Ein Spaziergang auf den Spuren des grossen Jugendstilkünstlers Gustav Klimt führt zu einigen der grössten Sehenswürdigkeiten österreichischen Hauptstadt Wien.

Hier eine Spazier-Route für Kunstinteressierte:


Größere Kartenansicht

1.) Das Geburtstshaus von Gustav Klimt  (1862-1918) in der Linzer Strasse gibt es längst nicht mehr. Daher beginnt unser  Rundgang auf den Spuren Klimts mit dem Wiener Burgtheater an der Ringstrasse. Wiens Prachttheater wurde von den Ringstrassenarchitekten Karl Hasenauer und Gottfried Semper errichtet und 1888 eingeweiht. Nicht nur ein monumentaler Prachtbau war Wiens neuer Musentempel, sondern auch ein technisches Wunderwerk: Niemals zuvor war ein so grosser Bau vollständig mit elektrischer Beleuchtung ausgestattet worden.

Das Wiener Burgtheater. Alle Fotos: Keystone; Gaetan Belly.

Gustav Klimt, der zusammen mit seinem Bruder Ernst und Franz Matsch die „Künstlerkompanie“ gegründet hatte,  erschuf mit seinen Kollegen die imposanten Deckengemälde der beiden Treppenhäuser. Kaiser Franz Joseph war davon so begeistert, dass er die Maler der Künstlerkompanie mit dem Goldenen Verdienstkreuz auszeichnete.

2.) Weiter geht es auf der Ringstrasse – gern zu Fuss oder mit dem Tram – in Richtung Kunsthistorisches Museum. Über Wiens Prachtboulevard zu bummeln, lässt viel von dem Ambiente und der Atmosphäre erspüren, in dem Klimts Jugendstilkunst erstand.

Das Kunsthistorische Museum wurde von Gottfried Semper und Karl Hasenauer erbaut und 1891 fertiggestellt. Mit seiner Künstlerkompanie gestaltete Klimt hier die Flächen zwischen den Bögen und Säulen des Treppenhauses.

Das Kunsthistorische Museum.

3.) Nicht weit ist es zum 2001 eröffneten Museums-Quartier, einem ganzen Kulturbezirk, der in den barocken kaiserlichen Hofstallungen untergebracht ist, die um einige Museumsbauten erweitert wurden. Der rund 80’000 Quadratmeter grosse Komplex beherbergt heute das Leopold-Museum, das Museum Moderner Kunst (MUMOK), die Wiener Kunsthalle, das Tanzquartier, das Kindermuseum und die Festivalhallen – dazu Cafés und Bars bunte Sitzbänke, die zum Verweilen einladen.

Lümmeln im Museumsquartier.

Das nach seinem Stifter benannte Leopold-Museum zeigt eine der grössten Sammlungen der Werke Egon Schieles, des neben Klimt bekanntesten Jugendstilkünstlers der Wiener Szene. Neben den Hauptwerken Schieles finden sich auch bedeutende Arbeiten von Gustav Klimt im Leopold-Museum.

Das Leopold-Museum.

4.) Vom Museumsplatz geht es weiter an der Secession (darüber habe ich in Teil 1 dieser Serie geschrieben) vorbei zum Karlsplatz. Hier befinden sich gleich mehrere Sehenswürdigkeiten, die mit der Wiener Secession und Gustav Klimt im Zusammenhang stehen. Es beginnt mit dem prächtigen Stationsgebäude der Wiener Stadtbahn, das Otto Wagner 1900 erbaute. Das Innere ist bis heute mit den für die Epoche typischen floralen Ornamenten und dem üppigen Goldschmuck ausgestaltet.
Fast benachbart ist das Künstlerhaus, die Institution, von der sich Klimt und die Grippe Wiener Secession abgespalten hatte. Auch das Wien Museum – einst „Historisches Museum“genannt – beherbergt eine Reihe sehenswerter Werke von Gustav Klimt

5.) Vom Karlsplatz geht es in die Wiener Unterwelt und mit der U-Bahn zur Station Stubentor. Wieder an der Oberfläche geht es zur Ringstrasse. Der wuchtige Backsteinbau des Museums für angewandte Kunst (MAK) wurde 18871 fertiggestellt und ist ein Werk des Ringstrassenarchitekten Heinrich von Ferstel. Früh wurde das Museum zur Ausbildungsstätte begabter Nachwuchskünstler und Kunsthandwerker, dazu wurde eine Kunstgewerbeschule angegliedert, die heutige Hochschule für angewandte Kunst. Auch Gustav Klimt lernte hier 1876 bis 1883 bei Ferdinand Lautberger.

6.) Weiter geht es mit dem Tram zum Schloss Belvedere, wo wir sozusagen als krönenden Abschluss unseres Jugendstilrundgangs durch Wien die grösste Klimt-Sammlung finden, auch Egon Schiele und Oskar Kokoschka sind hier stark vertreten. Das Schloss wurde als Sommerresidenz für Prinz Eugen von Savoyen geschaffen und1722 fertiggestellt. Nicht nur wegen der Klimt-Sammlung (hier befindet sich sein wohl berühmtestes Bild: „Der Kuss“) sollte das Belvedere bei keiner Wien-Besichtigung fehlen, es ist eines der schönsten Wiener Schlösser.

Der Park Belvedere.

Weitere Wien-Infos:
– Kultur: Über die Wiener Secession haben wir hier berichtet.
– Gastro-Tipps haben wir auch schon im Blog aufgearbeitet.
– Reise: Günstige Flugverbindungen mit ebookers.ch findet ihr auf dieser Seite, Hotels auf dieser und komplette Städtetrips hier.

Tagged: Archive, Österreich

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