Wer individuell in der Auvergne unterwegs ist, braucht einen Reiseführer. Empfehlen kann ich von Reise Know-How „Auvergne, Cevennen, Massif central“. Gute Tipps hält ausserdem Band 11 der Womo-Reihe bereit. „Mit dem Wohnmobil in die Auvergne“ ist zwar optisch nicht sonderlich schön gestaltet, bietet aber persönliche Schilderungen der Autoren und 13 im Detail beschriebene Touren.

Was man sonst noch bei einer Reise in die Auvergne wissen muss:

  • Die Saison beginnt vielerorts erst Mitte Mai und endet Mitte Oktober. Vorher und nachher muss mit Einschränkungen bei Öffnungs-/Betriebszeiten gerechnet werden.
  • Eine Nacht im Wohnmobil kostet auf den meisten Plätzen für zwei Erwachsene zwischen 10 und 15 Euro (inkl. Stomanschluss).
  • Die Mautgebühren für die Benützung von Autobahnen schlägt teilweise teuer zu Buche. Hier gibts ein Gebührenrechner, allerdings nur in französischer Sprache.
  • Auch wenn es Asterix in der Auvergne anders ergangen ist (in „Asterix und der Avernerschild“) – wir konnten uns mit unserem Schulfranzösisch sehr gut verständigen. Die Bevölkerung ist sehr hilfsbereit und zuvorkommend.
  • Wir genossen den Baguette-Service. Mit Ausnahme von einem Campingplatz konnte man auf allen Plätzen am Vorabend eine Bestellung für frische Baguettes, Pains au chocolats oder Croissants aufgeben. Besonders gemundet hat uns das Fournil von Florentin in Vichy.

Ferien mit dem Wohnmobil eignen sich nicht für jedermann. Folgendes sollte man sich zuerst überlegen:

  • Campingferien sind einfache Ferien. Auch auf mit drei oder vier Sternen klassifizierten Plätzen sind die Sanitärinstallationen nicht blitzblank. Flipflops zum Duschen sind meistens angebracht.
  • Mücken, Wespen und andere kleine lästige Tierchen sind vor allem im Hochsommer und an Gewässern nie weit entfernt.
  • Kochen für eine Grossfamilie dürfte auch ziemlich schwierig sein, da es meistens nur drei Herdplatten und sehr wenig Ablagefläche gibt.
  • Es lohnt sich, in der Nähe des Wohnortes ein Wohnmobil zu mieten. Man verstaut Kleider, Velos, Grill, Campingtisch und -stühle sowie eventuelle Vorräte schon vor der Haustüre und braucht weder Koffer noch Tasche.
  • Ferien mit einem Wohnmobil sind vor allem mit älteren Kindern empfehlenswert. Meistens verfügen die Campingplätze über ausreichende Spielmöglichkeiten, die Kinder können sich innerhalb des Campingplatzes frei und sicher bewegen.
  • Beruhigend für viele Kinder ist es, jede Nacht im gleichen Bett und nah bei Mama und Papa zu schlafen (übrigens haben oben liegende Betten immer ein Sicherheitsnetz). Allerdings kann dies auch ein Störfaktor sein, wenn man gewohnt ist, in unterschiedlichen Zimmern zu schlafen.
  • Etwas ungemütlich und eng, wird es bei schlechten Witterungsverhältnissen. Nasse Kleidung mehrerer Personen im Wohnmobil aufzuhängen, drei Paar dreckige Gummistiefel am Eingang zu deponieren, Stundenlang nur Bücher anschauen und Spiele spielen – irgendwo hört der Spass auf! Daher lohnt es sich – mehr als bei Hotelferien –, die Reisezeit der Destination anzupassen. Achtung: Bei nassem Wetter und feuchtem Boden nie zu weit auf die Stellplätze resp. ins Gras fahren. Die Räder drehen durch das Gewicht des Fahrzeugs schnell durch. Ein vollbepacktes Wohnmobil aus dem Dreck zu ziehen, ist nicht ganz einfach.

Mir haben die Ferien im Wohnmobil sehr gefallen. Der Abenteuerfaktor ist um ein vielfaches höher als im Hotel, man kommt schnell in Kontakt mit anderen Reisenden und erfährt im rollenden Zuhause bequem und gemütlich die Umgebung. Also: WoMo mieten und geniessen!

 

Foto: Auvergne, wir kommen wieder! (Claudia Lambrich)


Zum Weiterlesen:

Unbekannte Auvergne (1): Kathedralen und Käse
Unbekannte Auvergne (2): Wie im Museum
Unbekannte Auvergne (3): Zwischen Vulkanen
Unbekannte Auvergne (4): Wasser, Wald und Wein

Tagged: Archive, Familientipps, Frankreich, Reisetipps & Insider

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