Die Landschaft von Guilin ist eine der meistfotografierten und meistgemalten Landschaften Chinas und ziert das Cover so manchen Reiseführers. Sogar auf einer chinesischen Geldnote ist die Landschaft abgebildet. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall.

Eine düstere Flussfahrt auf dem Li Guilin. Foto: Andrea Schmits
Eine düstere Flussfahrt auf dem Li Guilin. Foto: Andrea Schmits

Entstanden ist die atemberaubende Karsthügel-Landschaft durch jahrtausendelange Erosion abgelagerten Muschelkalks. Vor 300 Millionen Jahren erstreckte sich hier ein weites Meer, das seinen Boden nach dem Abfluss des Wassers den neuen Elementen aussetzte und einzelne Hügel, unterirdische Flüsse und Höhlen freigab. Fast jeder Karstkegel birgt Höhlen, in denen immer noch die Stalagtiten und die Stalagmiten wachsen.

In den Tagen, die wir dort verbringen, regnet es leider fast ununterbrochen. Viele Sehenswürdigkeiten stehen unter Wasser und können nicht besichtigt werden, zum Beispiel der Elefantenrüsselberg im Süden der Stadt. Der Felsen sieht so aus, als tauche ein Elefant seinen mächtigen Rüssel in den Fluss Li. Der Legende nach stieg einst ein Elefant aus dem Himmel auf die Erde, um den Menschen bei der Arbeit zu helfen. Das erzürnte den Himmelskaiser, der dem Tier nachstieg und es erstach, während es am Fluss Wasser trank. Daraufhin versteinerte der Koloss.

Auch die gebuchte Flussfahrt auf dem Li fällt an unserem ersten Tag ins Wasser. Der Pegel ist zu hoch. Stattdessen führt uns die Tourleiterin zu den Silver Caves, eine riesige, farbig beleuchtete Tropfsteinhöhle, durch die man etwa 30 Minuten lang hindurchspazieren kann.

Die Tropfsteinhöhle Silver Caves. Foto: Andrea Schmits
Die Tropfsteinhöhle Silver Caves. Foto: Andrea Schmits

Auf dem Rückweg fahren wir am Moon Hill vorbei, in dessen Nähe wir – nach vier Wochen China – zum ersten Mal richtig gut chinesisch essen. Hier im Süden des Landes muss ich meine Meinung über China noch einmal überdenken: Im Norden war es schmutzig, die Menschen unfreundlich und das Essen meist ein Graus. Mit dem Süden Chinas ist das nicht zu vergleichen!

Am nächsten Tag hat sich das Wetter etwas beruhigt, und der Li-Fluss ist für die Schifffahrt wieder geöffnet. Diese sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen, denn sie ist der Grund, überhaupt nach Guilin zu reisen. Zwar ist an diesem Tag der Wasserstand immer noch sehr hoch, das Wasser daher braun und die Inseln teilweise überschwemmt, trotzdem kann man die Schönheit der Landschaft erkennen. Während drei Stunden führt uns das Schiff, auf dem wir wiederum köstlich essen, durch die Karsthügel hindurch nach Yangshuo.

Das für chinesische Verhältnisse kleine Städtchen mit rund 300’000 Einwohnern hat eine kleine Einkaufsstrasse, in der gefälschte Markenartikel von Chanel bis Nike feilgeboten werden. Auffallend ist, dass die Ware hier offen in den Läden präsentiert wird, während in anderen chinesischen Städten wie Shanghai und Hongkong der Verkauf von Fälschungen nur in Seitengassen und Hinterzimmern mit zugeklebten Fenstern stattfindet. Ist das hier legaler als anderswo?

Übernachten kann man sowohl in Guilin selber oder, noch besser, in Yangshuo. Wir hatten aus praktischen Gründen ein Hotel in Guilin: weil dort der Bahnhof ist. Die Stadt an sich hat aber nicht viel zu bieten, deshalb würde ich eher empfehlen, sich in Yangshuo ein Zimmer zu nehmen.

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