„Wer Madagaskar kennt, kennt die Welt“, heisst es auf der Insel vor der Südostküste Afrikas. Und ganz falsch ist das wirklich nicht. Denn die Insel im Indischen Ozean ist immerhin doppelt so gross wie Deutschland, 15-mal so gross wie die Schweiz und mit einer schier unglaublichen landschaftlichen Vielfalt gesegnet. Das brachte dem nach Indonesien weltweit zweitgrössten Inselstaat den Ruf eines Kontinents im Kleinen ein. Besiedelt ist die Insel aber nur sehr dünn, 20 Millionen Menschen leben hier, ein buntes Völkergemisch mit malaiischen, arabischen und afrikanischen Wurzeln und einer eigenen Sprache, dem Malagasy aus der austronesischen Sprachfamilie.


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Madagaskars einmalige Flora und Fauna ist zu grossen Teilen endemisch. So gibt es die Lemuren nur auf Madagaskar, viele verschiedene Chamäleonarten, verschiedenste Schildkröten und mehr als 50 verschiedene Feuchtnasenaffen. Fast monatlich werden neue, nie gesehene Tier- und Pflanzenarten entdeckt, besonders in den Regenwäldern im Inselosten.

Süss, oder? Ein Lemur. Foto: WikimediaCommons; Frank Vassen.

Ein Chamäleon auf Sainte Marie. Foto: WikimediaCommons; JialiangGao.

In vielen unzugänglichen Teilen dieses Inselkontinents leben noch ganze Volksstämme in völliger Abgeschiedenheit. Über hundert Nationalparks und Naturschutzgebiete bewahren diese einzigartige Natur. Madagaskars wohl schönstes Schutzgebiet ist der zum UNESCO-Weltnaturerbe gehörende Nationalpark Tsingy de Bemaraha im Westen der Insel. Seinen Namen hat er von den bizarren Kalksteinformationen, den Tsingys.

Das Inselinnere von Madagaskar ist geprägt vom bis zu 2’900 Meter hohen Hochland Hauts Plateaux, das von Norden nach Süden über die Insel verläuft und fast die halbe Inselfläche einnimmt. In den subtropischen Bergregionen Madagaskars gibt es viel zu entdecken, von Tropenwäldern über Trockensteppen bis zu Wüsten reichen die Landschaftsformationen des Hochlands. Die schönsten Naturschutzgebiete im Hochland sind Montagne d’Ambre im Norden, Andasibe im Osten, Ranomafana und Isalo im Süden.

Gut zugänglich für Touristen ist das Hochland von der Hauptstadt Antananarivo aus, die mitten im Bergland liegt.

Die quirlige Hauptstadt. Foto: WikimediaCommons; Bernard Gagnon.

Die im ersten Viertel des 17. Jahrhunderts gegründete Stadt hiess einst Tananarive, ist umgeben von zwölf Königshügeln und inmitten weiter terrassierter Reisfelder gelegen. Die quirlige Millionenmetropole ist wirtschaftliches und kulturelles Zentrum der Inselrepublik. Der 1995 abgebrannte hölzerne Rova-Palast wird derzeit mit UNESCO-Hilfe wieder aufgebaut, doch die Kulturschätze und Dokumente zur Inselgeschichte sind unwiederbringlich verloren.

Bei fast 5’000 Küstenkilometern hat Madagaskar natürlich auch wunderschöne Tropenstrände im Wechsel mit dichten Mangrovenwäldern zu bieten. Für die Badeferien locken kilometerlange, palmengesäumte Sandstrände, Korallenriffe mit farbiger Unterwasserwelt für Taucher. Badeparadiese sind auch vorgelagerte Inseln wie Nosy Be und Sainte. Marie.

Nosy Be, die Partyinsel im Nordwesten Madagaskars, ist ein beliebtes Ferienziel mit den Schwesterinseln Nosy Mitsio, Nosy Tanikely und Nosy Komba. Selbst Kreuzfahrtschiffe machen hier Station.

Sonnenuntergang auf Nosy Komba. Foto: WikimediaCommons; Susi4.

Neben den reinen Badeferien gibt es aber noch viel zu entdecken: geheimnisvolle Kraterseen und versteckte Buchten, dazu Vanille- und Ylang-Ylang-Plantagen, die diese Gewürzinsel mit einem ganz feinen Duft überziehen. Nosy Be rühmt sich dazu die höchste Disco-Dichte im Indischen Ozean zu haben.

Sainte Marie liegt im Nordosten  vor Madagaskar und ist eine Insel mit dem Flair des alten Piratenschlupflochs. Sie lässt sich prima mit dem Mountainbike erkunden. Versteckte Wasserfälle, einsame, malerische Buchten und ein veritabler Piratenfriedhof warten auf Entdeckung.

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