Das der Halbinsel Yucatán vorgelagerte Korallenriff ist nach dem Great Barrier Reef in Australien das zweitgrösste der Welt. Wer aber nur im offenen Meer taucht, verpasst etwas, das erfahrene Taucher als „das Beeindruckendste unter Wasser“ bezeichnen – das Höhlentauchen in den so genannten Cenotes.

Cenotes

(Foto: themadtraveleronline.com)

Yucatán an der Ostküste Mexikos besteht durchwegs aus porösem Kalkgestein. Wenn es regnet, sickert das Wasser durch die Erdoberfläche und bildet so unterirdische Flüsse und Seen. An einigen Stellen ist die Kalkschicht durch Unterspülung so dünn geworden, dass sie über den Gewässern eingebrochen ist und riesige Hohlräume entstanden sind. Diese Einbrüche werden Cenotes genannt und sind Tore zu einzigartigen Unterwassersystemen. Bis heute wurden fast 2000 dieser Wasserlöcher wissenschaftlich erfasst. Es wird aber angenommen, dass erst ungefähr die Hälfe der Höhlensysteme Yucatáns bekannt ist.

In den Höhlen wird in einer Tiefe von neun bis fünfzehn Metern getaucht. Das ist nicht viel, aber das Ungewohnte am Cenote-Tauchen sind vor allem die engen Durchgänge, die passiert werden müssen, die ständige Dunkelheit und die recht frischen Temperaturen von etwa 24 Grad. Aber was man sieht, grenzt an eine Wunderwelt: Die Stalagmiten und Stalaktiten erinnern an Zuckerbäckerei, filigrane, aber doch mächtige Bauwerke, man scheint in einer unwirklichen Welt zu sein, wo die Tropfen der Stalaktiten in den dunklen Seen wie gigantische Feuerwerke ertönen. Ganz ungefährlich ist es nicht, weil man sich in den weit verzweigten Systemen schnell verirren kann. Darum also nur mit Guide tauchen; sie kennen die Cenote wie ihre Westentasche.

Zu den schönsten Cenotes gehören folgende Systeme:

Dos Ojos: 1 km südlich von Xel-Ha im Dschungel gelegen, atemberaubende Beleuchtung durch die „beiden Augen“, durch die das Tageslicht in die Höhle fällt.

Taj Mahal: 6 km westlich von Puerto Aventuras, spezielle Atmosphäre durch die so genannte Halokline (Grenzgebiet zwischen Süss- und Salzwasser, wo keine Vermischung der beiden Schichten stattfindet).

Grand Cenote: Zwischen Tulúm und Coba, mit glänzend weissen Gesteinsformationen und riesigen Hallen, gilt als eines der schönsten Höhlensysteme.

Cenote Zaci: Im Stadtzentrum von Valladolid, 50 m tief mit 80 m Durchmesser, seltene Fischarten, Restaurant.

Cenote Dzitnup: 7 km südwestlich von Valladolid, mit einer winzigen Öffnung, durch die um die Mittagszeit Tageslicht einfällt, eine der meist fotografierten Cenotes in Yucatán. Spaziergänge im Höhlensystem möglich.

Cenote Azul: 35 km nordwestlich von Chetumal, eine der grössten und tiefsten Höhle, türkisblauer, 90 m tiefer See mit 200 m Durchmesser, mit Bademöglichkeit und Restaurant.

Cenote Aktun Chen: 15 km nördlich von Tulúm, gilt als Mekka aller Höhlen- und Grottentaucher, sichtbare Baumwurzeln.

Eine ausführliche Liste und Bilder von anderen Cenotes findet ihr hier.

Tagged: Archive, Mexiko

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