Ich weiss, ich weiss, es ist nur ein Verdacht. Doch mit Bezug auf meinen Blogbeitrag von vergangener Woche, wollte ich einfach noch einmal auf die unterschiedliche Herangehensweise zwischen Singapur und der Schweiz hinweisen.

Die unter Schweinegrippe-Verdacht stehende Studentin kehrte aus New York zurück nach Singapur und zeigte während des Flugs erste Grippe-Symptome. Der Wärme-Radar schlug am Zoll nicht an. Doch kaum zuhause, suchte sie einen Doktor auf, der sie aufgrund ihrer Reisegeschichte notfallmässig einwies. Sie wurde nun unter Quarantäne gesetzt.

Dieselbe Geschichte könnte sich auch in der Schweiz abspielen, klar. Naja, abgesehen von dem Ausrutscher vor einigen Wochen als ein infizierter Patient (der erste H1N1-infizierte Fall) wieder nach Hause geschickt wurde. Man dachte sogar, er hätte noch den Stadtrat infisziert. Doch in Singapur wird die Story bis aufs Äusserste dramatisiert. Es gibt zwar keine Boulevardpresse wie die „Bild“ oder den „Blick“. Die Medien berichten, so wie es scheint, nüchtern. Doch die Story wird so formuliert, dass die Bevölkerung die Gefahr vor Augen behält. Dies macht Singapur auch, wenn es gegen die Bekämpfung von Dengue oder die Rekrutierung der Soldaten wirbt.

So sieht das Edutainment aus: Die Studentin wird für ihr vorbildliches Verhalten gelobt, dass sie direkt einen Doktor aufgesucht hat. Singapur würde auch weiterhin Kontrollen am Flughafen durchführen, versichern offizielle Stellen. Dazu folgt der Hinweis zur Wichtigkeit von Hygiene. Die Bevölkerung solle bei jedem Anzeichen einer Grippe sich untersuchen lassen und zuhause bleiben (?).  „Wir hatten Glück, dass wir erst jetzt den ersten Fall melden müssen“, meint Gesundheitsminister Khaw Boon Wan. Man würde die Situation weiter überwachen und die Bevölkerung gegebenenfalls informieren.

Wir haben die Grippe schon wieder vergessen. Ein bisschen makaber fand ich den Artikel von „DiePresse.com“ – Sarkasmus oder reiner Ernst? Man titelte am 19. Mai 2009: „Wer billig reisen will, fährt nach Mexiko.“

Tagged: Archive, Singapur

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