In der Paintball-Arena in Luzern, kann man sich gegenseitig blaue Flecken schiessen. Wieso nicht? Wenn’s Spass macht!

„Paintball kann jeder spielen. Es ist ein Teamsport und nichts für Freizeitrambos. Gefordert sind nicht Kraft und ein durchtrainierter Körper, sondern Teamwork und taktisches Geschick. Von amerikanischen und englischen Firmen wird es zur Mitarbeiterschulung eingesetzt. Auch ist es sehr gut geeignet, um sich nach einer harten Woche etwas Abwechslung zu verschaffen.“

So wirbt das Service Management meiner Firma für einen gemeinsamen Abend unter Kollegen. Jetzt sitze ich hier und lasse in Kürze einen Vortrag über mich ergehen, der mir den Sport Paintball näher bringen soll. Sport! Dass ich nicht lache! Kleine und grosse Jungs rennen durch das Dickicht und schiessen sich mit Farbe wund. Worin bitte liegt der Reiz, Farbbälle abzukriegen, die mit einer solchen Wucht auf den Körper klatschen? Was ist euer Problem? Wie schrecklich langweilig dieser Frieden doch ist. Da erfindet man eben ein Spiel, bei dem man sich beschiessen darf. Da kommt ja der Farbkugelexperte. Mal sehen, wie er das sinnlose Geballere schön zu schwatzen versucht:

„Der Sport wurde ursprünglich Gotcha genannt. Dieser Ausspruch kommt aus dem amerikanischen Slang und bedeute „Got ya“ („Hab dich.“). Bei diesem Sport versuchen sich zwei oder mehr Spieler gegenseitig mit Farbmunition aus Paintballwaffen, „Markierer“ genannt, zu beschiessen. Gotcha wurde 1981 in den USA erfunden.“

Klar, wo denn sonst?

„Anfangs wurde es in ländlichen Regionen gespielt, mit einfachen Luftdruckpistolen zur Viehmarkierung. Man versuchte die Fahne des anderen Teams zu entwenden. Daran hinderte man seine Gegenspieler durch das Markieren. Bei Gotcha wurden verschiedenste Szenarien nachgespielt. Um diese möglichst realistisch zu gestalten, wurden die Markierer echten Waffen nachempfunden und die Gelände so ausgewählt, dass die Spiele einer militärischen Auseinandersetzung nahe kamen.“

Hab ich’s doch gesagt: das ist Kriegspielen!

„Gotcha expandierte und wurde zu Paintball, einem Multimillionen-Dollar-Sport mit professionellen Tournieren quer durch Europa und Amerika. Mittlerweile spielen mehrere Millionen Menschen Paintball in über 40 Ländern der Erde.“

Millionen von Menschen sind irre! Gelangweiltes Volk!

„Eigentlich braucht man für Paintball nur einen Markierer und eine Schutzmaske. Die Schutzmaske ist zwingend erforderlich, da die Bewegungsenergie von Paintballs ausreicht, um gefährliche Verletzungen im Gesicht zu hinterlassen“.

Na und? Ihr habt es nicht anders verdient!

„Wir empfehlen ebenfalls einen Halskehlkopfschutz, wobei man sich auch mit einem dicken Schal schützen kann. Einen Tiefschutz für die Genitalien und einen Brustpanzer, hauptsächlich für unsere weiblichen Mitspieler.“

Autsch!

„Es sollten auch dicke Kleider getragen werden, da die Munitionen mit 90 Metern pro Sekunde verschossen werden. Das wären soweit alle Informationen. Falls sie noch Fragen haben, stehe ich ihnen jetzt gerne zur Verfügung.“

Ja, ich hätte gerne gewusst, ob man Sie als Kind gequält oder geschlagen hat, denke ich. Oje, jetzt kommt dieser vortragende Fanatiker auch noch auf mich zu. Hmm, sieht gar nicht mal so übel aus.

„Ich freue mich sehr, dass Sie als Frau an meinem Vortrag teilgenommen haben. Unsere Mitspielerinnen sind uns mit ihren intelligenten Strategien immer haushoch überlegen. Hätten sie Lust, an dem Event teilzunehmen?“

„Aber gern“, höre ich mich sagen. „Aber gern.“

Tagged: Archive, Schweiz

Kommentare

  • Roger

    So ist es immer mit den Frauen: kluge Gedanken, gesunde Einstellung aber am Ende des Tages gehen Sie dann doch mit dem Höhlenbewohner mit. Also Männer, bleibt unzivilisiert und die Weiblichkeit liegt Euch zu Füssen.

    Mit hormonellen Grüssen
    Roger

    1. Oktober 2011 at 13:55

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