Die Alhambra ist der Touristenmagnet Nummer eins in Südspanien. Die rote Burg, wie sie auch genannt wird, wurde 1984 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt und gilt als eine der grossartigsten Schöpfungen islamischer Baukunst.

Aussenaussicht

(Foto: Detlev Mewes)

Beim Anblick von berühmten Bauwerken verschlägt es mir nur selten die Sprache. Die meisten sehen auf der Postkarte viel besser aus als vor Ort. Bei der Alhambra ist das ganz anders. Eine Postkarte könnte nie den geheimnisvollen Charme dieser maurischen Festungsstadt einfangen. Ein ganzer Bildband auch nicht. Wie eine Göttin thront die Burg, die einst Sultanspalast, Festung und paradiesischer Garten zugleich war, über der Stadt. Sie wurde von den Mauren zwischen dem 13. und 15. Jahrhundert erbaut und gilt als eines der schönsten Beispiele des maurischen Stils der islamischen Kunst.

Wunderschöne AlhambraFür einen Rundgang solltet ihr euch mindestens drei Stunden Zeit nehmen, denn das Gelände ist weitläufig und so beeindruckend, dass ihr an manchen Orten bestimmt ein wenig länger stehen bleibt. Die Anlage besteht grob aus vier Teilen. Die Alcazaba ist der Festungsbereich und zugleich älteste Teil der Alhambra. Von hier aus bietet sich ein wunderbares Panorama mit Aussicht auf das gegenüberliegende maurische Viertel und die Sierra Nevada. Der Palacio de Carlos V., ein Renaissance-Palast mit italienischem Flair, rundem Innenhof und zweistöckiger Säulengalerie, steht ganz im Kontrast zu den Gebäuden aus der Zeit der Mauren. Er wurde erst später ergänzt und beherbergt heute das Museum der Schönen Künste und das Museum der Spanisch-Muslimischen Kunst.

Der Generalife war der Sommersitz der Nasriden-Könige. Heute sind hier prachtvolle Gärten mit beeindruckenden Wasserspielen zu sehen. Leider war ich im Winter in Granada und die Beete waren nicht ganz so schillernd bunt wie sie es wohl im Frühjahr sind. Den Höhepunkt der Alhambra bilden die Nasridenpaläste mit Stuckdecken, Fliesenkunst, gemusterten Holzdecken und arabischen Schriftzügen. An diesem außergewöhnlichen, geheimnisvollen Ort ist die Geschichte wirklich noch greifbar. Hier kann man mit offenen Augen träumen und den Zauber von Tausendundeiner Nacht spüren. Beim Betrachten der Mosaiken, Stuckfriesen, dem Farbenmeer aus Kacheln und Ornamenten muss man schon aufpassen, dass einem keine Fliegen in den Mund sausen, so offen steht dieser vor Begeisterung und Bewunderung.

Löwenhof

(Foto: Wikipedia)

TIPP: Ich empfehle, die Karten im Voraus zu reservieren, denn pro Tag werden nur 8000 Tickets ausgegeben und die sind – kein Scherz – vor allem im Sommer schnell vergriffen! Dann kann es sein, dass man fünf Stunden lang ansteht und für denselben Tag kein Ticket mehr bekommt.
Die Tickets können per Telefon unter 003493492375 und auf www.alhambra-tickets.es vorbestellt werden. Der Preis beträgt 11 EUR. Auf dem Ticket ist eine Uhrzeit vermerkt. Das ist das Zeitfenster zum Eintritt in den Nasridenpalast. Nur zu dieser Zeit kommt man dort rein. Wer das verpasst, hat Pech gehabt und muss ein neues Ticket kaufen.

Tagged: Archive, Spanien

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