Nach dem Roadtrip-Overdose mit Buschfeuer und Windhose am selben Tag geht es jetzt gemächlicher weiter. 250 Meilen auf dem Highway 1 in Richtung San Francisco.

Die Route zieht sich auf einer kurvenreichen Strasse entlang dem Meer, vorbei an traumhaften Sandstränden und kleinen Buchten. Nach stundenlangen Fahrten über schnurgerade Highways durch die Wüste, ist diese Strecke eine wunderbare Abwechslung für Auto-Enthusiasten.

Highway1 Romantik
Highway-Romantik. Foto: Ralph Hutter

Etwas fällt mir auf. Offenbar gibt es in Kalifornien nur zwei Sorten Cabriolets. Chrysler Sebring für alle Touristen und Ford Mustang für die Einheimischen. Und ich hab den Falschen. Der Chrysler Sebring ist eine schwammige, lahme Schwabbelkiste, die den europäischen Freunden der Alpenpässe keinen richtigen Fahrspass entlocken will. So verfalle ich schnell wieder in das meditative Cruiser-Feeling und geniesse die einmalige Kulisse.

Highway 1 - Direkter am Meer entlang geht es kaum
Wunderbare Passstrassen direkt am Meer. Foto: Ralph Hutter

Tierisches Vergnügen

Auf einem Parkplatz werde ich bestürmt. Von Squirrels. Sie haben offenbar eine ausgeklügelte Strategie entwickelt, um die Besucher zu bezirzen. Sie posieren für Fotos, schauen auf Zuruf, und wenn man sich abwendet, rollen sie sich am Boden, stellen sich auf die Hinterbeine und tun alles Erdenkliche, um an Futter zu kommen.

Zahme Squirrels
Handzahme Squirrels stehen Modell für Touri-Fotos. Foto: Ralph Hutter

Carmel by the Sea

Carmel ist ein wunderschönes und doch seltsames Städtchen. Vom Baustil her erinnert es mich eher an ein englisches Dorf mit vielen kleine Cottages. Es verbreitet ein mediterranes Feeling auf der Flanierstrasse Richtung Strand.

Aufgrund der Menge an parkierten Luxuskarossen und der Dichte der Designer- und Uhrenläden merkt man schnell, dass sich hier die Schönen und Reichen niederlassen. Und dort, wo diese Klientel zu finden ist, finden sich erfahrungsgemäss auch Dutzende kleine Kunstläden und Boutiquen mit mistiger Kunst wie Delphine aus Murano-Glas und allen anderen Materialien, überteuerter Hippie-Schmuck und mancherlei geschmacklose Sachen aus Messing („Hey, it’s handcrafted by the lovely girl who owns that amaaaaaaazing shop!“).

Hier habe ich den schönsten Strand auf der ganzen Reise entdeckt. Beinahe menschenleer, ohne Kommerz, unverbaut. Das hätte ich hier nicht erwartet. Das nächste Mal plane ich einen ausgiebigen Spaziergang oder einen Nachmittag mit einem Buch ein. Einen guten Eindruck erhält man, wenn man ein bisschen durch Google Streetview flaniert.


Google Streetview Vorschau
Strand unterhalb Ocean Drive – In Google Streetview

Auf nach San Francisco!

Auf der nächsten Reise-Etappe geht es nach San Francisco. Ich freue mich auf die steilen “Strassen von San Francisco” und vor allem Grossstadt-Feeling. Mein Roadtrip-Bedarf ist gesättigt für den Moment.

Tagged: Archive, Reisetipps & Insider, USA

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