Mit einem Tag Verspätung hatten wir es dann doch noch nach Kathmandu geschafft. Alles in allem hatte sich der Air-India-Streik zum Glück nicht gross auf unsere Reise ausgewirkt. Frühmorgens landeten wir in Kathmandu. Unser Reiseführer holte uns direkt vom Flughafen ab, und unser Programm startete sogleich mit einer Stadtrundfahrt. Später am Tag erfuhren wir, dass unsere Maschine eine der letzten war, die in Kathmandu landete. Die Wetterverhältnisse können sich hier am Fusse des Himalayas sehr schnell verändern. Das haben wir also noch einmal doppelt Glück gehabt.

Vom Flughafen aus ist es nicht weit zum ersten Höhepunkt des Tages, dem Pashupatinath Tempel. Im 5. Jahrhundert errichtet, liegt der Tempel am heiligen Fluss Bagmati. Es handelt sich hierbei um einen der wichtigsten Hindu-Tempel in Nepal, er zählt zum UNESCO Welterbe.

Wir werden auch Zeuge von zwei Verbrennungen: Familienangehörige erweisen den Toten die letzte Ehre. Von Weitem beobachten wir die Szenerie. Am Fluss aufgebahrt, wird eine männliche Leiche verbrannt. Daneben wäscht eine Gruppe von männlichen Familienmitgliedern die Füsse der verstorbenen Grossmutter, ein Schritt in der Reinwaschung des Körpers. Selbstverständlich fühlen wir uns nicht sehr wohl, bei einer Bestattung zuzusehen. Unser Führer versichert uns aber, dass dies in ihrer Kultur kein Problem sei. Dennoch, wir halten grossen Abstand.

Schon geht es weiter zum nächsten Höhepunkt: Boudhanath, die grösste Stupa in Nepal. Auch die Stupa gehört zum Weltkulturerbe. Wir essen hier auf dem Dach eines der umliegenden Häusern zu Mittag und geniessen die Stimmung und die Ruhe, die diese Anlage umgibt.

Dann geht es weiter in die Stadt Bhaktapur, ein altes Städtchen ausserhalb Kathmandus. Im Kathmandu-Tal gab es früher drei Königsstädte, nachdem die Söhne des Königs das Tal unter sich aufgeteilt hatten. Die Aufteilung bescherte den Einwohnern drei Paläste, drei prunkvolle Innenstädte und viele Prunkbauten, mit welchen sich die Söhne gegenseitig profilieren wollten.

Bhaktapur ist eine dieser drei Städte; der alte Stadtteil ist noch immer äusserst gut erhalten. Wir nehmen mit unserem Führer die Route durch den nicht-touristischen Teil der Stadt und gelangen dann am Ende zu den Prunkbauten aus Stein und geschnitztem Holz. Auf dem Weg dorthin wird für uns zum ersten Mal wirklich ersichtlich, wie arm das Land ist. Strom ist nicht überall und nicht immer verfügbar. Das Wasser wird an einer zentralen Stelle geholt und nach Hause getragen. Dieser Teil der Stadt war um einiges aufschlussreicher als die Tempel und Paläste der Innenstadt. (Fotos zur Vergrösserung bitte anklicken!)

Am Ende des Tages wird es wieder ein wenig erfreulicher. Wir fahren zur nahegelegenen Stadt Nagarkot hinauf. Auf rund 1200 M.ü.M. beenden den Tag mit einem atemberaubenden Sonnenuntergang mit Blick auf den Himalaya.

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