Im „Four Seasons Hotel“ in Las Vegas, genauer gesagt, im Erdgeschoss des „Mandala Bay Resort“ verbirgt sich eine wahre Perle: das „Charlie Palmer Steakhouse“.

Fast jedes Steakhouse rühmt sich „Steakhouse No.1 in Town“ und verweist auf irgendeine Rangliste irgendeines Hochglanz-Gastromagazins. Charlie Palmer hat das nicht nötig. Es ist die Nummer 1.

Charlie Palmers Steakhouse - stilvolles Club-Ambiente Charlie Palmer Steakhouse – stilvolles Club-Ambiente

Das Charlie Palmer Steakhouse liegt ganz südlich am Strip im „Mandala Bay Resort“. Man würde es es kaum zufällig beim Vorbeigehen entdecken. Offen gestanden, habe ich das Steakhouse ungeplant und aus reiner Bequemlichkeit besucht – so musste ich nicht einmal das Hotel verlassen. Umso grösser war die Überraschung, dass es sich um ein solch ausgezeichnetes Restaurant gehandelt hat.

Das ruhige, stilvolle Ambiente ist eine Wohltat im sonst rauschenden und blinkenden Las Vegas und passt sehr gut zur Atmosphäre im „Four Seasons Hotel“. Vielleicht eine Spur zu schummrig (darum gibt es diesem Post auch keine guten Bilder vom Futter).

Die Menükarte alleine ist ein kleines Abenteuer für alle, die Fleisch oder Seafood mögen. Ich habe selten so lange gebraucht, um mich auf ein Gericht festzulegen. 16 oz. NY Strip Steak with caramelized Garlic Jus oder vielleicht eher das 18 0z. Bone In Rib-Eye wth sweet Onion Jus mit Crispy Fingerling Potatoes? Oder doch lieber Truffle baked Potatoe?

Schliesslich: Das NY Strip Steak kam perfekt „medium rare“ und die Crispy Fingerling Potatoes, welche wir als „Kartoffelspäne“ bezeichnen würden, haben hervorragend dazu gepasst.

Die Empfehlung des Kellners war also nicht falsch. Überhaupt ist das ganze Personal durchs Band freundlich und hilfsbereit, und man nimmt ihm ab, es sei echt und nicht im Gastro-Kurs angelernt.

Hingegen merkt man den Marketing-Drill. Die Angestellten sind gute Verkäufer und wüssten zu jedem Gericht noch ein anderes Glas Wein oder eine weitere Beilage. Wenn man an einem Montag Abend ausserhalb der Saison fast alleine im Restaurant sitzt, fühlt man sich zwischenzeitlich vielleicht etwas überbetreut. Aber das verzeiht man ihnen schnell, denn sie sind ausserordentlich gute Gastgeber.

Der einzige Wermutstropfen war der Chardonnay (billiges Wortspiel) zum Apéro. Für 20 USD pro Glas hätte ich etwas mehr als einen Tankstellen-Wein erwartet. Aber das ist so eine Angewohnheit von mir. Chardonnay wählen, wenn ich unschlüssig bin – und dann enttäuscht sein.

Charly Palmer Steakhouse - Lobby und Eingang zur Bar
Charly Palmer Steakhouse – Lobby und Eingang zur Bar

Gleich angrenzend, befindet sich die Bar. Und zwar eine dieser Bars, wo der Barkeeper spät abends noch ein offenes Ohr hat für alle verrückten Geschichten, die Hotelgäste spontan einem Barkeeper anvertrauen möchten. „You know – the world’s a funny place – she’s asking me, if I need a blue pill“, erzählt ihm der angeheiterte Amerikaner, als seine aufgedonnerte 15 Jahre jüngere Begleitung kurz in Richtung Toilette verschwunden war.

Das ist so noch so eine Angewohnheit von mir: Gespräche fremder Leute an Hotelbars (oder auch im Zug) zu belauschen und gleich zu vertwittern oder in Blogartikeln zu verwenden.

Schön schummrig, schöne Gin Tonics, einen Besuch wert – sei es nur zum Apéro oder auf dem Heimweg ins Hotelzimmer. Aber Finger weg von den Chardonnays!

Tagged: Archive, Reisetipps & Insider, USA

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