Winterurlaub in Rumänien? Ja gibt es denn dort bei Dracula überhaupt Berge? Gibt es, und was für welche! Transsylvanien, das Land hinter den Wäldern, ist auch das Land der rumänischen Karpaten, einer der letzten grossen, noch fast unberührten Naturlandschaften des Kontinents mit Europas grösstem zusammenhängenden Waldbestand. Nirgends in Europa gibt es so viele Wölfe, Luchse und Bären. Letztere kann man im Winter sogar an den Stadtgrenzen von Brasov beobachten.

Transsylvanien ist auch die Heimat des gruseligen, von Legenden umwobenen Grafen Dracula, sein Schloss Castelul Bran, die Törzburg steht hier nur 30 Kilometer von Brasov/Kronstadt entfernt düster und geheimnisumwittert auf einem hohen Felsen. Aber Transsylvanien ist mehr als Karpaten und Dracula. Die Landschaft im zentralen Nordwesten Rumäniens wird auch Siebenbürgen genannt, nach den vor vielen Jahrhunderten dorthin geworbenen deutschen Siedlern. An Transsylvanien schliesst sich das Banat an, die Heimat der Banater Schwaben, zu denen auch die diesjährige Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller gehört.

Wenn man den wie ein spiegelverkehrtes L im Land liegenden Karpatenbogen betrachtet, wundert es gar nicht mehr so sehr, wie gross die Zahl der rumänischen Skigebiete ist. Die Karpaten machen ein Drittel von Rumäniens gesamter Fläche aus und sind nach den Alpen Europas zweitgrösste Hochgebirgskette, die von der Natur mit schneereichen Wintern und daher idealen Wintersportbedingungen gesegnet sind.

Rumäniens Skigebiete befinden sich hier:

  • * In den Nordkarpaten an der Grenze zur Ukraine mit den Skiorten Borsa am Rodna-Massiv, einem Teil des Maramures-Gebirges, und Vatra Dornei am Westrand der Südbukowina direkt am Suhard-Massiv.
  • * Im Banat in der Nähe des Semenic-Gebirges mit Secu, Valiug, Trei Ape und Crivaia.
  • * In den Ostkarpaten, mit Durau in der Nähe des legendären Ceahlau-Massivs.
  • * In den Südkarpaten am Cindrelgebirge bei Sibiu mit Paltinis.
  • * In den Südostkarpaten am Bucegi und Predeal-Massiv mit den Wintersportorten Azuga, Poiana Brasov, Busteni, Predal und Sinaia.

Die zweifellos interessantesten Skigebiete und Zentren des rumänischen Wintersports zählen zu Siebenbürgen und liegen in den Süd- beziehungsweise Südostkarpaten, die Skifahrern und Snowboardern ideale Bedingungen bieten. Durch die Flughäfen von Brasov und Sibiu ist diese Region bestens erschlossen.

Mitten in Rumänien liegt Paltinis nur 32 Kilometer von Sibiu entfernt am Cindrel-Massiv der Südkarpaten. Die sehenswerte mittelalterliche Stadt Sibiu/Herrmannstadt war Europäische Kulturhauptstadt 2007, hat heute 169’000 Einwohner und einen internationalen Flughafen, der auch Paltinis leicht erreichbar macht.

Das auf auf 1’442 Metern Höhe liegende Paltinis (Hohe Rinne) ist schon seit dem Ende des 19. Jahrhunderts Kurort. Vier Pisten, von denen zwei auch abends mit Flutlicht beleuchtet sind, warten auf Wintersportler wie auch zahlreiche Hotels und Pensionen mit ansprechendem Standard.

Auch die Nordkarpaten haben attraktive Skiorte. Vatra Ornei mit seinen Thermalquellen ist zugleich Kurort. Borsa im Maramures am Rodna-Berg ist ausserdem Luftkurort in einem waldreichen Gebiet, das bis in den April hinein als schneesicher gilt. Nicht nur Wintersportort, sondern auch ein Paradies für Jäger ist Durau im Ceahlau-Gebirge, einem von vielen Legenden umwobenen Bergmassiv an der Ostflanke der Nordkarpaten, das auch Moldaus Olymp genannt wird.

Rumäniens bekanntestes Wintersportgebiet ist das auf 1’030 Metern Höhe am Fuße des 1’799 Meter hohen Postavaru in den Südostkarpaten gelegene Poiana Brasov (Schullerau), das nur 13 Kilometer von Brasov entfernt ist und als Rumäniens Wintersporthauptstadt gilt. Schon seit Beginn des 20. Jahrhunderts wird hier Skisport betrieben. Von Mitte Dezember bis Ende März findet der Skiläufer und Snowboarder auf bis zu 4’000 Meter langen Pisten ideale Schneebedingungen, dazu Hotels und Pensionen für alle Ansprüche und die Nähe der Grossstadt Brasov (320’000 Einwohner).

PoianaBrasov
Poiana Brasov: Skifreuden, nur zehn Minuten vom Brasov/Kronstadt entfernt.

Aber auch in Poiana Brasov findet der Gast genügend Abwechslung beim Schwimmen, Reiten oder Schlittschuhlaufen, und das Après-Skileben kommt gleichfalls nicht zu kurz. Weitere Skiorte in den rumänischen Südostkarpaten sind Azuga, Busteni, Predeal, Piriul Rec und Sinaia, die wie Poiana Brasov alle im Prahova-Tal und der direkten Umgebung liegen.

Predeal
Winterzauber in Predeal. Alle Fotos: Brigitte Jäger-Dabek.

Skilaufen ist, verglichen mit den Preisen der Alpenregion, in Rumänien ein preiswertes Vergnügen. In Poiana Brasov bezahlt man für einen Skipass 60 bis 90 Euro pro Woche Skivergnügen.

Tagged: Archive, Rumänien

Kommentare

  • Urlaub

    Mir gefällt die Idee mit Rumänien. Ich habe bisher viele Skigebiete ausprobiert. Darunter waren auch einige in Tschechien und Polen gewesen. Ich habe mich allerdings bisher nicht weiter raus getraut. Nach diesem Bericht muss ich allerdings sagen, dass es auf jeden Fall ein Versuch wert ist. Ich hatte bisher die Erfahrung gemacht, dass je weiter das Gebiet entfernt ist, umso günstiger die Kosten für Verpflegung und Skipass. Natürlich im Bezug auf die östlichen Regionen. Mir war eigentlich zuvor gar nicht so bewusst, dass man auch in Rumänien Ski-Urlaub machen kann. Wie gesagt, ich werde es mal versuchen.

    19. Februar 2010 at 09:36

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