Ein Dorf – idyllisch, ursprünglich, abgelegen – wagt ein Projekt, das ohnegleichen ist in der Schweiz. Im 1300-Seelen-Ort Andermatt am Fusse des Oberalppasses im Kanton Uri entsteht derzeit das grösste Tourismusprojekt des Landes. Denn der Ägypter Samih Sawiris hat für den Schnäppchenpreis von 19 Millionen Franken 1,44 Millionen Quadratmeter des Urserntals erworben, um seinen Traum von einem Luxusferienresort mitten in den Bergen zu verwirklichen.
Die Bevölkerung von Andermatt teilt offenbar diesen Traum: 96 Prozent haben dem Projekt zugestimmt, weil sie darin auch ihre Zukunft sehen. Schliesslich soll Andermatt eine neue Konkurrenz zu den beliebten Winterzielen St. Moritz und Zermatt werden.

Seit dem Spatenstich Ende September 2009 hat sich viel getan. Das erste Etappenziel des Projekts „Andermatt Swiss Alps“ wird wohl Ende 2013 erreicht: Dann steht die glanzvolle Eröffnung des Luxushotels „Grand Chedi“ an. Es folgen weitere fünf Luxushotels, 490 grosszügige Wohnungen, 25 Villen und 42 andere Gebäude wie Konzertsaal, Restaurants, Bars. Nicht zu vergessen: der 18-Loch-Golfplatz und eine Tiefgarage mit 1970 Stellplätzen.

Die Zeichen stehen gut, dass das Projekt ein Erfolg wird. Schliesslich hat der Ägypter schon andere Grossbaustellen erfolgreich zu Ende gebracht: Die Ferienstädte El Gouna und Taba Heights in Ägypten sowie The Cove in den Arabischen Emiraten gehen auf Sawiris Konto. Alle Städte sind beliebte Reiseziele für Touristen aus aller Welt.

Der Investor Samih Sawiris plant zwar vorsichtig (die Architektur seines Neu-Andermatt etwa soll komplett dem alten Dorf angepasst werden). Trotzdem wird der Ski-, Freerider- und Wanderort Andermatt nie wieder so sein wie früher. Wer Andermatt noch (weitgehend) ursprünglich erleben möchte, sollte wohl besser bald hinfahren.

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