Im vergangenen Sommer wurde ein kleines spanisches Dorf nahe Sevilla für einen Werbegag in ein Schlumpfdorf verwandelt (wir haben darüber berichtet). Im Rahmen einer Marketingkampagne für den Film „Die Schlümpfe in 3D“ liessen die Einwohner von Júzcar alle ihre Häuser – inklusive der Kirche und der Friedhofsmauern – blau anstreichen.

Nun haben die Bewohner per Abstimmung entschieden, mindestens noch ein Jahr lang Schlumpfhausen zu spielen. Grund für die Begeisterung sind die Touristenzahlen: „Seit dem Farbwechsel dürfen wir an manchen Wochenenden mehrere tausend Touristen begrüssen. Früher hatten wir in einem ganzen Jahr nicht so viele Besucher“, sagte Júzcars Bürgermeister David Fernández Tirado in einem Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“.

Foto: WikimediaCommons; manuelfloresv.

Die Einwohner hätten sich inzwischen ganz den Schlümpfen verschrieben: „Kaum waren die Fassaden blau, begannen die Bewohner sich gegenseitig Spitznamen zu geben: Der eine wurde zu Muffi-Schlumpf, der andere zu Schlaubi-Schlumpf“, so Tirado weiter. „Ein Hotelbesitzer hat sich sogar die Haare blau gefärbt, während sich ein anderer extra eine Katze gekauft hat und nun darauf besteht, Gargamel zu sein.“

Und die exzentrischen Schlumpf-Fans gehen noch weiter. Jedes Wochenende und an Feiertagen findet ein „Mercapitufo“, ein Schlumpf-Markt, statt. Dort gibt es handgemachte Schlumpfmasken und andere Schlumpf-Souvenirs. Zusätzlich organisieren die Dorfbewohner Schlumpftouren und Umzüge.

Übrigens: Zu hundert Prozent blau ist Júzcar dann doch nicht. Wie Bürgermeister Tirado erzählt, hat sich ein einziger Dorfbewohner gegen den Gag gewehrt und sein Haus weiss belassen. Nun diskutiert das Dorf über eine einheitliche Verordnung, die den Hausbesitzer zwingen würde, sein Haus ebenfalls blau anzustreichen.

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