Endlich Frühling! Die Sonne scheint wärmend, und die Natur verfällt einem ersten Rausch von Farben und Blüten.

Frühlingsgefühle dieser Art verortet man gemeinhin eher in Regionen südlich der Alpen. Doch auch im Norden gibt es wahre Frühlingsparadiese. Zum Beispiel die Niederlande. Das Land der Grachten und Windmühlen ist auch eines der prächtigsten Blumenparadiese überhaupt. Millionen von Tulpen, Narzissen und anderen Zwiebelblumen machen Holland zu einem blühenden Frühlingstraum.

Besonders der legendäre Keukenhof präsentiert seit ein paar Tagen dem staunenden Besucher, was ein Blumenmeer wirklich ist. Auf 32 Hektar in der historischen Parkanlage bei Lisse im Südwesten von Amsterdam blühen alljährlich 4,5 Millionen Tulpen in mehr als hundert Arten, Farben und Formen.

Dort, wo sich heute der Keukenhof befindet, wurde im 15. Jahrhundert gejagt. An dieser Stelle sammelte man ausserdem Kräuter für die Küche von Jacoba von Bayern. Daher stammt auch der Name Keukenhof (Küchenhof). Auf Initiative des damaligen Bürgermeisters von Lisse und einiger führender Blumenzwiebelzüchter und Exporteure wurde 1949 zum ersten Mal eine Blumenausstellung im Freien organisiert. In den vergangenen 60 Jahren ist der Keukenhof zu einer der wichtigsten Attraktionen der Niederlande geworden, die bereits von fast 45 Millionen Menschen besucht wurde. Bei der 60. Ausgabe im vergangenen Jahr wurde mit 850’000 Besuchern ein neuer Rekord erzielt.

Prinzessin Máxima der Niederlande und Swetlana Medwedewa, die Frau des russischen Präsidenten, eröffneten am 17. März die diesjährige „Internationale Blumenausstellung Keukenhof“ in Lisse. „From Russia with Love“ heisst das diesjährige Thema des berühmten Blumenparks. Er ist nun bis zum 16. Mai für die Öffentlichkeit zugänglich.

Mit dem Thema Russsland bezieht sich die Blumenausstellung in Lisse auf ein Land, das in den nächsten Jahren in erheblichem Masse zu den Touristenströmen, die die Niederlande besuchen, beitragen wird und das ein potenzielles Exportland für die niederländischen Blumenzwiebeln ist.

Ausserdem wird der Keukenhof noch umfassender erlebbar: Mit der neu entwickelten Discovery-Tour können die grossen und kleinen Besucher den Park mithilfe moderner audiovisueller Kommunikationsmittel kennenlernen und alles über die Geschichte vom Keukenhof hören und sehen. Praktische Auskünfte über den Park, die Pavillons und Restaurants, den Kinderspielplatz, die Mühle und die Bootsfahrt an den Blumenzwiebelfeldern entlang stehen jederzeit und überall im Keukenhof zur Verfügung. Daneben können Beiträge von Landschaftsarchitekten und Gärtnern abgespielt werden. Die Tour umfasst eine Stunde Audiostücke, Fotos, Videos und Interviews.

Wer den Frühlingspark besucht, um Inspirationen für den heimischen Garten zu sammeln, sollte sich die sieben Inspirationsgärten nicht entgehen lassen. Vom gemütlichen „Liebhabergarten“ mit viel Platz zum Sitzen über den modernen, spielerischen „Stadtgarten“ ist für jeden Lebensstil das Passende dabei. Exotische Inspirationen bieten zwei Modellgärten nach russischem Vorbild. So wurde der Garten „Aussenzimmer“ von dem russischen Gartenmagazin „NC“ entworfen: Viele folkloristische Elemente zieren die Anlage, und das Gartenhäuschen scheint aus einem russischen Märchen zu stammen. Hier erlebt ausserdem die schwarze Tulpe „Baba Yaga“ ihre niederländische Premiere.

Weitere spannende Zierpflanzen präsentieren Arrangeure und Floristik-Künstler in drei speziell entworfenen Pavillons. Sie arbeiten dabei sowohl mit bekannten Blumen, als auch mit überraschenden, exotischen Pflanzengestecken. Dieses Jahr gibt es 16 permanente und wechselnde Innenausstellungen. Hier bestaunen die Besucher unter anderem Chrysanthemen, Rosen, Narzissen, Orchideen, Amaryllis, blühenden Sträucher und natürlich auch Tulpen in allen Formen und Farben.

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