In Polen gibt es noch dünn besiedelte Regionen mit ursprünglichen Landschaften, dazu eine reiche Kultur mit vielfältigen, imposanten Bauwerken und einer wechselvollen Geschichte, die einen unbändigen Freiheitsdrang und Behauptungswillen demonstriert. Dieser wurde sogar zu dem Motto „nie damy sie/wir lassen uns nicht unterkriegen“ verdichtet. Gerade das honorierte die UNESCO, als sie die unter unendlichen Mühen nach dem Krieg wieder aufgebaute Warschauer Altstadt in die Weltkulturerbeliste aufnahm. Unsere Top-Ten-Sehenswürdigkeiten Polens dürfen auf keiner Sightseeing-Tour fehlen!

1. Krakau/ Krakow Rynek Glowny
Krakau, die von allen Polen geliebte Metropole im Süden des Landes, ist das kulturelle Zentrum Polens. Am Rynek Glowny, dem Hauptmarkt, mit den dominierenden Tuchhallen schlägt das Herz der Krakauer Altstadt, die im Krieg weitgehend unzerstört blieb. Besonders bequem ist es, einen der schönsten mittelalterlichen Marktplätze Europas und seine Umgebung mit einem der Fiaker kennenzulernen, einem unverkennbar habsburgischen Erbe. Von der Marienkirche erklingt um zwölf Uhr das berühmte historische abreissende Trompetensignal des Türmers, das via Radio in  ganz Polen verkündet, dass es nun Mittag ist. Highlight der Kircheneinrichtung ist der Altar, der den Höhepunkt im Schaffen von Veit Stoss darstellte.

2. Warszawa/Warschau Altstadt
Wie Phönix aus der Asche entstand Warschau nach dem Krieg neu. Kaum ein Stein war in der Altstadt auf dem anderen geblieben nach dem Ghettoaufstand 1943, dem Warschauer Aufstand von 1944 und dem Zerstörungswerk der deutschen Besatzungsmacht. In einem nationalen Kraftakt wurde die Altstadt wieder errichtet, und auch das Schloss erstrahlt in altem Glanz. Gemälde von Canaletto dienten als Vorlage für den Wiederaufbau Warschaus. Heute ist der Altstädtische Marktplatz wieder Zentrum der Altstadt, Touristenmagnet und Treffpunkt der Warschauer.

3. Urwald von Bialowieza
Der Urwald von Bialowieza (Puszcza Bialowieska) wird als Nationalpark geschützt und ist das grösste natürliche Waldgebiet in Europa als letzter Rest eines Urwalds, der einst ganz Mitteleuropa bedeckte. Seine Tier- und Pflanzenwelt ist einzigartig. In diesem Urwald lebt der dem Bison ähnliche Wisent, das grösste europäische Säugetier. Im Nationalpark Bialowieza kommen 26 Baumarten und 56 Straucharten vor. Das durchschnittliche Alter der Bäume liegt bei 126 Jahren.

4. Malbork/Marienburg
Die Marienburg war von 1309 bis 1457 Hochmeistersitz des Deutschen Ordens. Sie ist die grösste mittelalterliche Burganlage Europas und das steinerne Symbol der Macht des einstigen Ordensstaates. Die Malbork ist ein zu allen Tageszeiten beeindruckendes riesiges Bauwerk.

5. Krakau/Krakow Wawel
Der Wawel-Berg mit dem mächtigen alten Königsschloss und der Kathedrale dominiert Krakaus Altstadt. Dort waren bis ins 16. Jahrhundert hinein der Krönungsort und die Grabeskrypta der polnischen Könige. Noch heute gilt Krakau als heimliche und kulturelle Hauptstadt Polens. Auch Spuren des jüdischen Lebens werden sorgsam wieder hergerichtet im Krakauer Stadtteil Kazimierz rund um die Szeroka-Strasse. Hier spielte der Film „Schindlers Liste“.

