Flughafen von Lima

Zu Peru fällt mir folgendes Erlebnis ein: Ich wollte per Bus von Ayacucho nach Cusco im Andenhochland fahren. Diese Strecke wurde vor Ort von mehreren Busgesellschaften angeboten. Jedoch variierten nicht nur die Ticketpreise sondern auch die Angaben zur Reisedauer. Ein Busunternehmen veranschlagte für die Fahrt 15 Stunden, ein anderes 31 Stunden und bei einem dritten Anbieter erhielt ich die Auskunft, dass man das gar nicht vorhersagen könne, da in der Regenzeit gelegentlich Schlammlawinen die Strassen blockieren. Kurzerhand entschied ich mich fürs Flugzeug und buchte in einem unscheinbaren Geschäft für damals rund 40 Dollar ein Ticket. Am nächsten Tag brachte mich ein Taxi zu einer kleinen Startbahn, auf der aber kein Flugzeug zu sehen war. Man hat mich reingelegt, war mein erster Gedanke. Dann landete aber tatsächlich eine Propellermaschine vor meinen Augen. Ich bestieg das Flugzeug, in dem gerade einmal Platz für eine Schulklasse war und ein paar Minuten später schaute ich mir die Anden von oben an. Es verging kaum eine Stunde, dann wurde meine Flexibilität hinsichtlich des Transportmittels belohnt: Ich landete sicher in Cusco.

Der Inlandflugverkehr in Peru ist gut ausgebaut. Vor allem die Hauptstadt Lima ist mit den anderen groöen Städten des Landes verbunden. Ein Flug sei vor allem denjenigen empfohlen, denen im Bus schnell übel wird, denn die Gebirgsstrassen sind sehr kurvenreich und zudem sehr hoch gelegen. Empfindliche Menschen bekommen bei einer Fahrt durchs Hochland sehr schnell Kopfschmerzen.

Wer viel Zeit und Geduld mitbringt, kann auch auf den Zug umsteigen. Mit der Eisenbahn durch Peru zu reisen, ist ein besonderes Erlebnis. Ich würde, wann immer es möglich ist, dieses Transportmittel wählen. Die Züge fahren nicht sehr schnell und man hat genügend Zeit, sich von der Landschaft beeindrucken zu lassen und die Einheimischen in ihren bunten Indiokleidern zu beobachten. Die zweithöchste Eisenbahnstrecke der Welt führt übrigens von Lima nach Huancayo (und natürlich auch wieder zurück). Sie wird von der Ferrocarril Andino Central betrieben.

Die Peruanische Bahngesellschaft verfügt über ein Schienennetz, das von Puno über Cusco bis nach Machu Picchu, von Puno bis zum Titikaka-See und von Arequipa bis zum Cola-Canyon reicht. Ausserdem werden noch kleinere Nebenstrecken bedient. Der Reisende kann zwischen zwei Kategorien wählen: Entweder er führt sehr bequem und wird an Bord mit Speisen und Getränken verpflegt und dafür lässt er ein paar Nuevos Soles mehr springen oder er entscheidet sich für den Backpacker-Tarif und macht ein paar Abstriche, was den Komfort anbelangt.

Zugverkehr in Lima

Mit dem Bus kommt man in Peru ebenfalls sehr gut und preiswert von A nach B – von unvorhergesehenen Ereignissen wie Schlammlawinen zur Regenzeit mal abgesehen. Das Eidgenössische Departement für Auswärtige Angelegenheiten warnt vor nächtlichen Überlandfahrten, da auf Grund der schlechten Strassen und „dem unvorhersehbaren Verhalten vieler Verkehrsteilnehmer“ im Inland häufig Busunfülle passieren. Ich muss jedoch sagen, dass eine Nachtfahrt im Schlafbus auch viele Vorteile bringt: Man spart das Geld für eine Unterkunft, man legt die Strecke quasi im Schlaf zurück und vergeudet keinen Tag im Bus.

Wer mit dem Mietwagen reisen möchte, sollte sich dessen bewusst sein, dass die Kriminalität im Lande (auch gegenüber Touristen) in letzter Zeit wieder zugenommen hat. Wer sich trotzdem für einen geliehenen Wagen entscheidet, kann ihn entweder im Voraus im Internet oder auch problemlos in den groöen Städten des Landes buchen.

Wer von Peru aus nach Bolivien möchte (oder umgekehrt), sollte sich die Fährverbindung über den Titicaca-See nicht entgehen lassen. Auf sehr abenteuerliche Weise wird am Hafen der gesamte Bus auf ein grosses Holzfloss verladen. Die Reisenden setzen in einem separaten Passagierboot über und müssen mit ansehen, wie der Bus samt Gepäck auf dem Holzkahn über die Wellen schaukelt.

Wer eine Reise nach Peru plant, sollte sich vorher die Reisehinweise des Eidgenössischen Departements für Auswärtige Angelegenheiten durchlesen. Wegen des Drogenanbaus und/oder hoher Kriminalitätsrate rät es von der Reise in einige Regionen des Landes ab.

Tagged: Archive, Peru

Kommentare

  • Gerardo

    Der Kluge fährt im Zuge….giltet aber nicht wirklich für Peru, oder? Da fahren ja vor allem Busse und Autos. Am besten fliegt man bei diesen Distanzen sowieso von A nach B.
    Und wer auf dem Titicaca-See ein Fährtli macht, der zieht besser ein Sonnenhütli an, sonst kann man sich auf einige Tage Übelkeit freuen, denn der Sonnenstich bei dieser dünnen Luft und dem tollen Sonnenschein ist gewaltig! Ich spreche aus Erfahrung!
    Ab nach Peru! Es ist ein wunderbares Reiseland!

    5. Mai 2008 at 16:50

Schreibe einen Kommentar

Ihre Email Adresse wird nicht veröffentlicht

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>
*