Helgoland ist anders. Kein Verkehrslärm. Keine Abgase. Schon morgens, wenn man aufwacht, nichts als Stille. Höchstens ein paar Möwen, die schreien. Und das Rauschen der Nordsee. Die Insel ist nämlich autofrei, aber wozu sollte man hier auch ein Auto benutzen wollen?! Der Buntsandsteinfelsen Helgoland besteht aus drei Ebenen mit 60 Metern Höhenunterschied zwischen dem Unterland am Hafen und dem Plateau des Oberlands.

Man kann nach Helgoland fliegen, oder mit der Schnellfähre, dem Katamaran „Halunder Jet“ direkt in dreieinhalb Stunden von Hamburg aus anreisen. Klassisch und langsamer geht es mit dem Seebäderschiff, dafür aber mit einem Hauch von Kreuzfahrtfeeling.

Helgoland, der rote Fels in der Nordsee. Foto: B. Jäger-Dabek
Helgoland, der rote Fels in der Nordsee. Foto: B. Jäger-Dabek

Helgoland, die einzige deutsche Hochseeinsel, liegt 70 Kilometer vor der Elbmündung und kommt wenn man von Cuxhaven aus fährt, nach zweistündiger Reise in Sicht. Dann dauert es nicht mehr lange, bis zwischen der Badeinsel „Düne“ und Helgoland der Anker auf der Reede in den Grund rauscht. Hier legen die Schiffe nicht im Hafen an; auf Helgoland werden die Passagiere mit den traditionellen Börtebooten ausgebootet.

An Land spürt atmet man gleich tief durch – was für eine herrlich frische Luft! Auf Helgoland kann man durchatmen. Die Insel ist pollenfrei, ein Paradies für Allergiker. Dazu ist die Helgoländer Luft staubarm, was die Insel zum Luftkurort macht. Das interessiert die meisten der gut 5’000 Tagestouristen, die in der Sommersaison von sieben Seebäderschiffen und einigen Schnellfähren täglich herangebracht werden, allerdings eher am Rande. Naturschönheit hin, gute Luft her – was viele dieser Tagestouristen anzieht, ist das Shopping-Paradies Helgoland:
Seit Helgoland 1890 zum Deutschen Reich kam, gilt die Insel als Zoll-Ausland. Das bedeutet, von Butter über Kaffee, Zigaretten und Parfüm, bis hin zum Alkohol gibt es auf Helgoland alles zoll- und steuerfrei. Das ist an der deutschen Küste einmalig. Die Tagestouren nach Helgoland sind die letzten „Butterfahrten“, seit alle Nachbarländer EU-Mitglieder sind. Das brachte Helgoland schon vor Jahrzehnten den Beinamen „Schnapsfelsen“ ein.

Wer auf Helgoland nicht nur auf Schnäppchenjagd ist, hat viel zu erkunden. Die Insel kann man sich auf drei Themenwegen erschliessen: auf dem Naturweg, dem Kulturweg und dem Geschichtsweg. Die schönsten und eindrucksvollsten Seiten der Insel aber zeigt der Klippenrundweg. Mit dem Fahrstuhl überwindet man im Handumdrehen die Höhendifferenz vom Unter- zum Oberland. Am Rand der Klippen entlang wandernd, geniesst man dann den Blick aus 50 Metern Höhe. Der Weg führt an der wild zerklüfteten Westküste der Insel entlang bis hin zum Lummenfelsen, dem kleinsten Naturschutzgebiet der Welt.

Mit Seehunde den Strand teilen auf Helgoland-Düne. Foto: B. Jäger-Dabek
Mit Seehunden den Strand teilen auf Helgoland-Düne. Foto: B. Jäger-Dabek

An der Nordspitze der Insel erreicht man das Wahrzeichen Helgolands, die über 50 Meter hoch aufragende „Lange Anna“. Einen Abend auf dem Aussichtsplateau zu verbringen, ist ein Muss! Nirgends ist der Sonnuntergang „exklusiver“, da reserviert für die Dauergäste, die nicht wie die Tagesgäste die Insel bereits verlassen haben.

Der Urlaubsort Helgoland ist vielseitig. Man kann ganz einfach die Seele baumeln lassen, zum Hochseeangeln herausfahren, sich auf einer der zahlreichen Führungen die Natur erklären lassen, die zahlreichen Wellness-Angebote geniessen, mit einem Börteboot die Insel umrunden oder ganz einfach am Strand Muscheln sammeln. Strand nämlich gibt es reichlich auf Helgoland. Auf der Badedüne, zu der man mit Börtebooten übersetzt, wartet jede Menge breiter Strand – nichts als weisser Sand, Sonne und Nordsee, ganz abseits vom Trubel des Tagestourismus und nur zum Geniessen. Geteilt werden muss der Traumstrand nur mit ein paar Robben.

Besonders eignet sich Helgoland für einen Urlaub ausserhalb der sommerlichen Hauptsaison, und das bei vielen auch preislich attraktiven Angeboten. Das ganze Jahr über kann man auf Helgoland die Nase in den Wind stecken und sich mal ordentlich durchpusten lassen. Selbst im Winter herrscht hier mitten in der Nordsee ein überraschend mildes Klima. Die Nähe zum Golfstrom macht es möglich. Sie lässt die Temperaturen selten unter zwei Grad sinken. Und wenn es denn doch einmal kalt geworden ist, kann man sich bei einem Helgoländer Eiergrog wieder aufwärmen, der Helgoländer Winterspezialität.

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Kommentare

  • Ilona Hitzke

    Danke für diesen schönen Bericht. Gerade im Winter ist Helgoland wunderschön. Und was die Stille betrifft, die man dort findet, kann ich Dir nur zustimmen.
    Neben der Seite der Tourismus Information findet sich auch auf Theas Blog eine Auswahl von Veranstaltungen und Tipps für den Urlaub.

    27. Juni 2009 at 13:13

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