Dass Singapur ein Inselstaat ist, wissen die meisten. Dass zu Singapur rund 60 Inseln gehören, hingegen nur wenige. Lediglich etwa die Hälfte der Inseln ist besiedelt und nur ganz wenige sind touristisch so erschlossen, dass sie leicht erreichbar sind. Einige sind auch militärisches Sperrgebiet.

Eine der grössten vorgelagerten Inseln ist Pulau Ubin (Pulau ist das malaiische Wort für „Insel“). Pulau Ubin liegt im Nordosten zwischen Singapur und Malaysia in der engen Meerestrasse von Johor. Hier sieht man, wie Singapur früher ausgesehen hat, bevor die Wolkenkratzer Einzug hielten. Es heisst, Pulau Ubin sei das letzte Kampung (malaiisch für „Dorf“) Singapurs. Fotos zur Vergrösserung bitte anklicken!

Nur wenige Touristen kommen nach Pulau Ubin. Das liegt wohl zum einen daran, dass die Insel in den Reiseführern nur nebenbei erwähnt wird und zum anderen, dass die meisten Touristen für ihren Singapur-Aufenthalt zu wenig Zeit einberechnen. Dabei hat die Stadt so viel mehr zu bieten als nur die Shoppingmeile Orchard Road und die Vergnügungsviertel am Singapore River.

Auf Pulau Ubin wohnen noch rund 400 Menschen – mitten im Urwald in einfachen Häusern. Am Hafen mietet man am besten ein Velo für rund 12 S$ am Tag. Die meisten Mountainbikes sind uralt und in entsprechendem Zustand. Kontrolliert also vor der Abfahrt, ob die wichtigsten Dinge intakt sind: Pneu, Bremsen, Gangschaltung.

Neben einer Handvoll Veloverleihs hat es hier am Inseleingang noch ein oder zwei einfachste Restaurants und Kiosks. Aber am besten, ihr kauft euch bereits in der Stadt ein Picknick, das ihr mitnehmen könnt. Für den Ausflug solltet ihr einen ganzen Tag einrechnen.

Mit reichlich Mückenspray eingesprüht, kann man sich dann auf den Weg machen, die Insel zu erkunden. Karten zum Mitnehmen konnten wir vor Ort keine auftreiben, doch unter diesem Link gibt’s eine als PDF. Ausserdem sind die Velowege ziemlich gut ausgeschildert, so dass man problemlos ohne Karte klarkommt.

Ein Highlight sind die Chek Jawa Wetlands, nur wenige Kilometer vom Hafen entfernt. Auf dem Weg dorthin fährt man über ein paar leichte Hügel, an ein paar Hütten und Horden von Affen vorbei.

Ein Abstecher in kleine Seitenwege lohnt sich. Manchmal verbirgt sich dahinter ein von Palmen gesäumter See, auf dem bunte Seerosen schwimmen. Vielleicht begegnet ihr auch ein paar Eidechsen, Schlangen, Fröschen, Krebsen oder gar Wildschweinen. Eine vollständige Liste der Pflanzen und Tieren auf der Insel findet ihr hier.

Bei den Wetlands angekommen, geht’s zu Fuss weiter durch ausgeschilderte Mangrovenwälder, auf einen Aussichtsturm und über einen ein Kilometer langen Steg vor der Inselküste. Dieser soll verhindern, dass Besucher die reiche Flora und Fauna stören.

Ein Erlebnis ist auch der Sensory Trail östlich des Hafens, ein lehrreicher und duftender Rundweg durch verschiedene Bäume, Fruchtstauden, Kräuter und Heilpflanzen. Der kleine Strand in der Nähe ist zwar idyllisch, aber leider von Besuchern verdreckt.

Anreise:
Mit U-Bahn und Bus (dauert ziemlich lange und ist mühsam) oder mit dem Taxi zum Changi Point Ferry Terminal. Die Fahrt mit dem Taxi vom Zentrum dauert etwa 20 bis 30 Minuten und kostet wie alle Taxifahrten in Singapur nicht allzu viel. Am Ferry Terminal angekommen, geht’s mit dem Bumboat, einem einfachen Holzboot, weiter auf Pulau Ubin. Die einfache Fahrt kostet 2.50 S$. Die Überfahrt mit dem Boot dauert etwa 15 Minuten.

Alle Fotos: Andrea Schmits.

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