Bekannt ist Panama eigentlich hauptsächlich durch den Panamakanal und die illustrierte Janosch-Kindergeschichte „Oh, wie schön ist Panama“. Die Erzählung vom Fernweh und der verstellten Sicht auf die Schönheiten des eigenen Zuhauses ist einer ganzen Generation deutschsprachiger Kinder bekannt.
Doch das echte Panama ist viel mehr als einerseits diese Traumvorstellung und andererseits nur der Panamakanal. Panama ist ein wunderbares Reiseland zwischen Kolumbien und Costa Rica, Karibik und Pazifik. Das Land liegt genau dort, wo die mittelamerikanische Landenge zwischen Nord- und Südamerika am schmalsten ist.


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Ankommen wird man bei einer Panama-Reise in Panama City, der bunten quicklebendigen Metropole an der Pazifikküste und dem Ausgang des Panamakanals mit der schönen Altstadt Casco Viejo. Dort kann man auf relativ engem Raum konzentriert viele Kirchen und Museen besichtigen.

Genauso sehenswert ist Panama la Vieja, die Vorgängerstadt des heutigen Panama City. Etwas ausserhalb befinden sich die Miraflores-Schleusen des Panamakanals. Dort kann man auf einer Aussichtsplattform das Geschehen beobachten und erhält im Besucherzentrum alles Informationen über den Kanal.

Die Skyline von Panama-City. Foto: WikimediaCommons; 123Hollic.

Natürlich ist der Panamakanal eine der Attraktionen des Landes, aber eben bei Weitem nicht das einzige Highlight. Auf 80 Kilometern Länge durchschneidet er das Land und schafft einen künstlichen Schifffahrtsweg zwischen dem Atlantik in der Karibik und dem Pazifik. Der Schifffahrt ersparte der 1914 fertiggestellte Kanal den langen, gefährlichen Weg um das von Stürmen umtose Kap Hoorn an der Spitze Südamerikas. Bis zum Jahr 2000 stand der Kanal mitsamt einem Landstreifen zu beiden Seiten unter der Hoheit der USA, für die er auch bis dahin die grösste wirtschaftliche Bedeutung hatte. Heute ist die Bedeutung des Panamakanals gesunken, den weitaus für die meisten Schiffe auf dieser Route ist er heute zu klein. Doch der Ausbau ist im Gange, der Kanal wird erweitert und vertieft, sodass ihn ab 2014 doppelt so viele Schiffe werden nützen können.

Die Gatun-Schleuse des Kanals. Foto: WikimediaCommons; Stan Shebs.

In jedem Fall lohnt eine Bootstour, und die Besichtigung des Kanals. Besonders interessant sind die drei Schleusenanlagen. Dort ziehen die Lokomotiven der fest auf beiden Seiten des Kanals installierten Zahnradbahn die Schiffe durch die Schleusenanlagen.

Im Westen bestimmen vulkanische Gipfel das Bild des Landes, dort findet man auch den Vulkan Baru den mit 3477 Meter höchsten Gipfel Panamas. Nach Osten zu wird der parallel zur Küste verlaufende Höhenzug niedriger und geht in der Provinz Darien im Osten Panamas in den tropischen Regenwald über.

So ist Panama überwiegend gebirgig, flache Ebenen gibt es nur an den Küsten. Zwischen der Bergkette und der Halbinsel Peninsula de Azuero, die in den Pazifik hinausragt, liegt die grosse, hügelige Savanne. Auf der Halbinsel dominieren saftigen Weiden, die zur Küste hin zuerst in das Canajagua-Bergland übergehen mit seinen pittoresken Erosionsformen und kegelförmigen Hügelgebilden. Daran schliesst sich Panamas trockenste Region an, die Halbwüsten des Nationalparks von Sarigua.

Mit seinen vulkanischen Bergregionen und Regenwäldern ist das vielfältige Panama also auch ideal für einen Wanderurlaub geeignet. Nur wenig bekannt in Europa ist, dass Panama ein wahres Badeparadies mit seinen unzähligen tropischen Inseln ist. Traumstrände laden zum Relaxen ein und Taucherparadiese mit intakten Riffen und einer farbigen Unterwasserwelt zum Abtauchen. Dazu findet auch der Ökotourist sowohl im Pazifik, als auch in der Karibik nahezu unberührte Inseln unter Palmen.

Zu den schönsten Inseln Panamas im Pazifik gehören in Veraguas die Isla Coiba. Sie gehört zum gleichnamigen Nationalpark, ist die grösste Insel Panamas und liegt im Golf von Chiriqui. Vor Los Santos liegt die Isla Iguana, ein unberührtes unter Naturschutz stehendes Inselparadies, das von keiner Fähre und keinem Wassertaxi angelaufen wird und nur mit dem Fischerboot erreichbar ist.

Zu Panama-Stadt gehört gleich eine ganze Reihe von Inseln, wie die Regenwaldinsel Isla Barro Colorado, die mitten im Panamakanal im Gatun-See liegt. Die Isla Tobago befindet sich rund 20 Kilometer von der City entfernt und ist ein ideales Refugium für eine Woche erholsamer Strandferien. Zu den Perlen-Inseln gehört die Isla Contadora mitten in Golf von Panama. 13 von Kokospalmen umstandene Sandstrände laden zum Seele baumeln lassen auf einem der beliebtesten Reiseziele Panamas.

Auf der Karibikseite liegt die Isla Bastimentos in der Provinz Bocas del Toro. Sie ist genau das, was man sich unter einer Karibikinsel vorstellt: viel Natur mit Palmen und Dschungel und wenigen Menschen. Robinsonfeeling garantiert die Isla Grande in der Provinz Colón. Nomen ist hier nicht Omen, denn die Isla Grande ist ganz und gar nicht gross und mit ihrem weissen Sandstrandband und dem türkisblauen Wasser eine wahre Urlaubsidylle.

Die schönste aller Inseln in Panama aber ist der Archipel San Blas nordöstlich von Panama City im autonomen Gebiet Kuna Yala, einem schmalen Küstenstreifen mit 365 vorgelagerten Inseln, von denen rund 50 bewohnt sind.

Das Paradies San Blas. Foto: WikimediaCommons; MBialy.

Die Inselgruppe ist die Heimat der Kuna Indianer und der von ihnen gefertigten Molas. Massentourismus ist hier unbekannt. Hier geniesst man wunderbare Palmenstrände, intakte Korallenriffe, wohnt in kleinen Lodges und Bambusbungalows und lernt die reiche Kuna-Kultur kennen.

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