Die Tropeninsel Sansibar liegt vor Ostafrika im Indischen Ozean und gehört zu Tansania. Eigentlich ist Sansibar ein Archipel, und die Hauptinsel heisst Ungunja, genannt wird sie aber einfach: Sansibar.


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Soweit die nüchternen Fakten. An den Küsten und Häfen Europas gehört Sansibar zu den viel besungenen Tropenperlen. Unzählige Shantys besingen die Insel, von der auf Seefahrer schon immer ein geheimnisvoller und magischer Reiz ausging. Der deutsche Rockbarde Achim Reichel setzte ihnen allen in seinem Song „Sansibar-Aloha Heja He“ ein Denkmal.

Auch Popstars der leiseren töne wie Billy Joel haben die Insel besungen. Einer hat das nicht getan, dabei ist der bekannteste Sohn der Insel und wurde gern „the voice“ genannt: Freddy Mercury. Der 1991 verstorbene Leadsänger der Popband Queen wurde 1946 als Farrokh Bulsara in Stonetown, der auch Sansibar-Stadt genannten Hauptstadt Sansibars geboren.  Sein Geburtshaus kann besichtigt werden. Mercury war Teil des einmaligen Völkergemischs auf Sansibar. Er entstammt einer Parsi-Familie aus Indien.

Neben Indern kamen persische Shirazi, arabische Omani, Portugiesen und Briten auf die Insel und hienterliessen ihre baulichen und kulturellen Spuren. Gewürze kamen mit den arabischen Seefahrern aus dem Oman nach Sansibar und gediehen hier wie nirgends sonst. So waren es die Gewürze, die schnell viele Seefahrer und Händler aller möglichen Nationen anzogen und die Insel reich und berühmt machten. Neben Muskat und Nelken wurde hier auch mit Gold und Elfenbein gehandelt, später kam noch der Sklavenhandel dazu.

Das alles zeigt sich in der Altstadt von Stone Town; die Stadt ist ein Spiegel der Kultur und Geschichte der Gewürzinsel. Sie ist das zu Stein gewordene orientalische Märchen schlechthin mit den persischen Bädern, den prächtigen Sultanspalästen und vielen arabischen Häusern aus Korallengestein, die reich verziert sind, verschnörkelt-nostalgischen Türen und Laternen.

Foto: WikimediaCommons; Eirik Newth.

Buntes Basartreiben sieht man an den verwinkelten Gassen mit persischen Silberschmieden und Schnitzern, die man bei der Arbeit beobachten kann, daneben Bäcker und Tuchhändler, die ihre Ware anpreisen. Da stehen Inder neben Schwarzafrikanern, Abkömmlinge von Portugiesen neben Arabern und Persern und werben in allen Sprachen. Ein friedliches Bild mit einem Hauch des Dufts nach Nelken, Zimt und Vanille darüber.

Foto: WikimediaCommons; Esculapio.

Stone Town ist wie zum  Geniessen gemacht, beispielsweise abends in den „Forodhani Gardens“ mit den vielen Essensständen und kulinarischen Köstlichkeiten, oder bei einem Sundowner im „Africa House“. Und einmal wenigstens muss man es machen: Stonetown vom Meer aus anschauen, malerisch und bezaubernd erlebt man so die Magie von Sansibar, am stilechtesten natürlich unter Segeln auf einer Dhau, dem Schiffstyp, mit dem schon die Omani hierherkamen.

Doch das ist nicht alles, was die Insel Sansibar zu bieten hat. Spice-Tours zu den Gewürzplantagen der Insel sind von jedem Ort aus möglich – ein sinnliches Erlebnis, das den Unterschied von Original-Gewürzen und dem billigen Supermarktabklatsch erkennen lässt.

Zu Sansibars Magie gehören auch die Tropenstrände. Strahlend weiss vom Korallensand zieht sich ein helles Band um die Insel, besonders die Strände von Nungwi und Kendawa im Inselnorden.  Genauso schön sind im Osten die Strände von Paje und Bwejuu. Jambiani glänzet mit endlosen Palmenhainen an bis zum Horizont reichenden Stränden. Eine weitere Strandperle ist der Kiwengwa Beachin der Mitte der Ostküste, der nur eine Dreiviertelstunde von Stonetown entfernt ist und mit herrlichen Schnorchelrevieren aufwartet.

Foto: WikimediaCommons; Eirik Newth.

Einen kleinen Wermutstropfen für Reisende: Sansibar ist so gross, dass man nicht immer und überall auch bei Ebbe baden kann. Aber – trotz dieser „Einschränkung“ – Sansibar ist ein Paradies auf Erden.

Tagged: Archive, Tansania

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