Balis Osten wird beherrscht vom majestätischen, 3142 Meter hohen Vulkan Gunung Agung. Er ist noch heute aktiv, allerdings ist er das letzte Mal 1963 ausgebrochen. Damals strömte die heisse Lava bis zu den zehn Kilometer entfernt liegenden Stränden, 1900 Menschen verloren bei dem Unglück ihr Leben. Trotzdem gehört ein Trekking zum Berggipfel zu dem Eindrücklichsten, was man auf Bali machen kann. Allerdings sollte man dies mit einem verlässlichen Führer tun, frühmorgens loswandern und genügend Flüssigkeit mitnehmen. Eine schöne Route führt von Besakih in sechs Stunden zur Vulkanspitze. Während der Regenzeit von Oktober bis Mai sind Besteigungen wegen gefährlicher Erdrutsche und angeschwollener Flüsse allerdings nicht möglich.

Der Muttertempel in Besakih. Alle Fotos: Claudia Lambrich (www.wortvoll.ch)
Der Muttertempel in Besakih. Alle Fotos: Claudia Lambrich (www.wortvoll.ch)

Damals, bei der Eruption, verpassten die heissen Lavaströme den Muttertempel Besakih nur um Haaresbreite. Für die gläubigen Hinduisten Balis war das ein Zeichen dafür, dass die Götter ihre Macht demonstrieren, nicht aber den heiligsten aller Tempel zerstören wollten.
Der Komplex aus 22 Tempeln auf drei Quadratkilometern ist nicht unbedingt ein besinnlicher Ort. Zunächst müssen dutzende von Strassenhändlern „umgangen“ werden, danach Berge von Abfall und streunende Hunde. Ich fühlte mich nicht allzu wohl in meiner Haut. Da dieser Tempel von sehr vielen Gläubigen besucht wird (Jeder Balinese muss mindestens einmal im Jahr nach Besakih; und immerhin gibt es drei Millionen Einwohner!), fühlt man sich ein wenig als Störenfried. Ich finde es nicht angebracht, Betende oder Trauernde zu begaffen. Unser Reiseleiter stufte meine Zurückhaltung allerdings als etwas übertrieben ein und meinte andauernd „Darf man Foto machen, darf man Foto machen!“…

In Klungkung besichtigten wir den Königspalast – beziehungsweise seine letzten Reste. Der Taman Gili, was „mit einem Wassergraben umgebender Garten“ bedeutet, stammt aus dem frühen 18. Jahrhundert und ist ein eindrückliches Relikt. Es besteht aus zwei offenen Hallen mit Deckengemälden. Die Kerta-Gosa-Malerei zeigt in 267 bemalten Holztafeln alle Sünden der Welt und wie man zu Erleuchtung und Erlösung aufsteigt. Diese Darstellungen sind übrigens nichts für Kinder unter 16 Jahren und für Zartbesaitete!

Der Taman Gili, ein von einem Wassergraben umgebener Garten.
Der Taman Gili, ein von einem Wassergraben umgebener Garten.

Als letzte Station besuchten wir die wenige Fahrminuten von Klungkung entfernte Fledermaushöhle Goa Lawah. Die Tempelanlage ist wohl über 1000 Jahre alt und für das Jenseits betreffende Rituale sehr wichtig. Ihr Markenzeichen ist eine Höhle, die von Tausenden von Fledermäusen bewohnt wird. Der Legende nach führt die Höhle 30 Kilometer weit in die Berge hinein bis Besakih. Scheinbar beherbergt sie auch noch eine riesige, drachenähliche Schlange, die sich von den Fledermäusen ernährt. Ich empfehle, die Tempelanlage tagsüber zu besuchen. Bestimmt sind dann weniger geflügelte Vampirchen unterwegs als in der Dämmerung.

Einen Hoteltipp für den Osten kann ich nicht abgeben, da wir anschliessend wieder zurück nach Ubud gefahren sind. Am besten also den vorherigen Blogeintrag lesen. Den Süden der Insel habe ich übrigens hier beschrieben, und den Norden hier.

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