Wie ich bereits im vorherigen Teil dieser Serie schrieb, eignen sich die Busse auf Ischia gut für Fahrten rund um die Insel – vorausgesetzt, dass man nichts gegen Gedränge, Hitze und Fliegen-Invasionen hat. Für einen Ausflug nahmen wir den Bus von Lacco Ameno im Norden nach Forio im Westen der Insel und fuhren von dort weiter nach Sant’Angelo im Süden. Da Ischia mit nur 34 Kilometern Umfang recht klein ist, dauert die Busfahrt jeweils nur rund 20 Minuten und ist um einiges billiger als ein Taxi.

Forio

Forio war in den 1950er Jahren ein beliebter Künstlerort. Ort und Umgebung galten wegen ihrer Schönheit als Quelle der Inspiration und zogen bekannte Namen wie Truman Capote, Tennessee Williams und Nobelpreisträger Pablo Neruda an.

Sehenswert sind besonders die Altstadt mit ihren kleinen Läden und Cafés, aber auch die Kirchen: Die Wallfahrtskirche Santa Maria del Soccorso datiert auf das Jahr 1791. Laut meinem – zuweilen für meinen Geschmack etwas zu poetischen Reiseführer – „scheint die Kirche über dem Meer zu schweben“. Zudem „verschmelzen in ihr Elemente des byzantinischen, maurischen und süditalienischen Stils in einnehmender Einfachheit“. Wie dem auch sei, das Kirchlein ist wirklich sehr schön anzusehen, und vom Felsplateau, auf dem sie steht, bietet sich ein wunderbarer Ausblick.

Sehr schön soll auch der Park „La Mortella“ sein, der bei unserem Besuch leider gerade geschlossen war (Öffnungszeiten von April bis Oktober: Jeweils Di, Do, Sa und So). In dem an einem Felsenhang gelegenen, 1.5 Hektar grossen Garten gedeihen über 200 seltene exotische und mediterrane Pflanzen- und Baumarten.

Sant’Angelo

Sant’Angelo liegt an der südlichsten Spitze der Insel. Das Dorf ist autofrei: Der Bus hält einige hundert Meter vor dem Dorfeingang auf einem Hügel – hinunter ins Dorf geht man zu Fuss und kann dabei das Panorama der Küstenstrasse geniessen.

Vom Hafen des ehemaligen Fischerdorfs führt eine Landzunge mit Strand auf beiden Seiten zu einem kleinen Hügel im Meer. Rechts der Küstenstrasse ist eine Steilküste. Die schöne Landschaft und die Ruhe ziehen viele Touristen an – vor allem vom italienischen Festland, aber auch die deutsche Kanzlerin Angela Merkel verbringt ihre Ferien öfter mal hier. Eine Attraktion sind die Heilwässer und Heildämpfe in dieser Gegend: Sie sind die radonhaltigsten der ganzen Insel. Deshalb hat es hier einige Thermalgärten, etwa das „Tropical“ oder das „Aphrodite-Apollon“.

Der Hafen dagegen besteht hauptsächlich aus Restaurants. Wir assen im Restaurant „Da Peppino“ ganz aussen auf der Landzunge. Das Essen dort ist sehr gut und wir bestellten schlussendlich viel mehr, als wir eigentlich geplant hatten – die sympathische Wirtin verkauft ihre Speisen einfach zu überzeugend!

Alle Fotos: Andrea Schmits

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