Guimarães in der portugiesischen Provinz Braga liegt am Fusse der Serra da Penha und darf sich – zusammen mit dem slowenischen Maribor – als „europäische Kulturhauptstadt 2012“ bezeichnen. Mit ihren nur rund 60’000 Einwohnern ist Guimarães eine der kleinsten Städte, der diese Ehre zuteil wurde. Guimarães gilt als Wiege Portugals; schliesslich wurde hier Afonso Henriques, der spätere König Alfonso I., um 1109 geboren. Als er die Mauren besiegte, erreichte er 1143 die Unabhängigkeit der damaligen Grafschaft Portucale von Spanien. Stolz verkündet es bis heute eine Aufschrift auf der Stadtmauer: „Acqui nasceu Portugal (Hier wurde Portugal geboren)“.

Ideal um einen ersten Eindruck von Guimarães zu bekommen ist eine Fahrt mit der Seilbahn Teleférico da Penha auf den Berg Penha, von dem aus man einen fantastischen Ausblick auf Guimarães, die Altstadt, den Burghügel und den Herzogspalast geniesst.


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Seit 2001 gehört die Altstadt zum UNESCO-Weltkulturerbe. Diese besonders schön restaurierten Strassenzüge laden zum Bummeln ein. Geniessen kann man das bunte Altstadttreiben zudem in kleinen Cafés und Restaurants, urige kleine Läden verführen zum Stöbern. Beliebtester Feierabendtreffpunkt ist die Praça da Oliveira, der Olivenbaumplatz. Abends versammeln sich dort immer Künstler, die etwas darbieten, und Menschen die bei allen denkbaren Arten von Kleinkunst und Kultur den Feierabend geniessen. Guimarães besitzt ein reiches Kulturleben, und im Feierjahr 2012 hat man einen wahren Kraftakt vor mit einem Etat von 118 Millionen Euro, der nur zu 15 Prozent aus EU-Mitteln stammt.
Das ehrgeizige Programm für 2012 sieht mehr als 500 Veranstaltungen vor, darunter Konzerte, Vorträge, Ausstellungen, Film- und Theateraufführungen sowie Strassenshows. Zu Diskussionsreihen haben sich sowohl der französische Filmregisseur Jean-Luc Godard als auch der peruanische Literatur-Nobelpreisträger Mario Vargas Llosa angesagt.

Sehenswürdigkeiten von Guimarães:

1. Paço dos Duques de Bragança
Der Herrscherpalast wurde von Alfonso von Bragança ab 1420 erbaut. Der Palast samt seinem prächtigen Rittersaal gehört zu den prunkvollsten Residenzen auf der ganzen iberischen Halbinsel mit seinen 39 hohen Ziegelkaminen. Ab dem 16. Jahrhundert wurde der Hof nach Vila Viçosa verlegt und nur noch selten benutzt.

2.Castelo de Guimarães
Foto: WikimediaCommons; Lufer2000.

Meilenweit ist er zu sehen, hoch oben über der Stadt, der gewaltige Bergfried der Burg von Guimarães dominiert. Die Burg wurde im 10. und 11. Jahrhundert erbaut, zum Schutz der Stadt vor Angreifern. Im 12. Jahrhunderthat man sie die zu einem Palast mit Arsenal umgestaltet. Hier wurde der spätere erste König von Portugal geboren wurde. Die Burg gilt seit 1910 als Nationaldenkmal. Vom Burghügel hat man einen weiten Blick über die Stadt.

3.Mosteiro de Nossa Senhora da Oliveira

Foto: WikimediaCommons; Varun Shiv Kapur.

Das Kloster ist im 10. Jahrundert gegründet worden. Die Zeiten überdauert hat die gotische Stiftskirche mit Kreuzgang und Kapitelsaal aus der Romanik. Die Klosterkirche wurde von König Afonso Henriques gestiftet.

4. Antigos Paços do Concelho
Gegenüber der Stiftskirche steht das alte Rathaus, ein Gebäude im Emanuel-Stil aus dem 16. Jahrundert. Das Erdgeschoss ziert eine Galerie mit Spitzbögen aus dem 14. Jahrhundert; dort ist ein kleines Museum naiver Kunst untergebracht.

5. Kirche São Francisco
Die anfang des 15. Jahrhunderts erbaute Kirche wurde zwei Jahrhunderte später umgebaut und erhielt damals ihr heutiges Aussehen. Portal und Chorhaube hinter dem Hochaltar haben noch ihr ursprüngliches gotisches Aussehen. Der barocke Altar aus vergoldetem Holz ist mit Azulejos verziert.

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