür blieb mir leider keine Zeit. Ich schaffte nur noch einen Abstecher zum beeindruckenden Amphittheater (wegen zeitweiser griechischer Besiedelung ist Sizilien reich an antiken Bauwerken wie Tempeln und Amphittheatern, die beispielsweise in Giardini Naxos oder Syrakus zu bewundern sind), das immerhin 7’000 Plätze fasst. Anschliessend gönnte ich mir ein wunderbares Abendessen im „A.N.D“ in der Via Vittorio Emanuele 38. Schlicht eingerichtet, nette Kellner, angenehme Preise – und fangfrischer Fisch.
Ah, und fast hätte ich’s vergessen. Erste Station meines Catania-Tags war am Morgen natürlich der Fischmarkt. Eigentlich ist dieser sogar die wichtigste Sehenswürdigkeit der Stadt.

Tagged: Archive, Italien

Kommentare

  • etnadoc

    Hallo, bei einem Sizilien besuch sollte man unbedingt einen Ausflug auf dem Ätna machen.
    Mit eigenem Auto, oder am besten mit Geländewagen und Fahrer/Reiseführerperson.
    Kostet so 50 Euro. Gruesse

    26. November 2010 at 11:05

Schreibe einen Kommentar

Ihre Email Adresse wird nicht veröffentlicht

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>
*