Wien, die Metropole an der Donau, hat mehr zu bieten als Stephansdom, Prater, Sch√∂nbrunn und Sissi-Romantik! Die Stadt ist eine kulturhistorische Perle und war auch Heimat so aussergew√∂hnlicher K√ľnstler wie¬†Friedensreich Hundertwasser. Der geb√ľrtige Wiener hat auch in seiner Heimatstadt vielf√§ltige Spuren hinterlassen. Wer sich zuerst einmal einen √úberblick verschaffen will, nimmt am besten an einer der zahlreich angebotenen F√ľhrungen oder Spazierg√§nge auf den Spuren Hundertwassers teil.
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Das Highlight in Wien f√ľr alle Hundertwasser-Fans ist das Museum Hundertwasser im Kunsthaus Wien. Das Museum zeigt einen einzigartig kompletten √úberblick √ľber das Schaffen des K√ľnstlers mit wichtigen Werken aus den Bereichen Malerei und Grafik, aber auch architektonischen Entw√ľrfe, die sein √∂kologisches Engagement betrafen. Hundertwasser nahm auch entscheidenden Einfluss auf Philosophie und Grundlagen des 1991 gegr√ľndeten Kunsthauses Wien. Untergebracht ist das Kunsthaus in der ehemaligen M√∂belfabrik Thonet, die nach Entw√ľrfen Hundertwassers von 1989 an umgestaltet wurde. Das Museum Hundertwasser zeigt die weltweit einzige permanente Pr√§sentation des Werks des K√ľnstlers auf zwei Etagen.

Ein H√∂hepunkt seines von ihm selbst „natur- und menschengerecht“ genannten architektonischen Schaffens ist das Kalke Village in der Wiener Kegelgasse. F√ľr seinen Freund Kalke nutzte er vorhandene Bausubstanz, die er mit Um- Und Anbauten erweiterte und durch Einbauten in Farbe und Form seinen Vorstellungen anpasste. Dies habe ihm den Spottnamen „Beh√ľbscher“ eingetragen, kommentierte er die Kritik etablierter Architekten, aber darauf sei er Stolz.
Aus einer f√ľnfst√∂ckigen Autoreifen-Garage baute er ein Haus mit einem unverwechselbaren Gesicht und einem Wald auf dem Dach sowie einem verwinkelten Innenhof, der an einen orientalischen Bazar erinnert. Die Fassaden wurden aufgelockert, ganze Geb√§udeteile ge√∂ffnet, eine maximale Begr√ľnung auf D√§chern und Hoffl√§chen erreicht. Und, ganz modern, nur biologisch gesundes Baumaterial wurde verwendet.

Den ungew√∂hnlichsten Hundertwasserbau verdankt Wien seinem ebenso aussergew√∂hnlichen B√ľrgermeister Helmut Zilk, der Hundertwasser in beharrlicher Hartn√§ckigkeit davon √ľberzeugte, die Umgestaltung des Fernw√§rmewerks Spittelau zu √ľbernehmen. Aus Umweltgr√ľnden war Hundertwasser zun√§chst dagegen, liess sich aber dann doch √ľberzeugen, dass eine Millionenstadt wie Wien ein M√ľllverbrennungswerk braucht. Es wurde die modernste und umweltfreundlichste Anlage Europas. Die √§ussere Fassade des gesamten Fernw√§rmewerks wurde von Hundertwasser neugestaltet, der aus dem n√ľchternen Zweckbau ein einzigartiges, spektakul√§res Kunstwerk machte, das eine gelungene Symbiose von Technik, √Ėkologie und Kunst ist. Spittelau wurde nicht nur ein Teil des Stadtbilds, sondern dar√ľber hinaus eine ziemliche Touristenattraktion. Inzwischen machte das Modell Schule; so wurde in Osaka in Japan eine thermische Abfallbehandlungsanlage in ganz √§hnlichem Stil gebaut.

Weitere Hundertwasser-Bauten findet man auf Reisen durch die Mitte Deutschlands, bei einem Besuch in S√ľddeutschland und auch in der Schweiz.

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Kommentare

  • Adena

    Eine von den sch√∂nsten Erinnerungen in meinem Leben ist meiner Aufenthalt in Wien. Damals hab alle wichtigste Sehensw√ľrdigkeiten der Stadt gesehen und am tiefsten hat mich das Hundertwasserhaus beeindruckt. DAs muss man unbedingt sehen

    30. April 2010 at 12:59
  • Marianne

    ps. Eine Sammlung von Werken Hundertwassers befindet sich im Schloss Belvedere. Genauer im Oberen Belvedere, wo auch die Klimt Sammlung zu sehen ist. Prinz-Eugen-Str. 27, geöffnet täglich von 10 bis 18 Uhr.

    4. August 2010 at 11:05

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