Jedes Land hat seine Eigenheiten. Und vor allem beim zeremoniellen Trinken variieren diese sehr. Schon gewusst, dass man in Ungarn keinesfalls mit Bier anstossen sollte?

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In vielen Ländern gehört es einfach dazu: Biergläser oder -flaschen werden kurz aneinander gestossen, erst dann sollte man den ersten Schluck nehmen. In Ungarn ist das aber unüblich. 150 Jahre lang war es sogar verboten. Grund: Nach der Niederschlagung der Ungarischen Revolution im Jahr 1848 stiessen die Österreicher auf ihren Sieg ausgiebig an, und zwar mit Bier. Ein weiterer Zwischenfall ereignete sich im Folgejahr: Im Auftrag von Kaiser Franz Joseph I wurden mehrere ungarische Generäle hingerichtet, worauf die Henker ebenfalls ausgiebig anstiessen. Kein Wunder also, dass die Ungarn das bis heute nicht gerne sehen.

Und wie trinkt man nun sein Bier in Budapest, Debrecen, Miskolc, Szeged, Pécs, Győr und allen anderen ungarischen Orten? Man sucht zuerst Augenkontakt mit dem Gegenüber, hebt dann das Glas und sagt „Egészségedre“, was dem deutschen „Prost“ entspricht. Die Aussprache sollte man aber vorher üben, denn „Egészségedre“ kann schnell als „für deinen Hintern“ verstanden werden, statt als „für deine Gesundheit“.

Das Zusammenstossen der Gläser gilt übrigens nur für Bier. Bei allen anderen Getränken lässt man in Ungarn die Gläser genauso gerne klingen wie wir.

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