Das „Ciragan Palace Kempinski Hotel“ in Istanbul ist eines der Hotels, die sehr schnell zur Legende wurden. Und das obwohl der Grandhotel-Betrieb hier noch gar nicht so lange läuft. Neben dem überragenden Service ist es vor allem die die Kombination aus Lage und Bauwerk, die das Hotel zu etwas ganz Besonderem machen. (Fotos zur Vergrösserung bitte anklicken.)

Das „Ciragan Palace Hotel“ ist am europäischen Bosporus-Ufer zwischen den Stadtteilen Besiktas und Ortaköy gelegen, nur rund vier Kilometer vom Taksim-Platz entfernt, auch zum Atatürk-Flughafen sind es nur 30 Kilometer.

Die Geschichte des Hotels

Die Geschichte des Ciragan-Palasts ist wechselvoll. Ursprünglich war dieses Grundstück der Kazancioglu-Garten. Der Grosswesir Ibrahim Pascha, Schwiegersohn des Herrschers Ahmet III., baute an diesem Platz eine der „Yali“ genannten noblen Strandvillen und veranstaltete dort zusammen mit seiner Frau Lichterfeste mit Fackelbeleuchtung. So kam das Grundstück zu dem Namen „Ciragan“, denn der bedeutet nichts anderes als „Lichterfeste“.

Anfang des 19. Jahrhunderts kaufte der Grosswesir von Sultan Selim III. Ciragan, liess das Gebäude abreissen und 1805 einen Palast erbauen, den Sultan Mahmud zuweilen als Sommerresidenz nutzte. Sultan Abdülmecid I. gefiel zwar die Lage, nicht aber der Palast, und so liess er ihn 1855 wiederum abreissen und neu bauen. Fertig wurde er aber erst 1857, als schon Sultan Abdülaziz Herrscher am Goldenen Horn war. Abdülaziz liess den Palast im inzwischen im Osmanenreich in Mode gekommenen arabischen Stil umgestalten, nach zwanzigfacher Neuerstellung der Pläne. Zwei der damaligen Palasttüren kann man bis heute in Berliner Museen bewundern. Die Prunktüren hatten Kaiser Wilhelm II. bei einem Istanbulbesuch 1898 so gut gefallen, dass der Sultan sie ihm als Geschenk übersandte.

Nach der Absetzung von Sultan Abdülaziz im Jahr 1876 wurde er im Ciragan-Palast bis zu seiner Ermordung  nur wenige Wochen später mitsamt seiner Familie gefangen gehalten. Sein Nachfolger Murat V. erlitt ein ähnliches Schicksal. Er wurde nach dem Putsch 1876 für drei Monate Sultan, dann aber abgesetzt  und bis zu seinem Tod im Jahr 1904 mit seiner Familie 28 Jahre lang im Ciragan-Palast festgehalten.
Ab 1909 wurde der Palast als Parlament genutzt, 1910 brannte er bis auf die Aussenmauern ab. Und erst Ende der 1980er Jahre wurde der aus ursprünglich aus Marmor bestehende und 80’000 Quadratmeter Fläche umfassende Palast als Hotel für die Kempinski-Gruppe von einer Investorengruppe neu aufgebaut und 1990 eröffnet. Im Jahr 2007 wurde das Haus vollständig renoviert.

Luxus pur

Der wiederaufgebaute und liebevoll restaurierte Märchenpalast verströmt ein ganz besonderes Flair. 313 elegante Zimmer – die meisten mit Balkon und einem märchenhaften Blick auf den Bosporus – warten auf Besucher. Üppiger Orient herrscht hier auch im Bett – Kingsize mit Bergen unterschiedlichster Kissen lassen den Gast schlafen wie ein Sultan.

Fast schon selbstverständlich bei so viel Luxus ist neben einem grossen Wellnessbereich ein stilechter türkischer Hamam. Diese einzigartigen luxuriösen Einrichtungen im historischem Ambiente eines Sultanpalasts ist inmitten herrlicher Gärten an der bezaubernden Uferpromenade gelegen, mit grandiosen Blick über den Bosporus und auf die Altstadt.

Ein Infinitypool erweckt dem Eindruck, direkt ins Meer weiter schwimmen zu können. Zur Entspannung und Abkühlung bei grosser Sommerhitze reicht ein Butler dem Gast direkt am Pool vorgekühlte Handtücher. Es sind diese kleinen Extras, die das Hotel so besonders machen. Abgerundet wird der luxuriöse Eindruck von sechs Restaurants mit preisgekrönter Spitzenküche. Kein Wunder also, dass das „Ciragan Palace Kempinksi Hotel“ als erstes Haus der Türkei Mitglied der „The Leading Hotels of the World“ wurde.

Zum Weiterlesen: Im Rahmen der Serie „Hotellegenden“ haben wir hier im Blog bereits das Hamburger „Atlantic“, das Berliner „Adlon“ und das „Claridge’s“ in London vorgestellt.

Alle Fotos: Ciragan Palace Kempinski Hotel.

Tagged: Archive, Türkei

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