Unter einem Business Trip stellt sich manch eineR etwas anderes vor als einen Ausflug nach Diessenhofen. Doch dahin hat es Udo verschlagen. Nach Diessenhofen fährt ein Zug namens „Thurbo“, bei dessen Anblick es Udo meist schwindlig wird. Die Heckflosse von Continental Airways und der Schriftzug auf dem Thurbo – beides ähnlich irritierend! Udo nimmt am Rhein an einer Weiterbildung teil und gibt vor, ein vielversprechender Manager zu sein.

Diessenhofen by night bietet nicht gerade zahlreiche Sehenswürdigkeiten. Am Tag aber lockt das Städtchen mit einem Spaziergang an der Uferpromenade, seiner malerischen Landschaft und dem mittelalterlichen Ortskern. Zudem liegt Diessenhofen direkt am nationalen Radwegnetz. Udo nimmt sich vor, nächstes Mal per Fahrrad anzureisen – nicht zuletzt weil es den Blick auf den Thurbo-Schriftzug erspart.

Während des gemeinsamen Nachtessens schweift das Gespräch ab zum Thema Geschäftsreisen. Udo plaudert ein wenig aus dem Nähkästchen. Apropos, Udo trägt für kleidungstechnische Notfälle immer ein kleines Nähset mit sich herum. Nur die Schere musste leider daraus entfernt werden. Die neuen Regeln beim Handgepäck erfordern dies. Und wer grundsätzlich wie Tyler Brûlé nur mit Handgepäck unterwegs ist, der reist scherelos.

Geschäftsreisen sorgen immer wieder für heisse Köpfe. Es existiert bei Udos Arbeitgeber eine mehrseitige, interne Weisung, die jedes nur erdenkliche Detail zum Thema regelt. Trotzdem gelingt es manchen Mitarbeitern in beeindruckender Regelmässigkeit, sich über die Weisung hinwegzusetzen. Dabei haben Geschäftsreisen so viele positive Nebenwirkungen. Beispielsweise ist man für die Dauer des Fluges unerreichbar – welche Gnade für den gestressten Manager!

Auf langen Flügen darf man bequem in der Business Class fliegen. Die Meilen darf man später selbst verwerten – ganz ohne Skandal. Und wer auf seiner Corporate Card das Meilensammelprogramm aufgeschaltet hat, sahnt so beim Bezahlen gleich doppelt ab. Wer es schliesslich gut mit seinen Kunden hat, der vereinbart auch mal ausgefallene Treffpunkte wie Hawaii oder Guam – und hängt sogleich noch ein paar Ferientage daran. Wem das alles nicht reicht, bleibt wie erwähnt ein Verstoss gegen besagte Weisung: Weshalb beispielsweise nicht auf Geschäftskosten die Minibar ausräumen? Hier in Diessenhofen sucht man vergebens nach einer Minibar und Pay TV gibts auch nicht. Höchste Zeit, abzuschalten und ins Land der Träume aufzubrechen.

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