Die Fussball-WM in Südafrika ist vorbei. Und dank ebookers.ch fanden wir uns in jeder Stadt mit links zurecht.


Foto: Keystone; Kim Ludbrook.

Glücklicherweise erhielten wir vor unserer Reise dorthin auch eine Menge Warnungen und Ratschläge, was wir besser alles nicht tun und lassen sollten, um uns ja nicht unnötiger Gefahr auszusetzen. Denn Gefahren lauern in Südafrika ja angeblich überall. Doch entweder waren wir zu naiv oder zu wenig aufmerksam – wir haben jedenfalls keine angetroffen.


Vielleicht hatten wir einfach nur Glück, denn viele Statistiken weisen auf die hohe Kriminalität im Lande hin. Eine Webseite namens „True Crime Expo“ zeigt jedoch auch auf, wie relativ die Wahrnehmung von Kriminalität sein kann. Und während der WM hat sicher auch der grosse Einsatz von Polizeikräften dazu beigetragen, Übeltäter abzuschrecken.

Da Kapitalverbrechen meist im näheren Umfeld begangen werden und in sozial schwächer gestellten Schichten tendenziell häufiger sind, liegt es auf der Hand, dass die Kriminalitätsrate beim viel grösseren schwarzen Teil der südafrikanischen Bevölkerung höher ist. Gerade in der trotz des Apartheid-Endes fortschreitenden Trennung von Weissen und Schwarzen liegt eines der grössten Übel Südafrikas. Denn die gegenseitige Unkenntnis trägt nicht gerade zur Verständigung bei. Wie in vielen Ländern, ist es auch hier die besitzende (weisse) Schicht, die sich am meisten vor allerlei Gefahren fürchtet und ihre eigene Furcht gerne auch den (weissen) Touristen beliebt zu machen versucht.

Wir haben auf unsere Reise einige Beispiele für diese gegenseitige Unkenntnis erlebt – das unterhaltsamste im Stadion in Bloemfontein:
Ein (weisser) Südafrikaner gesellt sich zu uns und wundert sich, dass wir uns getrauen, eine Kamera mit ins Stadion zu nehmen. Für ihn sei es das erste Fussballspiel in seinem Leben, und er habe es nicht gewagt, Wertsachen mitzunehmen. Wir sind belustigt. Einige Minuten vergehen, und ein dunkelhäutiger Südafrikaner gesellt sich zu uns. Sofort sieht er, dass der Dritte im Bunde kein Schweizer Fan, sondern ein Einheimischer ist. Da beginnt er loszuprusten: „Ahhh, schaut euch mal den hier an! Du bist sicher so ein Rugby-Milchbubi, der sich bisher nicht in Fussballstadien getraut hat! Und wie gefällt es dir nun? Ich bin sicher, du wirst wiederkommen.“ Wie intuitiv recht er damit hatte!

Immerhin scheint es die WM also trotz fast unerschwinglicher Eintrittspreise geschafft zu haben, wenigstens ein bisschen am Schwarz-Weiss-Schema zu rütteln. Doch das Thema ist noch lange nicht zu Ende, weder in Südafrika noch sonst wo. Fortsetzung folgt – spätestens in Brasilien 2014.

Tagged: Archive, Südafrika

Kommentare

  • ernie

    In einem Fast Food Restaurant (http://www.nandos.co.za/) habe ich diese lustige Werbung gesehen, die auch ein bisschen in Richtung Vorurteile deutet: „Many foreign visitors belief we eat with our hands. Let’s not dissapoint them.“

    21. Juli 2010 at 18:27

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