Erst kürzlich bin ich mit meiner Familie aus unserem Wohnmobilurlaub in der Auvergne zurückgekehrt. Stirnrunzeln und ein „Auvergne??“ mit zwei Fragezeichen bei Freunden und Bekannten bewegen mich dazu, euch einiges über diese offensichtlich recht unbekannte Gegend zu erzählen.

Die Auvergne ist eine Region in Zentralfrankreich, deren Grossteil zum vulkanischen Zentralmassiv gehört. Sie ist relativ dünn besiedelt; bedeutendste Städte sind Clermont-Ferrand, Vichy und Le-Puy-en-Velay. Wer schon von der Auvergne gehört hat, kennt Michelin, den Reifenproduzenten, der seinen Hauptsitz in Clermont-Ferrand hat, die Thermalbäder Vichy und Le Mont-Dore sowie die berühmten Käsesorten Cantal, St-Nectaire und Bleu d’Auvergne.

Unsere Reise mit zweijährigem Kind und Wohnmobil führt uns zunächst über Genf und Bourg-en-Bresse nach Nantua. Lisa, unser Navigationsgerät, lotst uns mit höchster Treffsicherheit zum lokalen Campingplatz, dem Camping du Signal.

In Nantua lohnt sich ein etwa einstündiger Spaziergang, dessen Route und Beschrieb man von den sehr netten Pächtern des Campingplatzes, Baldine und Frédéric, erhält. Schlendert man durch die winzigen Gassen, taucht vor dem geistigen Auge unweigerlich Louis de Funès auf. Vor der Kulisse der Boulangerien, der Boucherien und der Patisserien kann man den südfranzösischen Gendarmen im 2Chevaux fast vorbeibrausen sehen.

Foto: Nantua (Claudia Lambrich)

Leider ist es bei unserem Besuch geschlossen, doch bestimmt wäre das „Musée d’Histoire de la Résistance et de la Déportation“ sehenswert. Es befindet sich in den Gemäuern des alten Gefängnisses, direkt bei der ebenfalls sehenswerten Kirche Saint-Michel, und widmet sich ganz den Geschehnissen des zweiten Weltkrieges.

Auf keinen Fall verpassen sollte man einen Besuch bei Stéphane Delapierre, dem lokalen Patissier, Chocolatier und Glacier (5, Rue du Collège). Schön in Seidenpapier gewickelt und mit einem roten Band verschnürt, tragen wir die leckeren Stückchen in unser rollendes Zuhause. Auf dem Weg liegt auch die Metzgerei von Séverine und Christophe Courtin (20, rue de l’Hôtel de Ville). Dort kaufen wir feinsten Schinken und Landjäger (franz. gendarmes).

 

Foto: Le-Puy-en-Velay, La Cathédrale Notre-Dame (Claudia Lambrich)

Unsere zweite Etappe führt uns in wenigen Stunden nach Le-Puy-en-Velay. Wir richten unser Lager auf dem Camping de Bouthezard ein. Dieser einfache Stellplatz befindet sich in unmittelbarer Nähe des imposanten Rocher Saint-Michel, eines 80 m hohen Basaltfelsturmes. Über 260 steile Stufen erreicht man die über tausendjährige Kirche Saint-Michel d’Aiguilhe. Berühmt ist Le-Puy-en-Velay aber vor allem wegen seiner Cathédrale Notre-Dame. Sie wurde im 11. Jahrhundert als Station auf dem Weg nach Santiago de Compostela (Jakobsweg) erbaut und seither laufend erweitert. Sie ist seit 1998 auf der Liste des UNESCO Weltkulturerbes. Besonders eindrücklich ist die Pilgerkirche, wenn man von der Rue des Tables kommt. Wer seine kulinarischen Gelüste stillen möchte, dem kann ich das Restaurant „Aline & H“ empfehlen. Es liegt ebenfalls an der Rue des Tables, jedoch am anderen Ende. Hier kann man in netter Atmosphäre gut und recht günstig essen.

 

Foto: Le-Puy-en-Velay (Claudia Lambrich)

Wer wie wir mit dem Wohnmobil unterwegs ist, muss von Zeit zu Zeit seine Lebensmittelvorräte auffüllen. Empfehlen kann ich hierfür „Super U“. Die Filiale dieser Supermarktkette liegt wenige Gehminuten vom Campingplatz entfernt und bietet eine riesige Auswahl an regionalen Käsesorten sowie frischen Baguettes und Grillfleisch. Wir kaufen mit knurrenden Mägen ein und füllen den Einkaufswagen (übrigens in amerikanischer Dimension) bis zum Rand. Lest regelmässig den Blog, wenn ihr wissen möchtet, wie die Reise weitergeht.

 

Foto: Saint-Michel d’Aiguilhe (Claudia Lambrich)

Tagged: Archive, Familientipps, Frankreich, Reisetipps & Insider

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Ihre Email Adresse wird nicht veröffentlicht

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>
*