Vor ein paar Tagen bin ich mit einer Junkers Ju-52 vom Flugplatz Dübendorf zu einem Rundflug aufgebrochen. Das war ein Ausflug, der den Namen wirklich verdient hat.

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Ju-52 in Morgenstimmung. Um 08:15 Uhr ist Check-in. (Foto: Ralph Hutter)

Check-In ist um 08:15. Es bleibt noch ein bisschen Zeit, um im Restaurant des Airforce Centers noch einen Kaffee zu trinken. Ein Rundflug mit der Ju-52 lässt sich im Übrigen optimal mit einem Besuch im Flieger Flab Museum verbinden, das sich im selben Gebäude befindet.

Mit am Check-In sind weitere flugbegeisterte Männer und deren vielleicht nur halb so flugbegeisterte Partnerinnen. Einige sind passend zum Anlass in stilechter Pilotenlederjacke und -sonnenbrille erschienen, andere in Flip-Flops und Hemden in barock-floralem Design. Letztere dürften nach einer Stunde Flug etwas kalte Füsse bekommen haben, da es auf 2.000 Metern ü.M. in einer Wellblechkiste eben keine Bodenheizung hat.

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Ein Blick ins Cockpit ist auch während des Fluges möglich. (Foto: Ralph Hutter)

Die drei mittlerweile 70-jährigen BMW-Motoren (die zwischenzeitlich auf bleifreies Benzin umgerüstet wurden) brummen ziemlich spektakulär. Der Pilot gibt einige Eckdaten durch. Rund 2.000 PS, maximal 200 km/h, 360 Liter Benzin pro Stunde Nächstes Jahr wird sie 70 Jahre alt. Die alte Tante Ju, mit welcher wir fliegen.

Es gibt keine fixe Flugroute. Die Piloten seien dafür bekannt, dass sie dem schönen Wetter nachfliegen. Trotz bedeckten Himmels – oder gerade deswegen – hat der Flug einen ganz speziellen Charme entwickelt.

Das Cockpit ist offen. Es ist möglich, während des Fluges den Kopf zwischen die Piloten in die analogen Instrumente zu stecken und ein bisschen zu tratschen und zu sagen, dass man mit Microsoft-Flight-Simulator die Strecke auch schon geflogen wäre und man einen RC-Heli besässe.

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Ein Flug, eine Stunde, fünf Seen überquert. (Foto: Ralph Hutter)

Der Flug geht über den Greifen-, Zürich-, Zuger- und Vierwaldstättersee in Richtung Napfgebiet und danach wieder zurück in Richtung Flugplatz Dübendorf.

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Die drei Propeller-Motoren sind nicht so laut, aber vibrieren ganz ordentlich. (Foto: Ralph Hutter)

Nach einer Stunde sind wir mit der Tante Ju wieder sicher in Dübendorf gelandet. Ich würde eigentlich gerne gleich noch eine weitere Runde fliegen. Aber das wird nicht so einfach.

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Landeanflug auf Flugplatz Dübendorf. (Foto: Ralph Hutter)

Die Wartezeit auf einen freien Platz dauert mitunter bis in die nächste Saison im Folgejahr. Glücklich sind diejenigen, welche wie ich dank der Absage einer Reservation binnen Wochenfrist zu einem Flug kommen. Alle wichtigen Informationen finden sich auf der Website des Airforce Center Dübendorf.

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