Das „Raffles“ in Singapur ist der Klassiker unter den Hotelklassikern. Wenn es eine Luxusherberge gibt, in der die Zeit in den 1939er Jahren stehen geblieben zu sein scheint, dann im „Raffles“.  Die vorhandene moderne Technik ist dezent versteckt, nichts trübt die optische Illusion der Kolonialzeit. (Fotos zur Vergrösserung einfach anklicken.)

Ein Haus mit Geschichte

Die Geschichte ist allgegenwärtig im „Raffles“. Zumal: Sie ist eng mit der Stadtgeschichte Singapurs verbunden; ist das Hotel doch benannt nach Sir Thomas Stanford Raffles, der 1819 Gründer der Stadt wurde, indem er jenen Handelsposten einrichtete, der später zu Singapur heranwuchs.

Das Hotel „Raffles“ wurde 1887 von den vier armenischen Brüdern Arshak, Aviet, Martin und Tigran Sarkies gegründet. Schnell wuchs das Gästehaus heran und wurde Stück für Stück zu einem grossen Hotel ausgebaut. Die Weltwirtschaftskrise brachte 1931 zwar den Konkurs, doch nicht das Ende des „Raffles“, 1933 ging es in Form einer Aktiengesellschaft weiter.

Das „Raffles“ scheint allen geschichtlichen Unbillen trotzen zu können, selbst dem Zweiten Weltkrieg, der japanischen Besetzung und der Nutzung als Gefangenenlager. 1987 wurde das Hotel von der Regierung zum Nationaldenkmal erklärt und zwischen 1989 und 1991 vollständig renoviert.

Legenden um die Legende

Auch mit eigenen Legenden kann dieses Hotel, das selbst zur Legende wurde, dienen: 1902 wurde im „Raffles“ unter dem Bar&Billard Room der letzte wilde Tiger Singapurs erschossen. In einer anderen Variante dieser Legende befindet sich der Tatort in der ebenfalls legendären „Long Bar“, die zum Hotel gehört. Ihre Berühmtheit hat die „Long Bar“ jedoch nicht durch den Tiger erlangt. Daran ist der „Singapore Sling“ Schuld, ein quietschrosafarbener Cocktail, der von dem chinesischen Barmannm Ngiam Tong Boon irgendwann zwischen 19010 und 1915 kreiert wurde. Bis heute ist es Kult, an der sagenhaften 13 Meter langen Bar, einen „Singapore Sling“ im kolonialen Ambiente zu geniessen.

Dem Ruf entsprechend illuster ist die Gästeliste der Luxusherberge: Von den Schriftstellern Joseph Conrad, Hermann Hesse, Rudyard Kipling, Somerset Maugham über Filmstars wie Ava Gradner, Elisabeth Taylor und Charlie Chaplin bis hin zu Königin Elisabeth II. stieg hier alles ab, was Rang und Namen hat.

Vor allem die Queen war sicherlich „amused“ darüber, mit dem „Raffles“ endlich ein Hotel zu erleben, in dem man auf Stil achtet. Denn in kurzen Hosen und Flipflops bekommt man keinen Zutritt – das ist bis heute so. In diesem Aufzug kommt man allenfalls in den tropischen Garten des Innenhofs.

Hotel-Ausstattung

Zu dem sehr zentral gelegenen Hotel gehören heute sechs Restaurants sowie diverse Lobbys und Bars, eine Shopping Arcade, ein Spa, das nichts zu wünschen übrig lässt, das „Raffles“-Hotel-Museum, ein Theater und ein Ballsaal, zu dem eine ausladende Treppe führt. Dort fanden legendären Bälle und Tea Parties statt.
Unterkunft findet der Gast in einer der 103 ganz im Kolonialstil eingerichteten luxuriösen Suiten, die sich in den vier von üppigen Gärten umgebenen Flügeln des Hauses befinden.

Zum Weiterlesen: Im Rahmen der Serie „Hotellegenden“ haben wir hier im Blog bereits das Hamburger „Atlantic“, das Berliner „Adlon“, das „Claridge’s“ in London sowie das „Ciragan Palace Kempinski Hotel“ in Istanbul vorgestellt.

Alle Fotos: Raffles.

Tagged: Archive, Singapur

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