Unsere nächste Etappe führt uns von Le-Puy-en-Velay nach Langeac. Zunächst nehmen wir die Strasse Richtung Süden nach Pradelles unter die Räder. Der Ort mit nur wenigen Hundert Einwohnern ist einer wie aus dem Museum – gut erhaltene und aufwändig renovierte Steinhäuser, kopfsteingepflasterte Gassen, Plätze und Brunnen verleihen dem Städtchen einen historischen Charme. Wir entschliessen uns, der Route touristique des Gorges de l’Allier entlang zu fahren. Diese kurvenreiche, teilweise schmale Strasse ist für Wohnmobile zwar nur bedingt geeignet, aber man wird mit herrlichen Panoramaausblicken über die Allier-Schlucht sowie die grüne Umgebung belohnt. Wir fahren bis nach Pont d’Alleyras, danach via Cayres zurück auf die Hauptstrasse. Wer von Pradelles nach Brioude auf der Route touristique des Gorges de l’Allier fahren will, sollte unbedingt einen ganzen Tag einrechnen.

Le Velo-Rail de Pradelles ist ein Vergnügen der besonderen Art. Auf einer stillgelegten Eisenbahnlinie kann man ab Pradelles auf einer Länge von 18 Kilometern auf einem Schienenfahrrad die Landschaft bereisen. In der Auvergne kommt die Saison erst Mitte bis Ende Mai so richtig in Gang; leider bleibt uns deshalb die Velofahrt auf Schienen verwehrt. So kurven wir weiter nach Langeac, das direkt am Allier liegt. Der weitläufige Campingplatz Des Gorges de l’Allier ist nur von einer Handvoll Wohnmobilen besetzt. Wir sichern uns das schönste Plätzchen direkt am Allier und feuern sogleich den Grill an.

Eine touristische Attraktion der Gegend ist eine zweistündige, kommentierte Zugfahrt von Langeac nach Langogne (die umgekehrte Richtung ist ebenfalls möglich). Auf 67 Kilometern passiert man nicht weniger als 51 Tunnels und 16 Viadukte und schlängelt sich entlang der tief eingeschnittenen Gorges de l’Allier.

 

Foto: Der Allier (Claudia Lambrich)

Ebenfalls sehenswert sind Lavaudieu, das auf der Website mit den schönsten französischen Dörfern aufgelistet ist, und Brioude. Einmal mehr verspricht eine Basilika, die des St-Julian, atemberaubende Momente. Mit einer Länge von 74 Meter ist sie die grösste und eine der schönsten romanischen Kirchen in der Auvergne. Die über 300 Kapitelle sind grösstenteils recht gut erhalten und zeigen eine grosse Vielfalt an religiösen Themen. Aussergewöhnlich sind ausserdem die bemalten Säulen und die prächtigen Bodenmosaike. La Maison du Saumon et de la Rivière ist zwar ganz den Lachsen gewidmet, die den Allier stromaufwärts wandern, doch bei unserem Besuch sind nur wenige Lachse zu bewundern. In diversen Aquarien kann man jedoch auch andere Bewohner des Flusses bestaunen.

 

Foto: Die Kathedrale von Brioude (Claudia Lambrich)

Wir fahren weiter nach Les Pradeaux, zum Campingplatz La Grange Fort. Wir parken unser Wohnmobil auf einem Stellplatz mit wunderbarer Aussicht über den Allier. Das ganze Gelände gehört zu einem prächtigen Landgut aus dem 15. Jahrhundert. Mit über 30 Euro pro Nacht schlägt dieser Campingplatz am teuersten zu Buche, doch er bietet auch mehr als üblich: Restauration, Hallenbad und Freibad, Sauna sowie diverse Aktivitäten wie Kanu- und Klettertouren oder Quadfahrten. Bald erfahrt ihr mehr über unsere Abenteuer in der Auvergne.

 

Foto: Unterwegs in unserem rollenden Zuhause (Claudia Lambrich)

Zum Weiterlesen:
Unbekannte Auvergne (1): Kathedralen und Käse

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