Mit Fug und Recht wird Peru als für Reisende besonders interessantester Andenstaat gesehen: Kulturgüter mit hohem Wert und eine Naturvielfalt, die ihresgleichen sucht, sorgen dafür, dass hier jeder auf seine Kosten kommt.


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Peru grenzt im Norden an Kolumbien und Ecuador, erstreckt sich von der Pazifikküste nach Osten bis ins Amazonasbecken hinein und grenzt dort an Brasilien. Im Südosten liegt Peru benachbart zu Bolivien, im Süden zu Chile. Die Küstenzone am Pazifik besteht südlich von Lima überwiegend aus Wüstenarealen mit hohen Dünen. Die Dürre der Grenzregion zu Chile ist noch stärker: Hier dehnt sich die Atacama, die trockenste Wüste der Erde, bis nach Chile hinein aus.

Die Atacama-Wüste. Foto: WikimediaCommons; Angelica Jacobi.

Nach Osten folgen den Küstenwüsten die Sierra mit den Höhenzügen der Anden und dem höchsten Berg Perus, dem 6.768 Meter hohen Huascaran. Östlich schliessen sich den Anden die Selva genannten dichten Regenwaldgebiete an.

Genauso vielfältig wie die Landschaften sind Flora und Fauna Perus. Peru hat den grössten Artenreichtum an Vögeln überhaupt, es gibt über 1.800 Arten, mehr als in Europa und Nordamerika zusammen. Den Schutz dieser Vielfalt garantiert die peruanische Verfassung, rund 15 Prozent der Landesfläche stehen unter Schutz.

Die meisten Peru-Reisen beginnen in der Hauptstadt Lima, einer modernen 7,5-Millionen-Metropole mit vielen Kirchen und Bauten aus der Kolonialzeit, meist mit schönen Holzbalkonen.

Die Plaza de Armas in Lima. Foto: WikimediaCommons; Dozenist.

An der Plaza de Armas ist die Zeit noch fast lebendig, in der Lima Sitz des spanischen Vizekönigs war. Lima ist angenehm zum Flanieren und Shoppen, und es gibt interessante Museen. Das Nationalmuseum zeigt Exponate der verschiedenen Kulturen Perus, das Goldmuseum präsentiert sagenhafte Schätze. Interessant sind auch die Ruinen der Pachacamac-Kultur. Zum Erholen geht es an einen der vielen herrlichen Stadtstrände.

Im Norden Perus liegt die „peruanische Schweiz“ mit den weit über 6.000 Meter hohen höchsten, schneebedeckten Gipfeln des Andenstaates, die zur Cordillera Blance gehören. Der Nationalpark Huascaran ist mit dieser traumhaften Berglandschaft ein Highlight. Auch Touren in den Bergregenwald sind hier möglich.

Der Taulliraju im Huascaran-Nationalpark. Foto: WikimediaCommons; Florian Ederer.

An der Küste sollte man die Stadt Trujillo mit ihren einzigartigen Baudenkmäler aus der Mochica- und Chimuzeit nicht verpassen. Benannt wurde die 1535 gegründete Stadt nach dem Geburtsort des Eroberers Francisco Pizarro. Der nahe Badeort Huanchaco, der als Surferparadies berühmt ist, lädt zum Sonnenbaden ein. Wer tropisches Badeklima vorzieht, fährt noch weiter nach Norden nach Piura oder Tumbes.

Das Surferparadies Huanchaco. Foto: WikimediaCommons; Melissa Thereliz.

Ein touristischer Anziehungspunkt ist der dichte Regenwald Perus, den man am besten im Manu-Nationalpark erlebt. Von Pucallpa aus führen etliche Trekking-Touren auch in Indiodörfer, in denen noch weitgehend ursprünglich gelebt wird. Auch tief in den Dschungel hinein kommt man hier und erlebt unvergessliche Naturbeobachtungen mit einer einmaligen Artenvielfalt. Bei Übernachtungen in Holzhütten oder unter freiem Himmel kommt man dem Urwaldleben ganz nah.

Trekkingrouten der ganz anderen Art erlebt man auf dem Inka-Pfad, der bekanntesten Wanderroute in Südamerika. Er führt von Cuzco nach Machu Picchu, doch man kann auch einzelne Abschnitte absolvieren. Da aus Naturschutzgründen pro Tag nur 180 Personen auf die ausschliesslich geführten Touren dürfen, empfiehlt es sich Touren schon von daheim zu buchen. Der klassische Inkatrail führt in den Regenwald und in bis zu 4.200 Meter hohe Bergregionen, da sind traumhafte Ausblicke garantiert, dazu eine grandiose, üppige Natur mit Orchideen, die wachsen wie bei uns Unkraut und unzähligen Vogelarten.

Am Ziel des Inkapfades warten die Ruinen von Machu Picchu als Höhepunkt der Perureise. Am Vulkan Huayna Picchu nahe der Schlucht des Rio Urubamba findet man auf gut 2.600 Metern Höhe über 200 Ruinen einer auf Terrassen angelegten Stadt, Ackerbauterrassen, Stadtmauerreste und enge Gassen. Man entdeckt ein hoch entwickeltes Gemeinwesen, mit Brunnen und Wasserleitungen, in dem einst rund 2.000 Menschen gelebt haben.

Ein Highlight: Machu Picchu. Foto: WikimediaCommons; Colegota.

Von Machu Picchu kann man nach Aguas Calientes absteigen und mit dem Zug nach Cusco fahren.

Ein weiteres touristisches Muss ist der Titicacasee, der zweitgrösste See Südamerikas – das bedeutet, er ist 15-mal so gross wie der Bodensee. Auf der Anden-Hochebene Altiplano gelegen, gehört er mit dem westlichen Teil zu Peru, der Rest ist auf bolivianischem Territorium. Rund 3.800 Meter hoch ist der Titicacasee gelegen, damit ist er das höchste von der Berufsschifffahrt nutzbare Gewässer der Erde. Interessant sind die schwimmenden Inseln der Urus. Ursprünglich flochten die Uru-Völker diese Schilfinseln zum Schutz vor den Inkas. Auf der mehr als fünf Kilometer langen Insel Taquile leben heut rund 1.500 Quechua.

Die rätselhafteste Sehenswürdigkeit Perus aber sind die nur aus der Luft ganz zu erkennenden Nazca-Linien im Bezirk Ica rund 300 Kilometer südlich von Lima. Auf der Nazca-Ebene finden sich 20 Kilometer lange gerade Linien, Trapeze, Kreise und deutlich erkennbare Figuren, die bis zu hundert Meter gross sind. Die Zeichnungen sind einige Zentimeter tief in den Wüstensand gescharrt. Dazu musste die obere Gesteinsschicht entfernt werden, und so traten die beigefarbenen Linien deutlich hervor, die aus der Nazca-Kultur der Jahrhunderte zwischen 800 v. Chr. und 200 v. Chr.stammen. Was diese Geoglyphen aber letztlich bedeuten, ist genauso wenig geklärt, wie die genaue Urheberschaft. So bleiben sie eines der Rätsel des faszinierenden Reiselandes Peru.

Beim genauen Hinsehen erkennt man einen Pelikan inmitten der Linien. Foto: WikimediaCommons; Colegota.

Nützliche Links: Flüge nach Lima lassen sich natürlich bei ebookers.ch buchen. Auch eine Auswahl an günstigen Hotels findet ihr dort.

Tagged: Archive, Peru

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