New YorkNoch vor ein paar Jahren fand ich es immer richtig cool, auf meinen Reisen einen „lonely planet“ in der Hand zu halten – die englische Ausgabe versteht sich, denn damals gabs den Reiseführer nur auf Englisch. Das war wie so ein Erkennungszeichen unter Backpacker. Heute greife ich eher zu Reiseführern aus den Häusern „Dumont“ und „Michael Müller Verlag“. Erstens sind da mehr Bilder drin und zweitens hat die nicht jeder und die Geheimtipps, die da drin stehen, sind wirklich welche, während die im „lonely planet“ schon längst keine mehr sind.

Für meine anstehende New-York-Reise im Herbst, bin ich aber doch wieder schwach geworden und habe mir einen „einsamen Planeten“ gekauft, allerdings auf Deutsch. Das Cover ist relativ unspektakulär, dafür ist das Buch im hinteren Teil mit einem extra „Cityplan“ bestückt (so viel zum Thema „deutsche Ausgabe“), Pläne mit dem Metronetz sind selbstverständlich auch dabei. Sehr beeindruckt haben mich gleich die ersten Seiten im Buch. Hier werden Einwohner New Yorks zu ihren Stadtvierteln befragt, zum Beispiel eine Feuerwehrfrau aus Williamsburg oder ein Pizzabäcker aus Manhattan: Wie wird ihr Viertel in fünf Jahren aussehen? Was unternehmen sie am liebsten in New York? Ebenfalls ein Pluspunkt sind die Stadtspaziergänge. Sie sind für diejenigen gedacht, die keine Lust oder keine Zeit haben, sich eine eigene Stadtführung zusammen zu stellen. Die vorgeschriebenen Stadtspaziergänge sind sicher eine gute Möglichkeit, in recht kurzer Zeit so viel wie möglich von der Stadt zu sehen. Neben der allgemein üblichen Rubrik „Sehenswertes“ erhält der Leser auch viele Tipps für Aktivitäten im Freien – vom Felsklettern bis zur Vogelbeobachtung.

Sehr konkret wird der „lonely planet“, wenn es um Essen und Trinken geht. Hier sind nicht nur die besten Bars aufgelistet sondern sogar „Die besten Bars mit Billard“ oder „Die besten Bars mit Jukebox“. Zahlreiche Shoppingtipps und eine umfangreiche Beurteilung von Hotels aller Preisklassen sind ebenfalls im Buch zu finden. Leider hat man bei allen Ausgaben von „lonely planet“ immer das Gefühl, hier wurden viel zu viele Informationen auf viel zu wenig Papier gepresst. Das schlägt sich im Layout nieder: kleine Schrift, wenige Fotos, teilweise ewig lange Texte ohne Absatz. Aber besser als andersrum, oder?

Tagged: Archive, USA

Kommentare

  • Romano

    Dein kritischer Beitrag zu Lonely Planet gefällt mir!

    Als überzeugter Lonely Planet Traveller bin ich auch gerne Teil der LP-Community. Normalerweise kaufe ich die englische Ausgabe – auch wenn die deutsche Ausgabe verfügbar ist.

    Jedenfalls vergleiche ich immer die Erscheinungstermine der beiden Ausgaben. Oft ist nämlich bereits eine neue englische Ausgabe erschienen. Die Übersetzung der deutschen Ausgabe ist jedoch verzögert und basiert vielleicht noch auf der alten Version.

    In New York war ich auch mit der deutschen Ausgabe unterwegs. Ich wählte das im Lonely Planet empfohlene Backpacker Jazz on the Park . Kann ich empfehlen! Enjoy New York!

    12. September 2008 at 14:03
  • Tobi

    Ich bin grosser Fan des LP und habe bereits einge grosse Reisen unternommen, so z.b Peru und Neuseeland. Als treuer Begleiter war immer der entsprechende LP dabei. Wie Romano geschrieben hat, schaue ich immer, welches die aktuellste Ausgabe ist und kaufe diese. Egal ob sie denn auf englisch oder deutsch ist.

    Ich finde, die Geheimtipps im LP sind immer noch welche, denn ich habe noch nie in einem Restaurant andere Gäste gesehen, welche mit dem LP antanzen.

    13. September 2008 at 06:23

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