Als ich diese Woche mit meinem Cousin über den Röntgenplatz in Zürich spazierte, sah ich den Banner für das diesjährige Röntgenplatzfest an den Fahnenstangen hängen. Es findet an diesem Wochenende statt.

Wir waren gerade von einer Reise zurückgekommen, und so kam es, dass wir beim Durchqueren des gleichnamigen Platzes aufs Röntgen zu sprechen kamen. Denn auf englisch heisst durch- oder überqueren „to cross“ oder kurz „X“ wie auf den gelb-schwarzen „X-ing“-Strassenschildern, die in den USA an jedem Strassenrand stehen. Im internationalen Buchstabier- oder Fliegeralphabet wird der Buchstabe X „X-Ray“ ausgesprochen. So kamen wir schliesslich aufs Röntgen am Flughafen zu sprechen, das auf englisch X-Ray heisst. Dort durchquert das Handgepäck eine Maschine und dabei durchqueren Röntgenstrahlen das Gepäck, um gefährliche Substanzen zu detektieren. Als Passagier durchquert man einen Metalldetektor. Dies gehört zur alltäglichen Flugerfahrung wie das Einchecken vor dem Borden oder das Anschnallen vor dem Abheben.

Doch im Gegensatz zum Einchecken und Anschnallen bietet der Akt des Röntgens mehr Variationen. Je nach Flughafen müssen die Toilettenartikel aus dem Handgepäck herausgenommen werden oder nicht. Und beim Herausnehmen wird entweder ein transparenter Ziploc-Beutel verlangt oder nicht. Jede Passierstelle geht davon aus, dass auf der ganzen Welt dieselben Gepflogenheiten gelten. Deshalb bringt Diskutieren jeweils nichts. Selbst beim Laptop habe ich schon überrascht festgestellt, dass man ihn nicht immer aus dem Gepäck auf ein separates Tablett legen muss. Und im Iran habe ich erlebt, dass Petflaschen bei der Kontrolle nicht konfisziert werden. Während ich früher immer ein Sackmesser auf meinen Reisen dabei hatte, bleibt dieses nun zu Hause, weil ich meistens nur mit Handgepäck unterwegs bin.
Einmal hatte ich für eine Seventies Party eine Spielzeugpistole aus den den Sechzigern dabei. Natürlich musste ich auch diese abgeben, denn sollte im Flugzeug das Licht ausfallen, dann könne das Kabinenpersonal nicht mehr zwischen Spielzeug- und echter Pistole unterscheiden. Immerhin durfte ich mir das recht teure Spielzeug für zehn Franken nach Hause schicken lassen.

Ein anderes Kapitel ist der Körperscanner. Davon existieren unzählige Versionen vom ominösen Nacktscanner bis zum kommunen Metalldetektor. Ob man hängen bleibt oder nicht, hängt oft von einem Zufallsgenerator ab, der auch Leute heraus“piepst“, die nichts Besonderes auf sich tragen. Immer häufiger kommen auch Maschinen zum Einsatz, die versuchen, gewisse chemische Substanzen herauszuschnüffeln. Aber auch diese Maschinen haben alle ihre eigenen Persönlichkeiten: so gibt mein Reisegurt nur bei gut 50 Prozent aller Scanner an. Und ein Stück Metall, das in meiner Schuhsohle eingelassen ist, löst bei ca. einem Viertel der Maschinen ein Piepsen aus. Ich finde es immer wieder faszinierend. Mein Highlight in dieser Angelegenheit war ein zerknülltes und verwaschenes Kaugummipapier, das ich schliesslich zu meiner eigenen Verwunderung aus dem tiefsten Winkel meiner Hosentasche herausklaubte. Erst danach blieb die Maschine stumm.

Welche denkwürdigen Ergebenheiten habt ihr schon beim Röntgen erlebt?

Tagged: Archive, Schweiz

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Ihre Email Adresse wird nicht veröffentlicht

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>
*