Sie gehören zum Luzerner Stadtbild wie die Kapellbrücke und der Vierwaldstädtersee: die Touristen aus aller Welt. Das war bereits vor 150 Jahren so. Im 19. Jahrhundert zogen noble Häuser wie der „Schweizerhof“ und das „Grand Hotel“ reiche Gäste aus Russland, England, Deutschland, Frankreich und Amerika an – darunter auch den berühmten amerikanischen Schriftsteller Mark Twain.


Der Reiseschriftsteller Mark Twain auf einem undatierten Foto. Foto: Keystone.

Twain gilt als einer der ersten Reisejournalisten der Neuzeit, die von ihren Berichten leben konnten. Bekannt ist er aber vor allem als Autor der Abenteuer von „Tom Sawyer und Huckleberry Finn“.
In seinem Reisetagebuch „A Tramp Abroad“ (dt.: „Ein Bummel durch Europa“) beschreibt er eine ausgiebige Europareise in den Jahren 1878/1879, die ihn unter anderem nach Luzern führte. Seine Beobachtungen schrieb er mit viel Witz und Sarkasmus nieder, wie zum Beispiel in dieser Passage:

„Jahrelang hatte meine eifrigste Abscheu der Kuckucksuhr gegolten; nun befand ich mich mitten in der Heimat dieses Geschöpfes; und so lag mir, wohin ich mich auch wandte, dieses zermürbende Huhu! Huhu! Huhu! in den Ohren . . . Ich habe eine gekauft und nehme sie für eine gewisse Person mit nach Hause; denn ich habe ja immer gesagt, dass ich diesem Manne eines auswischen würde, wenn sich Gelegenheit dazu ergeben sollte. Ich hatte zwar gemeint, dass ich ihm ein Bein brechen würde, oder etwas in dieser Art. Aber in Luzern erkannte ich, dass ich seinen Geist zerrütten könnte. Das wäre dauerhafter und in jeder Beziehung befriedigender. Also kaufte ich die Kuckucksuhr; und wenn ich jemals damit nach Hause komme, ist er geliefert.“

Anlässlich Twains 100. Todestag bietet Luzern nun einen Stadtrundgang an, bei dem man sich in Twains Zeit zurückversetzen kann und dabei Anekdoten aus seinem Buch zu hören bekommt. Die Tour dauert zwei Stunden und kostet 280 Franken.

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