6. Auschwitz-Birkenau/Oswiecim-Brzezinka
Auschwitz ist nur eine Autostunde von Krakau entfernt und Platz millionenfachen Leidens und Mordens, ein Ort, für den es kaum angemessene Worte gibt. In diesem Vernichtungslager haben Deutsche 1,5 Millionen Menschen ermordet. Als die sowjetischen Truppen am 27. Januar 1945 Auschwitz erreichten, waren nur noch einige Tausend Häftlinge am Leben.

7. Salzbergwerk Wieliczka/Kopalnia Wieliczka
Im Salzbergwerk Wieliczka wird schon seit dem 13. Jahrhundert Salz auf neun Hauptsolen bis in über 300 Meter Tiefe gefördert. Die gesamte Anlage mit dem Salinenmuseum und den unzähligen, von Bergleuten aus dem Salz herausgeschlagenen Skulpturen ist weltweit einmalig.
Nicht nur ein kulturhistorisch bedeutsamer Ort ist das südöstlich von Krakau gelegene Wieliczka, sondern auch ein bekannter Kurort. Das Besondere ist, dass dieses Kurzentrum zur Behandlung von Atemwegserkrankungen in der salzhaltigen Luft unter Tage in über 200 Metern Tiefe liegt.

8. Danzig Rechtstadt/Glowne Miasto Langgasse/Ulica Dluga Königsweg
Im Stadtteil Glowne Miasto, der einstigen Rechtstadt findet man eindrucksvolle Zeugnisse von Danzigs goldenem Zeitalter und die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt, vom Goldenen Tor über das Rathaus, den Artushof und den Neptunbrunnen bis hin zum Grünen Tor nahe am Krantor. Zahllose kleine Gassen kreuzen die Hauptstrassen, die von den prunkvollen Stadttoren herunter zum Ufer der Mottlau führen.

9. Kopernikusstadt Torun /Thorn
Nikolaus Kopernikus der 1473 in Thorn geboren wurde, ist hier allgegenwärtig. Noch heute sieht die Thorner Altstadt fast genauso aus, wie zu Lebzeiten des grossen Astronomen, der mit seiner Erkenntnis, dass die Erde sich um die Sonne dreht, das Mittelalter beendete.
Die Strassen der Thorner Altstadt mit ihren wunderbar renovierten Häusern laden ein zum Bummeln und Shoppen. Und sie zeigen, dass Torun eine junge Stadt ist; die Kopernikus-Universität ist eine der renommiertesten Hochschulen des Landes.
Nicht nur die Fronten der alten Häuser sind detailgetreu restauriert, auch viele Läden sind liebevoll eingerichtet und verkaufen das beliebteste Souvenier Toruns – nämlich Lebkuchen – das ganze Jahr über. Vom westlichen Weichselufer aus besonders gut zu überblicken, ist der in seiner Geschlossenheit einmalige mittelalterliche Stadtkern von Torun mit seinen Wehrmauern, Toren und zahlreichen Patrizierhäusern.

10. Kalwaria Zebrzydowska
Kalwaria Zebrzydowska, das zweitgrösste Marienheiligentum Polens, liegt 40 Kilometer südwestlich von Krakau. Die Bauidee zu dem nachgebauten Kreuzweg von Jerusalem stammt von dem Krakauer Woiwoden Mikolaj Zebrzydowski, der im 17. Jahrhundert lebte und in den umliegenden Hügeln eine Ähnlichkeit mit Jerusalem sah. Zuerst wurden das Bernhardinerkloster und eine Kirche errichtet. Später entstanden viele, durch Bauten Jerusalems inspirierte Objekte. Einer der Berge wurde zu Golgota, ein anderer zum Ölberg und der Fluss zum Bach Cedron umbenannt. Die 40 Kapellen und kleinen Kirchen liegen malerisch auf den umliegenden Hügeln und im Cedron-Tal verstreut. In der Karwoche finden hier Passionsspiele mit Hunderttausenden Menschen statt.

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